Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Kornelia Boje (80), Schauspielerin, Autorin, Synchron- und Hörspielsprecherin / Hamze Bytyci (40), Schauspieler, Vorstandsvorsitzender des Vereins RomaTrial e.V. / Rodrigo „Rod“ Andrés González Espindola (54), Musiker, Bassist, Komponist und Sänger bei „Die Ärzte“ / Wolfram Heicking (95), Komponist, Musikwissenschaftler und Hochschullehrer / „Dr. Wolf Heyer ist mir in der Wendezeit in Kleinmachnow zu einem Freund geworden. Seine Frau und er leben seit vielen Jahren in Würzburg. Herzlichen Glückwunsch, Hans-Joachim Melchior“ / „Alles Gute zum Geburtstag geliebte Jani-Maus“ / Maja Lasić (43), ehem. für die SPD im AGH / Barbara Schöne (75), Schauspielerin / Günter M. Ziegler (59), Mathematiker und Präsident der FU Berlin
Gestorben – Magdalena Marita Aust, * 17. Oktober 1957 / Sigrid Gladrow, * 11. August 1940, Diplom-Juristin / Alexandra Rehm, * 6. Dezember 1961 / Christa Schwarz, * 2. April 1940
Stolperstein – Julius Schlome wurde am 2. August 1891 in Janowitz (heute Janowiec/Polen) geboren. Er studierte Jura in Breslau, promovierte zum Dr. iur. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zum Fronteinsatz und wurde im März 1918 entlassen. Im Mai 1920 machte er sein zweites Staatsexamen, arbeitete ab November 1927 als Landgerichtsrat beim Landgericht Berlin und war als Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Berlin-Mitte tätig. Er unterstützte die junge Weimarer Republik und war seit 1922 Mitglied im Republikanischen Richterbund. Ab April 1933 wurde er zunächst zwangsweise beurlaubt. Da er Frontkämpfer gewesen war, konnte er zwar im Dienst bleiben, wurde aber als Amtsgerichtsrat nach Stettin zwangsversetzt. Nach dem Erlass des „Reichsbürgergesetzes“ im September 1935 erhielt er zum Ende des Jahres endgültig Berufsverbot und kehrte mit seiner Frau Käthe nach Berlin zurück. Im selben Jahr kam der Sohn Oscar zur Welt. Ende April 1939 zog Julius Schlome mit seiner Frau Käthe und dem Sohn Oscar zu seinem Bruder Paul in die Luitpoldstraße 21. Der vierjährige Oscar konnte mit einem Kindertransport nach England gerettet werden. Käthe Schlome drängte ihren Mann zur gemeinsamen Emigration. Nach großen Auseinandersetzungen floh Käthe Schlome schließlich kurz vor Kriegsbeginn im letzten Moment nach England zu ihrem Sohn Oscar, Mutter und Sohn wanderten nach dem Krieg in die USA aus.
Julius Schlome arbeitete als unbesoldeter Helfer bei der Reichsvereinigung der Deutschen Juden in Deutschland, er musste erleben, wie seine Eltern Hermann und Auguste Schlome und dann sein Bruder Paul mit seiner Frau die Aufforderung zur Deportation bekamen. Er selbst wurde mit dem „89. Alterstransport“ heute vor 79 Jahren, am 19. Mai 1943, zunächst nach Theresienstadt deportiert. Am 28. September 1944 wurde Julius Schlome von dort nach Auschwitz verschleppt und vermutlich am selben Tag ermordet. An der Luitpoldstraße 21 in Schöneberg erinnert seit 2009 ein Stolperstein an Julius Schlome.