Man sieht es ihr nicht an, aber die Rousseau-Insel im Tiergarten ist kein Berliner Original. Als Landschaftsgärtner Sello ab 1792 damit begann, den ehemaligen Entwässerungsgraben trocken zu legen und die sogenannte „Neue Partie“ zu gestalten, formte er das Eiland nach dem Vorbild jener Insel nordöstlich von Paris, auf der Jean-Jacques Rousseau zwischenzeitlich seine letzte Ruhe fand – nur dass es bei uns keine Pappeln sind, die darauf wachsen, sondern Erlen. An der Stelle, wo in Berlin heute die von Günter Anlauf geschaffene Säule steht, stand im 19. Jahrhundert eine Schmuckurne zu Ehren des französischen Aufklärers und Philosophen, die aber irgendwann abhanden gekommen ist (Hinweise an checkpoint@tagesspiegel.de). Die beste Sicht haben SpaziergängerInnen vom Ufer gegenüber: Hier kann man in Gesellschaft von Enten und Schildkröten(!) seinen Gedanken nachhängen. Rousseau hätte das gefallen.
Text: Florenz Gilly
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