Berliner sind mit ihren Brücken zufrieden
„Wir haben ein Brückenproblem“, sagt Lutz Adam, zuständiger Abteilungsleiter in der Senatsverkehrsverwaltung – von den 960 Bauwerken ist nur noch jedes vierte in einem guten Zustand. Dafür sind die Berliner mit ihren Brücken aber noch ganz zufrieden, wie ein Blick auf die Google-Bewertungen zeigt. Selbst die marode Elsenbrücke kommt hier auf 4 von 5 Sternen (610 Bewertungen) – im Stau lässt sich die Aussicht ja auch noch schöner genießen.
Als „Wahrzeichen der Stadt“ angepriesen wird die berühmt-berüchtigte Oberbaumbrücke, Lieblingsobjekt zahlreicher Fotografen und Brückenrezensenten: 1340 Bewertungen und 4,5 Sterne für das historische Bauwerk. Besonders gut schneidet die Inselbrücke gleich bei mir um die Ecke ab (verbindet das Märkische Ufer mit der Fischerinsel): Traumhafte 4,9 Sterne, das ist ein Spitzenwert. Dass sie im Vergleich zur Admiralbrücke (4,4 Sterne, 1798 Bewertungen) noch immer ein Geheimtipp ist, zeigt die Zahl der Rezensenten – es sind hier gerade mal 22.
Auch mit reinen Fahrradbrücken haben die Berlinerinnen und Berliner null Probleme – es gibt nämlich keine. Zwar sind 11 solcher Bauwerke für den Fuß- und Radverkehr geplant, aber ob auch nur eines davon fertig wird, bevor die nächste Autobrücke gesperrt werden muss, ist fraglich – der Senat teilt dazu in schönstem Behördensprech mit: „Die genauen terminlichen und baulichen Einordnungen ergeben sich mit den weiteren Planungsschritten und in Abhängigkeit zur fortlaufenden Prioritätensetzung zum Abbau des Investitionsrückstaus im Brücken- und Ingenieurbau.“ (Q: DS 19/11771, Anfrage MdA Freymark / Pätzold). Darauf ein Radler (Hinweis: Das war unser Beitrag zum heutigen Brückentag).