30 Jahre, 30 Tage – „Arbeiten statt bespitzeln“

8. November 1989, 1 Tag bis zum Mauerfall – Das Politbüro beschließt seinen Rücktritt. Hans Modrow soll als neuer Ministerpräsident vorgeschlagen werden. Die SED-Basis demonstriert und fordert inhaltliche Korrekturen. Die SED verkündet, sie will sich auch freien Wahlen stellen. Gleichzeitig kommen fast 11.000 Flüchtlinge an einem Tag über die CSSR in die Bundesrepublik. Das bedeutet für die DDR unter anderem: Arbeitskräftemangel. Um diesen einigermaßen auszugleichen, sollen nun Stasi-Mitarbeiter „arbeiten statt bespitzeln“, wie der Tagesspiegel titelt. In dem Artikel heißt es: „Das Ministerium hat in Anbetracht dringender Erfordernisse Sofortmaßnahmen beschlossen, wonach 385 Angehörige dieser Organisation produktive Arbeiten ausführen sollen.“