Die Zahl der in den ersten neun Monaten dieses Jahres erteilten Baugenehmigungen ist gegenüber 2018 um elf Prozent gesunken. Darüber, ob das mit dem Mietendeckel zu tun hat (dessen Eckpunkte allerdings erst im Juni beschlossen wurden und für Neubauten nicht gilt), gibt es unterschiedliche Meinungen. Hier eine Auswahl von Reaktionen zur beliebigen weiteren Verwendung. Der Rückgang der erteilten Baugenehmigungen ist demnach ein „Weckruf“ (Branchenverband BBU), „Alarmsignal“ (CDU-Wegner), „Schlag ins Gesicht der Mieter“, (CDU-Gräff) „Ausdruck einer verfehlten Wohnungsbaupolitik“ (IHK-Eder) „bundesweiter Trend“ (Mieterverein).
14 BerlinerInnen und ein Kieler waren gestern Abend der CP-Einladung ins Tagesspiegel-Haus gefolgt, um mit FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja zu diskutieren. Es war der 2. Teil der Aktion „Raus aus dem Netz, rein in die Realität“ – und wieder ging es hart, aber zivilisiert zur Sache. Czaja hatte mit einem Tweet über die unterm Mietendeckel begrabene Altersvorsorge einer Eigentümerin von zehn Wohnungen („reich war sie nie“) den Anlass geliefert. Gestern resümierte er: „Ich würde den Wohnungsnotstand ausrufen statt den Klimanotstand“. Außerdem empfahl er Baulückenkataster, Neubauoffensive und einen Grundsteuerfreibetrag von 300.000 Euro für selbstgenutzte Immobilien. Zuvor ging es um den Busfahrer, der sich von seinem Gehalt keine Wohnung mehr leisten kann, um Vermietergerechtigkeit und um Brandenburg. Czaja würde dorthin nur ziehen, „wenn die Situation passt“ und unter dem Vorbehalt der Rückkehr. Ein Gast rief: „Wer von euch Eigentümern wird denn durch den Mietendeckel in den Ruin getrieben, wer?“ Danach war es kurz still.
Anzeige
Alltagsheros – Das Gesundheitsnetzwerk Waldfriede bietet viele Möglichkeiten für eine sinnvolle Tätigkeit in der Gesundheits- und Pflegebranche und die persönliche Weiterentwicklung. Wir möchten unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber sein und unser Netzwerk gemeinsam mit Ihnen weiterentwickeln. Sei ein Alltagsheld und komm zu Waldfriede!!!
alltagshero.com
Auf Antrag eines gewissen Herrn Dr. Söder aus München soll sich der Bundesrat heute mit dem „Entwurf eines Gesetzes zur besseren Bekämpfung von Mietwucher“ befassen. Laut der Vorlage soll das Wirtschaftsstrafgesetz so geändert werden, dass nicht mehr die juristisch nur schwer nachweisbare „Ausnutzung“ eines geringen Angebotes an vergleichbaren Wohnungen als Maßstab gilt, sondern die leichter zu belegende Knappheit an sich. Der Bußgeldrahmen soll von 50.000 auf 100.000 Euro erhöht werden. Aus dem Senat ist zu hören, dass Grüne und Linke den bayrischen Entwurf unterstützen wollten, aber die SPD skeptisch gewesen sei, so dass Berlin dem Antrag im Bundesrat nicht beitrete. So oder so dürfte Herr Czaja wieder was zu twittern haben.
Regelmäßig und aus gutem Grund wird über die Lebensgefahr berichtet, die abbiegende Lastwagen für Radfahrer im Stadtverkehr darstellen. Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer rückt jetzt die Fußgänger in den Fokus. Für die sieht die Bilanz ähnlich übel aus – wobei die typische Unfallkonstellation eine andere ist: Während Radfahrer eher unter die Räder von Abbiegern kommen, droht Fußgängern die größte Gefahr, wenn sie etwa bei Stau direkt vor dem (zu) hohen Fahrerhaus die Straße überqueren. Die Mehrzahl derer, die in diesem Jahr auf Berlins Straßen starben, war übrigens zu Fuß unterwegs. Und in sechs der elf tödlichen Fußgänger-Unfälle zwischen Januar und August war ein Lkw involviert.
Anzeige
Schon gewusst? Vor 30 Jahren verpasste die Kanzlerin in der Sauna am Ernst-Thälmann-Park fast den Mauerfall. Auch heute noch können Sie die Zeit vergessen in den Saunen der Berliner Bäder-Betriebe – am besten mit der Sammelkarte für 30 Besuche zum Sonderpreis. Erhältlich vom 4. bis 10. November
an der Kasse aller Bäder!
www.berlinerbaeder.de
Im Tränenpalast erlebten die Gäste gestern Abend ihr rotes Wunder. Denn nicht nur der Schabowski-Originalzettel ist endlich wieder in Berlin – der Journalist Georg Mascolo, der damals über die Maueröffnung berichtete, schenkte dem Haus der Geschichte am Ende einer Erinnerungsrunde einen der damals in der DDR noch gedruckten roten Reisepässe, die die blauen DDR-Papiere hätten ablösen sollen – eins von nur 15 Probedruck-Exemplaren, wie Mascolo unter Applaus berichtete. Der Chef des Hauses aus Bonn, Hans Walter Hütter, verstaute das historische Blanko-Dokument erst einmal in seinem Sakko. Zunächst werde es in Berlin gezeigt. Erst später wolle man entscheiden, ob es in Berlin bleibt oder mit dem Schabowski-Notizzettel nach Bonn in die Ausstellung geht, sagte Hütter dem Tagesspiegel.
Früher hatten die Leute Angst vor der Polizei, jetzt muss man eher Angst um die Polizei haben: Die Berliner Zeitung berichtet von einer FU-Studie, derzufolge rund ein Viertel der Berliner PolizistInnen einen riskanten Alkoholkonsum haben. 19 Prozent leiden unter Burn-out-Symptomen, 22 Prozent zeigen Anzeichen von Angststörungen oder Depressionen. Fast jede/r Zweite hat Schlafstörungen, und jede/r Dritte rechnet damit, aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Pension zu gehen. In der Direktion 5 (Xhain/Neukölln) ist die Situation schlimmer als in der Südost-Direktion 6, die als Vergleichsgruppe untersucht wurde. Zwar werden auch mangelnde interne Wertschätzung und Fairness beklagt, aber vor allem hinterlässt die Art, in der viele Berliner sich gegenüber Polizisten benehmen, brutale Spuren.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Houston, wir haben ein Pamphlet: Eine Delegation amerikanischer Anwälte hat sich mit Berliner Verwaltungsjuristen getroffen und Justizsenator Dirk Behrendt ein Glückwunschschreiben des Gouverneurs von Texas zum 30. Jubiläum des Mauerfalls überreicht, in dem die Reden von Kennedy („Ich bin ein Berliner“) und Reagan („Tear down this wall“) erwähnt sind, „both given in the shadow of the Brandenburg Gate“. Damit das Brandenburger Tor seinen Schatten aufs Rathaus Schöneberg wirft, muss die Sonne allerdings sehr tief stehen und von Norden scheinen. Anyway, die nette Geste zählt!
Auf Antrag der Friedrichshain-Kreuzberger FDP-Fraktion (was es nicht alles gibt!) hat die BVV Ende Oktober beschlossen, dass das Wasser in Spree und Landwehrkanal endlich sauberer werden soll – das Bezirksamt solle sich auf allen notwendigen Ebenen darum bemühen. Gemessen an der Größe des Themas war die Resonanz bisher gering. Und da das Wasser nur durch weiteren massiven Ausbau der Kanalisation mit Zwischenspeichern sauberer werden kann, wird wohl ein Jahrhundertprojekt daraus. Allerdings ein sehr lohnenswertes.
Anzeige
Die „Berliner Meisterköche“ des Jahres 2019 stehen fest.
Die unabhängige Meisterköche-Jury hat die Preisträger in sechs Kategorien gewählt. Die Auszeichnung wird zum 23. Mal von Berlin Partner vergeben. Der Tagesspiegel stellt Ihnen die sechs Gewinner vor – heute das Restaurant FREA. Seien Sie dabei auf der Aftershowparty am 23.11.!
Berliner Meisterköche auf Facebook
Instagram: @berlinermeisterkoeche
Apropos Jahrhundertprojekt: Im Juni 2018 beschloss die Pankower BVV, zwei Pedelecs fürs Ordnungsamt anzuschaffen. Und wie bewähren sich die ... – ach so: Das Amt hat nach eigenem Bekunden „mehrere Angebote von lokalen Fahrradanbieterneingeholt“, aber „eine abschließende Entscheidung konnte aufgrund der Komplexität noch nicht getroffen werden“. Dazu Thomas Stevens Davies von der Royal Military Academy (1837): „Das Veloziped erscheint am besten für jenes Segment der Gesellschaft geeignet, das wohl am zahlreichsten und aktivsten von allen ist: Männer im Vollbesitz ihrer Gliedmaßen, denen Pferde zu viel Ärger und Umstand, aber das Selberfahren einen Genuss und körperliche Ertüchtigung bedeuten, statt ein Horror zu sein.“
Jürgen Klinsmann soll bei Hertha BSC einsteigen. Allerdings nicht als Brandschutzbeauftragter, wie man nach dem Derby annehmen sollte, sondern als Aufsichtsrat in der Profi-Abteilung.
Gesucht werden der Fahrer des Pkw Trabant mit dem Kennzeichen IT 25-45 sowie seine Begleiterin, die am Abend des 9. November 1989 zu den Ersten gehörten, die über die Bösebrücke fuhren. Der Fotograf Ekko von Schwichow, der sie dabei geblitzt hat, würde gern wissen, was aus ihnen geworden ist.
Alle Macht dem König – auch wenn es der Burger King ist. Das hat das Oberlandesgericht München einem Berliner Filialwirt klargemacht. Der hatte gegen die regelmäßigen Rabattaktionen des Konzerns geklagt, weil er die von oben diktierten Sonderpreise für einen Verstoß gegen das Kartellrecht hielt.
Anzeige
Noch kein Weihnachtsgeschenk? Wie wär's mit einem dreifachen Grammy-Gewinner? Der rbb verschenkt zur Weihnachtszeit den Rundfunkchor Berlin. Sagen Sie "DANKE" an Menschen, die es einfach verdient haben. Bei tollen Nachbarn, Kolleginnen, im Verein. Wen wollen Sie überraschen? Wer hat es wirklich verdient? Und wo wollen Sie den großen Auftritt? Schreiben Sie uns: singen@rbb-online.de.
Wir singen Ihr Herz warm.
Der S-Bahnhof Nikolassee ist seit 2003 offiziell barrierefrei. Der Aufzug befindet sich auf der Westseite Richtung Wannsee. Auf der Ostseite am Hohenzollernplatz, wo sich Bushaltestelle, Wohngebiete und Hubertuskrankenhaus befinden, sind es 71 Stufen (zur S1) bzw. 111 Stufen (zur S7). Es kommentiert CP-Fitnessberater Sebastian Kneipp: „Um gesund zu bleiben, muss sich der Mensch bewegen, schwitzen und soll das Wasser in seiner mildesten Form gebrauchen.“ So gesehen ist der Bahnhof doch perfekt: Treppe zur Stadt, Aufzug zum Wannsee.
Für BVG-Chefin Sigrid Nikutta ist der Kurzzug abgefahren: Zum Jahreswechsel steigt sie nun definitiv um in den Vorstand der Deutschen Bahn, Abteilung Cargo. Dort dürfte sie mehr Geld und weniger Fahrgastbeschwerden bekommen, aber auch mehr Druck vom Bundesauspuffminister, dessen Ressort die Bahn über Jahrzehnte in ihren heutigen Zustand versetzt hat.
Anzeige
Berlin feiert 30 Jahre Mauerfall – die Berliner Sparkasse feiert mit.
Seit drei Jahrzehnten ist die Berliner Sparkasse wieder vereint.
Vom 4. bis 10. November verwandelt sich Berlin am Alexanderplatz und anderen Originalschauplätzen der Friedlichen Revolution in ein Open-Air-Festivalgelände.
Feiern Sie mit uns!
Zufällig schallt in diesem Moment eine Durchsage des niederländischen Schaffners aus dem in Amsterdam gestarteten IC nach Berlin von gestern Nachmittag herüber: „Zuerst möchten wir uns für diesen Zug entschuldigen, den wir aus Deutschland haben. Es ist ein schlechter Zug: Die Erste-Klasse-Wagen sind aus technischen Gründen verschlossen. Auch das Bordbistro ist geschlossen, aber es wird ein mobiler Catering-Service durch den Zug gehen. Außerdem werden die Sitzplatzreservierungen nicht anzeigt.“
Regiermeister Michael Müller hat gestern Abend im Naturkundemuseum den Berliner Wissenschaftspreis verliehen. Die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an FU-Professorin Beatrice Gründler für ihre herausragende Forschung zu arabischer Literatur. Den Nachwuchspreis mit 10.000 Euro erhielt der Physik-Professor Steve Albrecht, der an TU und Helmholtz-Zentrum zu Photovoltaik forscht.
In Alt-Hellersdorf wurde gestern eine Weltkriegsbombe gefunden. Sie soll laut Polizei am Montag „in den Mittagsstunden“ entschärft werden, also am 11.11. gegen 11.11 Uhr. Kein Job für Narren.
Im Stadtbad Charlottenburg ist die Neue Halle ab sofort und voraussichtlich für einige Wochen gesperrt: Laut Gutachter können verrostete Teile der Zwischendecke abstürzen. Bis zur Reparatur gilt: Springen vom Deckenrand verboten! Mehr dazu im kostenlos erhältlichen Newsletter für Charlottenburg-Wilmersdorf, der heute erscheint.
Der diesjährige „Green Buddy Award“ (Dt.: Grüner-Kumpel-Preis) des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg in der Kategorie „Smart Cities Lösungen“ (Engl: Solutions) geht an den „Baustellenatlas“ der Infrest GmbH, mit dem die Betreiber der Berliner Versorgungsnetze die Koordination von Baustellen verbessert haben. Oder verbessern wollen, wer weiß.
Der erbärmliche Radweg am Tempelhofer Damm, Höhe Ex-Flughafen nordwärts, ist endlich saniert worden. Nach Berechnungen des „Netzwerkes Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ sind damit seit Inkrafttreten des Mobilitätsgesetzes 1,49 km Radverkehrsanlagen im Bezirk hergerichtet worden. Beim bisherigen Tempo wäre das Hauptstraßennetz folglich erst etwas später als – laut Gesetz – im Jahr 2030 abgearbeitet: nämlich 2420.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Berlin ist für mich eine milde Form der psychischen Störung.“
Diese Erkenntnis zur Gegenwart verkündete der Zukunftsforscher Harald Welzer gestern Abend beim Fest der Meinungsfreiheit in der Volksbühne. Es war ein Abend voller Erhellung und Erheiterung.
Tweet des Tages
German Pünktlichkeit. 10 Uhr. Der Baum steht. Und nur noch 48 Tage bis Weihnachten... #gendarmenmarkt #weihnachten
Stadtleben
Essen – Irland, die Schweiz, Norditalien: Das sind nur ein paar Länder, in denen der Käse gereift ist, der heute bei der Käsenacht in einigen der bekanntesten Restaurants und Weinbars der Stadt serviert wird. Zum Auftakt des „Cheese Berlin“-Festivals der Kreuzberger Markthalle 9 gibt sich ein Großteil der Berliner Gastrolandschaft monothematisch und dennoch vielfältig. So serviert der Klunkerkranich in Neukölln etwa Schweizer Emmentaler Urtyp und Vacherin Mont D’Or, dazu natürlich feinsten Weißwein. Im Fleischrestaurant Kumpel & Keule am Görlitzer Bahnhof hat man sich passenderweise Alpenländischem Käsefondue verschrieben und das Muret la Barba tischt original Norditalienische Cucina Povera mit Blauschimmelkäse auf. Das ganze Programm finden Sie hier. Wir empfehlen eine Reservierung.
Trinken – Seit 2004 beherbergt das historische Backsteingebäude in Alt-Hermsdorf 11 die Galerie und das Café Auenhof. Ursprünglich war dort ein Kossätenhof mit Milchbetrieb und nebenan ein Pferdestall ansässig. Letzteren nutzt Betreiberin und Galeristin Heidemarie Aagaard für den Cafébetrieb: Schönes Ambiente im alten Pferdestall attestiert Checkpoint-Leser Detlef Kiebs da, besonders empfehlenswert findet er die selbstgemachten Kuchen und kleinen Speisen. Am Wochenende darf es auch mal ein Prosecco sein, alternativ ein „Auenhof Cuve“, bevor man einen kleinen Rundgang durch Aagaards Galerie nebenan macht. Fr-So 14-18 Uhr, Tram-Station Almut-Straße
Berlinbesuch – In Schöneberg werden um 10 Uhr zwei neue Stolpersteine verlegt: Dabei wird des Ehepaars Max und Frieda Frohnhausen gedacht, die bis zu ihrer Deportation in das Ghetto Lodz / Litzmannstadt in der Meininger Straße 4 wohnten. Bis zu den Novemberprogromen 1938 war Friede Frohnhausen Sängerin im Chor der Synagoge Fasanenstraße. Die beiden versuchten 1941 noch in die USA zu fliehen, wie ein befreundetes Ehepaar, dem die Flucht rechtzeitig gelang. Die Bemühungen scheiterten jedoch. Max und Friede Frohnhausen wurden am 8. Mai 1942 im Vernichtungslager Kulmdorf von den Nazis ermordet. Im Anschluss an die Stolpersteinverlegung findet eine Gedenkfeier mit SchülerInnen des Rückert Gymnasiums und dem Synagogal Ensemble Berlin statt. U-Bhf Rathaus Schöneberg
Anzeige
Prof. Dr. Peter Dabrock, Deutscher Ethikrat, Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege und Kordula Schulz-Asche, MdB, diskutieren beim Tagesspiegel Fachforum Gesundheit am Dienstag, den 12. November zu „Apps – Robotik – KI. Wie smart ist die medizinische Versorgung?“. Melden Sie sich jetzt noch an!
Geschenk – Jetzt, da das Bewusstsein für den eigenen ökologischen Fußabdruck steigt, wird reisen zu einer heiklen Sache. Darf man als umweltbewusster Mensch noch ins Flugzeug steigen? Und welche Alternativen gibt es, um die Ozeane, in denen wir baden, nicht zu verdrecken? Antworten auf diese Fragen liefert das Handbuch „FairReisen“ (oekom Verlag, 19,95 Euro) von Frank Herrmann. Darüber hinaus gibt’s praktische Tipps zu fair produzierter Wanderausrüstung, ethischen Reiseveranstaltern und Klima-Hotels.
Plätze sichern für die Ikarus-Preisverleihung im Theater an der Parkaue (Parkaue 26, S/U-Bhf Frankfurter Allee), wo die besten Ensembles des Kinder- und Jugendtheaters Einblick in ihre Arbeit geben. Ob Schauspiel, Puppen- oder Musiktheater: An diesem Abend zeigen die Darsteller des Grips-Theaters, des Theaters Zitadelle und des o.N. Theaters ab 18 Uhr, wie vielfältig ihre Darstellungsformen sind. Genauso wie ihre Themen: Auf der Bühne geht es um Freundschaft, Generationenkonflikte, Sexualität, Rassismus und das Freisein. Am Ende entscheidet eine Jury, wer den Ikarus-Preis verdient hat. Es moderiert Poetry-Slammer Felix Römer. Der Eintritt ist frei, jedoch gibt es nur begrenzte Plätze. Der Checkpoint hat deshalb 5x2 Plätze in den vorderen Rängen reserviert – wer möchte?
Last-Minute-Diskussion zum Mauerfall aus internationaler Perspektive: Wie blickten die USA, Frankreich, Großbritannien und Russland zum Zeitpunkt des Mauerfalls auf das geteilte Deutschland? Einblick in diese Sichtweisen soll bei der Diskussion „Communism ends here“ in der Gedenkstätte Berliner Mauer ab 19 Uhr gegeben werden. Aus jedem Land ist ein Vertreter zu Gast, u.a. Mary Sarotte von der Harvard Universität und Corine Defrance vom Deutschen Historischen Institut in Paris. Es moderiert Politologe und Historiker Bernd Greiner. Der Eintritt ist frei. Bernauer Straße 111/119, S-Bhf Nordbahnhof
Noch hingehen zur ehemaligen Polizeiwache in der Hauptstraße 8 in Rummelsburg, wo bis Sonntag noch die Open-Air-Ausstellung „Zugeführt“ gezeigt wird. Sie setzt sich mit der Gewalt von Volkspolizei und Staatssicherheit in der DDR auseinander. Aufgearbeitet wurden die Taten in Gedächtnisprotokollen 1989 verhafteter Demonstranten. Der Eintritt ist frei. S-Bhf Rummelsburg
Maria Kotsev wünscht einen spannenden Freitag!
30 Jahre, 30 Tage – „Arbeiten statt bespitzeln“
8. November 1989, 1 Tag bis zum Mauerfall – Das Politbüro beschließt seinen Rücktritt. Hans Modrow soll als neuer Ministerpräsident vorgeschlagen werden. Die SED-Basis demonstriert und fordert inhaltliche Korrekturen. Die SED verkündet, sie will sich auch freien Wahlen stellen. Gleichzeitig kommen fast 11.000 Flüchtlinge an einem Tag über die CSSR in die Bundesrepublik. Das bedeutet für die DDR unter anderem: Arbeitskräftemangel. Um diesen einigermaßen auszugleichen, sollen nun Stasi-Mitarbeiter „arbeiten statt bespitzeln“, wie der Tagesspiegel titelt. In dem Artikel heißt es: „Das Ministerium hat in Anbetracht dringender Erfordernisse Sofortmaßnahmen beschlossen, wonach 385 Angehörige dieser Organisation produktive Arbeiten ausführen sollen.“
Quelle: Tagesspiegel vom 9.11.1989
Berlin heute
Verkehr – Wegen akuter Straßenschäden ist die A10 in Richtung Dreieck Barnim zwischen Erkner und Rüdersdorf gesperrt, umgeleitet wird ab der AS Erkner über die AS Rüdersdorf. Der Straßenzug John-Foster-Dulles-Allee, Scheidemannstraße und Dorotheenstraße (Tiergarten) ist wegen des Straßenfests zum Mauerfall in beiden Richtungen gesperrt. Weil „Von wegen Lisbeth“ ihre Fans in der Columbiahalle beglücken und Tom Hadley im Columbia Theater auftritt, staut es sich höchstwahrscheinlich auf dem Columbiadamm zwischen Platz der Luftbrücke und Golßener Straße (Tempelhof / Kreuzberg). Ab 22 Uhr wird der Zugverkehr der S5 zwischen Mahlsdorf und Lichtenberg (bis Mo 1.30 Uhr) eingestellt, es verkehrt ein Ersatzverkehr mit Bussen. Die Regionallinie RE3 ist von 4-8 Uhr zwischen Ludwigsfelde und Berlin Südkreuz/Berlin Hauptbahnhof unterbrochen – zwischen Ludwigsfelde und S Teltow Stadt fahren Ersatzbusse. Und der RE5 fällt bis zum 20 November zwischen Gesundbrunnen und Oranienburg aus – hier müssen Passagiere auf die S-Bahn umsteigen.
Demonstration – Für die „sofortige Schaffung von Schulplätzen in Mahlsdorf“ tritt die Gesamtelternvertretung der Kiekemal-Grundschule von 7.15-7.45 am Hultschiner Damm mit 500 Teilnehmenden ein. Der Campact e.V. protestiert mit rund 25 Menschen „gegen einen zu geringen CO2-Preis“ vor dem Bundesrat in der Leipziger Straße (8-10 Uhr). Auf „Angriffe gegen den türkischen Staat in Rojava“ machen von 10-13 Uhr rund 100 Protestierende Unter den Linden 65 aufmerksam. „Fridays For Future“ protestieren wieder mit 300 Aktivist*innen von 12-14 Uhr am Invalidenpark und laufen bis zur Wilhelmstraße. Am Samstag erinnert Unentdecktes Land e.V. von 6-23 Uhr an „30 Jahre Öffnung der Staatsgrenze der DDR“ mit 150 Personen am Lustgarten. Ebenfalls am Lustgarten startet die Demo „Heimat und Weltfrieden“ und verläuft mit 100 Personen, organisiert von staatenlos.info, zur Straße Unter den Linden / Wilhelmstraße (11-20 Uhr). „Gegen Heimat und Weltfrieden“ demonstrieren wiederum 300 Personen und stehen mit dem DGB von 10.30-12.30 Uhr am Bebelplatz. Rund 500 Menschen nehmen an der Flaggparade „30 Jahre Mauerfall“ vom Halleschen Tor zum Gendarmenmarkt von 13-15 Uhr teil. „30 Jahre Öffnung Glienicker Brücke“ nennt sich die Kundgebung, die von 17-19 Uhr mit rund 100 Personen in der Königsstraße 1 stattfindet. „Kein Raum der AfD“ lassen als Gegenprotest rund 50 Teilnehmnde von 16.30-21 Uhr, ebenfalls an der Glienicker Brücke, verlautbaren. Und 500 Menschen „Erinnern an die Reichspogromnacht 1938“ und demonstrieren gegen Antisemitismus – dafür laufen sie mit dem Berliner VVN-BDA e.V. von 17-20.30 Uhr vom Mahnmal an der Lewetzowstraße zur Pulitzbrücke. Und am Sonntag versammeln sich etwa 150 Leute am Pariser Platz zur „Demo für Menschenrecht in Chile“ (16-19 Uhr).
Gericht – Der Prozess um das Schicksal der vor 13 Jahren verschwundenen Georgine Krüger geht weiter. Der 44-jährige Ali K. soll die damals 14-jährige Schülerin vergewaltigt und ermordet haben. Vor dem Landgericht hat er geschwiegen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Universität – Die HU organisiert den ersten deutschen „Nobel Prize Dialgoue“. Im Vordergrund steht die Frage wie eine verantwortliche Gesundheitsversorgung in Zukunft aussehen könnte. Ab 10 Uhr in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in der Französischen Straße 33 a-c (U-Bhf Französische Straße). Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jochen Guhlke (79), „ehemaliger Schulleiter, er unterrichtet als Co-Lehrer immer noch 3 Mal die Woche unentgeltlich Mathe und Musik an einer Grundschule in Zehlendorf. Wir gratulieren!“
/ Detlef Opitz (63), Schriftsteller / Hans-Wilhelm Pollmann (69), „für uns der beste Papa und Opa der Welt“
Sonnabend – Uwe Brockhausen (56), SPD-Stadtrat in Reinickendorf / Daniel Büttner (45), „Allet Jute - und erhol Dich gut vom Reinfeiern!“ / Jesse Clausen (18), „von Mum and Dad“ / Peter Hahne (67), Fernsehmoderator und Autor / Anneliese Hladena, „der liebsten, großzügigsten Mutter, Schwiegermutter, Oma und Uroma die herzlichsten Glückwünsche zum 103. Geburtstag von Christine, Karsten, Nicolas, Katharina, Sven und Emilia“ / Sonja Kirchberger (55), Schauspielerin / Karin Kiwus (77), Lyrikerin / Thomas Quasthoff (60), Bassbariton und Professor für Gesang an der „Hanns Eisler“-Hochschule für Musik / „Lieber Jochen in Babelsberg. Wir wünschen Dir einen guten Start ins neue Lebensjahr. Britta u Uwe“
Sonntag – Roland Emmerich (64), Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Käthe Kuhnert, * 14. September 1919 / Manfred Schacher, langjähriger Schulleiter des Askanischen Gymnasiums Berlin-Tempelhof / In memoriam: Ingeborg Henning, * 3. November 1929
Stolperstein – Falkenberger Straße 12, Weißensee: Hier liegt ein Stolperstein für Henriette Stenschewski (Jhg. 1862), die am 3. Oktober 1942 vom Sammellager in der Gerlachstraße 19-22 nach Theresienstadt deportiert und heute vor 75 Jahren dort ermordet wurde.
Morgen macht Ihnen hier Lorenz Maroldt einen Reim auf die Dinge, in denen Musik drin ist. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,