Encore
Hacking hat oft etwas mit Zweckentfremdung zu tun – man hackt sich nicht bloß in Systeme, um drin zu sein, sondern um sie den eigenen Anweisungen folgen zu lassen – oder um herauszufinden, was noch in ihnen steckt. Der US-Soundkünstler Nicolas Collins hat 2006 sein Buch „Handmade Electronic Music“ herausgebracht, das in einfachen, elektrotechnisch nicht allzu komplexen Beispielen zeigt, wie man alles mögliche Gerät, mithilfe eines Lötkolbens und ohne Gefahr für Leib und Leben, zu musikalischen Äußerungen verleiten kann. Hardware- statt Software-Hacking nennt sich das. Der Musiker Krach der Roboter tritt seit über zehn Jahren mit solchen zweckentfremdeten Objekten auf. Er dreht an Knöpfen, verbindet Drähte und lötet zum Teil live an den offenen Schaltkreisen der Geräte, die sein Ensemble bilden. Wie sowas geht, wird ab und an in Workshops vermittelt, wie sie Hacker beispielsweise in Neukölln im common ground (Weisestraße 24) anbieten. Aber bevor es wieder soweit ist, hacken wir erst mal den BER und erklären ihn Sonntagvormittag zum Radtourgelände – bevor der Flugbetrieb losgeht. Vielleicht sehen wir uns dort.