„Hm, hast du gepupst?“
Falls Sie sich fragen, was hier so komisch riecht: Heute ist „Hast-du-gepupst?-Tag“. Erfunden hat den der Comic-Zeichner Bastian Melnyk, der sich hier im Interview Luft macht.
Wie kam dieser, nun ja, Feiertag zustande?
„Ich mache ja seit 2005 den Fred-Comicund habe circa 2008 angefangen, Kalender als pdf zu basteln, und dachte mir: die sind so leer! Dann habe ich die Feiertage eingefügt, die es schon gibt, und welche hinzuerfunden, bis das Jahr voll war. Jedes Jahr wechsele ich ein paar aus, die mir nicht mehr so gefallen. Beim Hast-du-gepupst-Tag dachte ich mir einfach, dass es lustig ist, wildfremde Leute zu fragen, ob sie gepupst haben, unabhängig davon, ob es einen Anlass dafür gibt oder nicht.“
Wie begeht man diesen Tag sinnvollerweise?
„In Anbetracht der Situation eher drinnen. Aber wie gesagt: das ganze Jahr ist voll mit Tagen, die ich mir ausgedacht habe. Beliebt ist der Tag der schlechten Wortspiele am 12. November, vor allem bei Radiosendern. Meine Lieblingstage sind noch der Einen-Elefanten-zeichnen-Tag und der Mit-Absicht-Geld-verlieren-Tag. Der Gedanke da ist, dass man zum Beispiel in der Bahn ein paar Cent hinterlässt. Das tut nicht weh, die zu verlieren, aber das Finden bringt jemandem Freude. Da kreiert man so ein positives Ungleichgewicht.“
Wäre für den Pupstag ein Termin im Sommer nicht besser geeignet?
„Richtig. Aber man kann ja jetzt über Zoom vielleicht jemanden anrufen und, sobald ein Geräusch kommt, fragen: Hm, hast du gepupst? Auch wenn der oder die Andere sich gerade stummgeschaltet hat.“