Tegel: Neue Hochrechnung zu Lärmschutzkosten

An so einem Tag durfte natürlich auch der irische Komiker, Sparfuchs und Fluglinienbetreiber Michael O’Leary nicht fehlen. Mit der Parole „Lasst uns Carsten ärgern“ – gemeint war Lufthansa-Vorstandschef Spohr – machte er in Tegel mächtig Wind für den Weiterbetrieb des Flughafens und prophezeite, die Lufthansa werde Berlin als Luftdrehkreuz klein halten und das Angebot knapp und teuer machen. „Abgekartetes Spiel“ kam O’Leary schon flüssig über die Lippen. Und Fluglärm sei angesichts der modernen Maschinen kein Argument mehr. Das soll er mal den Leuten zwischen Pankow und Spandau erzählen – und denen in Köpenick, über die seine Maschinen aus SXF dröhnen.

Die Broschüre zum TXL-Volksentscheid ist nun auch offiziell nicht mehr aktuell: Das Öko-Institut hat eine Unterlassungserklärung der Tegel-Befürworter erwirkt, um nicht weiter als angeblicher Urheber jener 108 Millionen Euro genannt zu werden, die der Schallschutz kosten würde. Die (13 Jahre alte) Summe hatte das Institut ausdrücklich nicht selbst ermittelt. Eine aktuellere Hochrechnung lieferte gestern der Grundbesitzerverein VDGN, der drei Milliarden Euro als Minimum nennt (wobei der Verein Betroffene und Haushalte gleichsetzt, obwohl im Berliner Durchschnittshaushalt 1,7 Personen leben). Legte man die am BER kalkulierten Beträge (mit mehr Einfamilienhäusern) zugrunde, käme man laut VDGN auf 8,4 Milliarden. Bereinigt um den mutmaßlichen Fehler bleiben also rund 2 Mrd. bzw. 5 Mrd. Euro für den TXL-Schallschutz.