Unendlicher Spaß
Ende Januar kommt als Gastspiel ein Stück in die Volksbühne, dessen Titel so gut zu Berlin passt wie kaum etwas anderes: „Unendlicher Spaß“. Das ist natürlich äußerst zynisch: In dem Buch von David Foster Wallace, das dem Stück zugrunde liegt, geht es zwar auch um Vergnügliches, vor allem jedoch um ein Leben mit Depressionen. Etwas, das dieser Stadt auch bald drohen könnte, möchte man meinen. Oder dem ganzen Land – betrachtet man die Debatten des letzten Jahres, die oft von Hass und Hetze dominiert waren. Deshalb lohnt es, sich einmal mit dem Werk von Foster Wallace zu beschäftigen, der sich 2008 das Leben nahm. Besonders wichtig ist sein Essay „This is Water“, den man im Original hier anhören kann. Er handelt vom Offensichtlichen und Allgegenwärtigen als am schwersten zu erkennenende und zu diskutierende Tatsachen, vom Denken als „Entscheidung für das, worüber es sich nachzudenken lohnt“ und von der menschlichen Eigenschaft, die Welt vor allem aus der eigenen Perspektive zu betrachten statt mit den Augen anderer.