Schwanenwerder war alles andere als ein Schnäppchen! 8.000 Reichsmark hatte ein Spieler in der ersten deutschen Monopolyversion im Jahr 1936 für das teuerste Grundstück hinzublättern. Kein Wunder, dass die Insel bis 1945 den Spitznamen Bonzenwerder trug. Einst haben hier Industrielle, Kaufleute und Bankiers gewohnt, viele jüdischer Herkunft. Ab 1933 wurden sie von den Nazis vertrieben. Unter anderem Albert Speer und Joseph Goebbels hausten zuweilen in den Villen. Ein Grund, weshalb die Monopolyversion kurzzeitig vom Markt genommen wurde. „Als Goebbels ,Schwanenwerder’ mit Wuchermieten auf den Monopoly-Spielplan übertragen fand, ließ er das Spiel angeblich kurzerhand verbieten“, rekapituliert der Spielwarenhersteller Hasbro die Geschichte. „Offiziell wurde der ,jüdisch-spekulative Charakter‘ des Spiels als Grund für den Verkaufsstopp herangezogen.“ Bis heute hat Berlins exklusivste Insel nur eine Straße und 40 Grundstücke, die den – sagen wir mal – „eher Reichen“ (schön ist keine Voraussetzung) vorbehalten sind.
Text: Ann-Kathrin Hipp
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