Unter den Berliner Inseln ist diese eine der einsamsten. Wenige Meter von der Stadtgrenze entfernt befindet sie sich in einer Ecke des Seddinsees, in die es nur Kenner und Naturfreunde verschlägt. Man kommt hier nicht zufällig vorbei, zumal kaum zu erkennen ist, wo das Festland beginnt und das Wasser aufhört. Ein Seerosenteppich umgibt die Insel, zu der keiner ihrer beiden Namen passt. Denn ein Berg ist sie nicht, aber auch kein Bruch, denn ein Bruch – für Auswärtige: DAS Bruch, nicht: der Bruch – ist ein Sumpf und in diesem Fall das ganze Hinterland der Insel, das aus Feuchtwiesen besteht, durch die kein Weg führt. Wer hier im Frühjahr vorbeipaddelt, kann sehen, wie streng geschützte Trauerseeschwalben ihre schwimmenden Nester installieren und Haubentaucher ihren Haubentaucherinnen frisch gepflückte Seerosenblätter schenken. Mit Glück lassen sich auch Berlins einzige Seeadler sehen, die ein paar Kilometer entfernt brüten, aber gern hier ihre Kreise ziehen, wenn sie jagen. Erkennungszeichen von unten ist die Ähnlichkeit mit einem zwei Meter langen schwebenden Brett.
Text: Stefan Jacobs
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