Touri in der eigenen Stadt: ein Streifzug durch den Großen Tiergarten
Fernsehturm, East Side Gallery, Spreedampfer & Co: Team Checkpoint empfiehlt 36 Berlin-Klassiker, die von Touris geliebt und von Berlinern meist gemieden werden. Für alle, die einen Blick über den Kiezrand wagen und ihre Stadt neu entdecken wollen. Heute: ein Streifzug durch den Großen Tiergarten.
Der Tiergarten ist im Verhältnis zu den berühmten Parks anderer Städte eher klein, aber für einen Spaziergang oder eine Programmpause gerade deshalb bestens geeignet. Die kurvig angelegten Wege laden zum gefahrlosen Verlaufen ein, und wem danach ist, kann nebenbei die großartige Berlin-Biographie von Jens Bisky hören. Heute kaum mehr vorstellbar, dass der Tiergarten nach dem Krieg nahezu vollständig gerodet war – in der Not wurden Bäume als Brennholz verfeuert, auf den Brachflächen Gemüsegärten angelegt und Kartoffeln gepflanzt. Seinen Namen hat der Tiergarten übrigens nicht wegen des Zoos am südwestlichen Ende, sondern weil hier zur Befriedigung der Jagdlust des Kurfürsten von Brandenburg in einem eingezäunten Areal Wildschweine und Hirsche ausgesetzt wurden. Friedrich der Große ließ die Zäune 1742 niederreißen und erklärte den Tiergarten zum Lustpark für die Berlinerinnen und Berliner.