„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein; Und dann nischt wie raus nach Wannsee!“ Klassiker, kennt jeder. Was viele nicht wissen: Wannsee ist auch eine Insel (hier zu finden) – die deutlich größer ist als das namensgebende Gewässer. Das Eiland besticht nicht nur mit seiner Natur (hier gibt es Berlins einzige Mufflon-Herde!), sondern vor allem durch seine Villen in der Kolonie Alsen. Die entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde schnell zum place to be für das Berliner Bürgertum. Den Schatten, der bis heute über der Insel liegt, brachten die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung 1933. Jüdische Bürger wurden enteignet und deportiert, ihr Eigentum „arisiert“ oder weit unter Wert erworben. Im Januar 1942 kamen in der Villa Marlier Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und SS-Behörden zusammen, um den systematischen Holocaust zu organisieren und koordinieren. Heute erinnert daran die Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“. Also nicht nur Badehose einpacken, sondern auch Zeit für eine schmerzhafte Geschichtsstunde mitbringen.
Text: Felix Hackenbruch
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