Ehegattensplitting zementiert Ungleichheit zwischen Mann und Frau
Wie könnte Deutschland mal moderner werden? Einfach das Ehegattensplitting zersplittern, findet das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung. So würden eine halbe Million neue Vollzeit-Jobs entstehen. Und weniger Frauen wären auf die Arbeit ihrer Männer angewiesen, sondern könnten lieber mehr für die eigene Rente verdienen. „Eine Abschaffung des Ehegattensplittings könnte sich sehr positiv auf die Erwerbstätigkeit und auf die Geschlechtergleichheit in Deutschland auswirken“, sagt Finanzwissenschaftler Robin Jessen (via „Handelsblatt“). In den 50er Jahren in der Bonner Republik als Familienförderung eingeführt, fördert die gemeinsame Besteuerung von Eheleuten inzwischen eher das Hausfrauenmodell. Heute gibt es zehn Millionen Ehen ohne Kinder, aber mit Geldvorteil für ungleich verdienende Partner. Wann traut sich Deutschland, daran etwas zu ändern?