Auf Eiswerder, der einzigen öffentlich zugänglichen Insel Spandaus wird wie wild gebaut. Hier hämmert und wummert es nicht nur vom ratternden Verkehr, der über die kleine und die große Eiswerderbrücke über die Insel geschleust wird. Im Einzugsgebiet der Wasserstadt Oberhavel, einst als Millionengrab gescheiterter Immobilienprojekte verschrien, tummeln sich nun die Projekt- und Immobilienentwickler. Auf Eiswerder gibt’s unendliche Geschichten und Geschichte: Atze Brauner drehte hier seine Edgar-Wallace-Reihe, die Senatsreserve war zu Mauerzeiten in den alten Militäranlagen versteckt. Heute gibt’s das typische Inselleben mit Bootsclubs, Restaurant, Galerien, Eventagenturen und Club, pardon: Disko (mit Bootsanleger!), passender Name: JWD. Kein Wunder, dass hier tierkundlich nicht viel los ist, inseltypische Arten sind dem Wildtierexperten Derk Ehlert nicht bekannt. Einen linguistischen Hinweis auf den ehemals dichten Baumbestand der Insel findet Tagesspiegel-Leute-Autor und Spandau-Experte André Görke in ihrem Namen, der einst „Eichswerder“ gelautet haben könnte – bevor er zu seiner jetzigen Form zurecht genuschelt wurde.
Text: Anke Myrrhe/Nadine Voß
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