„Es gibt keinen Automatismus, dass die Gastronomie öffnet“

Der Berliner Senat will am Dienstag keine Lockerungen beschließen, sondern beraten, wo zuerst gelockert werden soll. Dilek Kalayci plädiert für mehr Geduld. Von Julius Betschka

„Es gibt keinen Automatismus, dass die Gastronomie öffnet“
Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, spricht sich gegen schnelle Lockerungen aus. Foto: Fabian Sommer/dpa

Wer durch Berlins Straßen und Parks läuft, kann die Ungeduld fast ertasten: Wann wird das Leben wieder normaler? Die Inzidenz lag am Montag bei 100,8 – knapp über dem Wert, der für erste Lockerungen fünf Werktage zu halten wäre. Der positive Trend der vergangenen Wochen scheint erstmal gestoppt. Öffnungen der Außengastronomie und weitere Pilot-Projekte in der Kultur oder im Sport sind nun frühstens am 19. Mai möglich. „Wir müssen jetzt sehen, wie es in den nächsten Tagen weitergeht, um das beobachten zu können, in welche Richtung es sich nun wirklich entwickelt“, sagte Michael Müller (SPD) im Inforadio des „rbb“. Nun liegt alle Hoffnung auf Pfingsten. Christen wissen ja, warum.

Bei der heutigen Senatssitzung werden deshalb wohl keine Erleichterungen beschlossen. Stattdessen soll debattiert werden, wo zuerst gelockert wird. Ein Beschluss soll erst folgen, wenn eine Entscheidung ansteht – die Inzidenz also wirklich solide unter 100 liegt. Während Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sich in den vergangenen Tagen für schnelle Lockerungen insbesondere der Außengastronomie ausgesprochen hatte, will Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auf eine Sieben-Tages-Inzidenz „deutlich unter 50“ sowie eine Impfung von 50 Prozent der Bevölkerung warten. Ein Sprecher Kalaycis sagte dem Checkpoint: „Es gibt keinen Automatismus, dass die Gastronomie öffnet oder die Läden ohne Click and Meet.“ Ungeduld, wie sie in der Berliner Luft liegt, ist kein guter Ratgeber für politische Entscheidungen.