Es hätte durchaus passieren können, dass das Zentrum Berlins vor ein paar hundert Jahren hier am Zusammenfluss von Dahme und Spree entstanden wäre, statt aus den Hütten des am sumpfigen Mühlendamm gelegenen Doppeldorfes Berlin-Cölln. Besiedelt und mit wechselnden Burgen bewehrt war der strategisch günstig gelegene Flecken Land bereits im Mittelalter. Ab 1558 folgte ein Renaissanceschloss, der heutige Barockbau entstand ab 1678 für den späteren Preußenkönig Friedrich I. In der Schlosskirche ist Prinzessin Henriette Marie beigesetzt, das Hauptgebäude ist seit 1963 ein Kunstgewerbemuseum. Dass die Schlossinsel überhaupt als Insel durchgeht, verdankt sie dem flachen Wassergraben zur Altstadt hin, den ein Holzsteg überbrückt. Während um den Schlossplatz vor der Insel immerwährendes Verkehrschaos herrscht, ist der Park zum Schloss ein Idyll für kurze Spaziergänge und längere Pausen. Besonders lohnt sich der Besuch zur Zeit der Rhododendronblüte.
Text: Stefan Jacobs
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