Von weitem sieht es so aus, als gäbe es auf dem Kleinen Wall (liegt hier in der Havel bei Spandau) mehr Wochenenddomizile als Quadratmeter: Das gesamte Nord-Ost-Ufer der winzigen Insel ist vollgepackt mit Lauben und Häuschen. Davor im Wasser bietet ein großes Schild „Frühstück“ an, doch der untere Teil („ab 10 Uhr geöffnet“) ist fett überklebt mit dem mit Hinweis: „Privatgrundstück – Betreten verboten“. Das Restaurant „Zur Liebesinsel“ empfängt schon lange keine Gäste mehr. Und selbst die kleine Schwanenfamilie heißt unser Floß (auszuleihen z.B. beiHuckleberrys) nicht gerade gastfreundlich an der Insel willkommen. Naturkundlich ist hier nicht viel los, sagt Wildtierexperte Derk Ehlert, auf den Dalben im Wasser rundherum allerdings schon: Es gibt Kormorane und allerlei Arten von Möwen, darunter ein Sturmmöwenpaar, das jedes Jahr aufs Neue hier brütet. Den Spitznamen „Liebesinsel“ haben dem Kleinen Wall allerdings nicht die paarungsfreudigen Tiere eingebracht, sondern ebensolche Soldaten, die sich um 1900 hierher zurückzogen. Ob es damals Frühstück gab? Checkpoint-Wertung: 1 von 5 Punkten.
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