Auf der Wiese inmitten von Berlins Mitte wächst ein Pilz. Essbar ist er nicht. Wer auf der Museumsinsel etwas essen will, umrauscht von Stadtverkehr und Springbrunnen am Berliner Dom, muss sich das schon selbst mitbringen. Aushalten und Ausruhen lässt es sich dennoch hervorragend an dem von Geschichte umstellten Ort, von dem aus Berlin es überhaupt erst zu etwas gebracht hat. Hier auf diesem Flecken an der Spree wuchs das Dorf auf morastigen Grund heran, wuchs mit seiner kleinen Schwester Cölln zusammen, um schließlich als Stadt von Welt immer weiter über sich hinaus zu wachsen. Wie weltgewandt Berlin über die Jahrhunderte geworden ist, zeigen die weltberühmten Museen auf der Insel – mit bronzenen Plastiken, der schillernden Nofretete und Gemälden von niemals alten Meistern. Gerade im hinteren Teil der Insel lässt sich hier eine im modernen Berlin fast schon historische Stille genießen. Damit hier bis in alle Ewigkeit museale Ruhe herrscht, gibt es nicht mal Bänke. Und so dreht man besser eine Runde um die Insel bis zu Berlins berühmtester runder Ecke, auf der – umschlungen von der Spree – das Bodemuseum steht, prachtvoll auch ohne die 2017 spektakulär geklaute, 100 Kilo schwere Goldmünze. Der Fluchtweg der Täter entlang der S-Bahn, die die Museumsinsel oberirdisch quert, ist inzwischen abgesperrt und Angela Merkels Wohnhaus schräg gegenüber auffällig unauffällig bewacht. Der Reichtum von Berlins wertvollster Insel erschließt sich eben von innen. Und im Inneren von Berlin berühmtesten Museen kann man danach noch was essen. Ein Pils gibt’s auch.
Text: Robert Ide
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