Warum ist der rote Teppich rot?
Im Mai 2024 bekam ich Post von einem 12 Jahre alten Jungen mit dem Namen Tim, der sich meine Tagesspiegel-Anschrift von seiner Schwester hatte heraussuchen lassen (wie er sagte). Handschriftlich fragte er, ob ich gerne „Chef“ sei und was passiere, wenn jemand einen Fehler macht. Wie immer hatte ich keine Zeit, antwortete dann aber doch, zwar Wochen später, dafür ziemlich ausführlich.
Dass ich damit unwissentlich (und unfreiwillig) Teil eines Projekts geworden war, bekam ich erst ein gutes Jahr später mit – per Einladung zur Buchvorstellung. 103 mehr oder weniger Prominente waren von Kinderhand mit unterschiedlichsten Fragen angeschrieben worden, 74 haben mal mehr, mal weniger bemüht geantwortet (oder antworten lassen).
Hinter der Idee steckt Marion Uhrig-Lammersen. Sie hat die Fragen und Antworten in dem Buch „Warum ist der rote Teppich rot?“ versammelt – eine kurzweilige und lehrreiche Lektüre, die so manche überraschende, zuweilen auch enttäuschende Erkenntnis über die Haltung bekannter Persönlichkeiten gegenüber scheinbar naiven, oft aber doch sehr klugen Kinderfragen bereithält.
Wie Ludwig Wittgenstein auf Kinderfragen reagiert hat, wissen wir nicht – dafür aber, dass er vor seiner Beschäftigung mit der Philosophie von 1906 an zwei Jahre in Berlin Maschinenbau studiert hat. Er weiß also doppelt gut, wie die Dinge zusammenwirken – zum Beispiel so: „Wer Kindern einen Zugang zur Welt öffnen will, muss ihnen den passenden Schlüssel dafür in die Hand geben. Dieser Schlüssel ist die Sprache.“
In diesem Sinne ist „Warum ist der rote Teppich rot“ ein in vielfacher Hinsicht aufschlussreiches Buch (Selbstverlag, zu bestellen bei Amazon). Marion Uhrig-Lammersen hat dem Checkpoint zwei Exemplare zur Verfügung gestellt. Wir verlosen sie unter denjenigen von Ihnen, die uns unter checkpoint@tagesspiegel.de eine richtig schöne Kinderfrage stellen.