Encore
Der ganze Alexanderplatz ist vom Veganen Sommerfest besetzt. Wirklich der ganze Alexanderplatz? Nein! Ein von einem unbeugsamen Katzenliebhaber bestellter Stand trotzt jedem Ernährungs-Trend. Unauffällig ins Programm des Fests gemischt, hinkt seine thematische Anbindung ein wenig oder umschleicht schnurrend die Stände: Es handelt sich nämlich um eine Katzenverhaltensberatung. Wer seine Katze nicht versteht, kann sich hier melden – statt womöglich frustbedingt wieder Carnivor zu werden. Oder so ähnlich. Ein erster Schritt könnte so aussehen: Hierzulande sagen Katzen genauso miau wie weißrussische, bulgarische, kroatische, finnische, ido sprechende, litauische, polnische, portugiesische, romanische und spanische Katzen. Die Chancen, hierzulande mit ihnen klarzukommen, stehen also ganz gut. Aber Obacht, arabische Katzen sagen مٌواء, vietnamesische meo, indonesische meong, englische meow, französische miaou, niederländische miauw, chinesische (Mandarin) 喵, italienische miao, türkische miyav, dänische miav. Auf Bengali machen sie ম্যাঁও, auf Kyrgysisch meogre, auf Esperanto miaŭ, auf Filipinisch ngiyaw, auf Urdu میاؤں, Isländisch mjá, Tschechisch und Slowakisch mňau, auf Kapampangan ngeung, Estnisch njäu, Lettisch ņau, Ukrainisch nyav, Lojbanisch mi‘au, Griechisch νιάου, Japanisch ニャー, Koreanisch 야옹, Hebräisch מיאו, Yiddisch מיאַו, Serbisch mjay, Ungarisch miáú oder nyaú, Malaysisch miaw, Slowenisch mijav. Auf Afrikaans heißt das miaau, auf Albanisch mjau. Auf Finnisch machen sie auch mal kurnau, Kroatisch auch mal mijau, Norwegisch und Schwedisch mjau, Russisch мяу. Natürlich gibt es auch lokale Dialekte und ganz individuelle Varianten. Persönlicher Favorit: Bei James Joyce macht die Katze Mrkgnao. Mrkgnao, wie süß ist das denn? Nein, natürlich sind Katzen nicht wirklich süß. Zucker ist süß.