Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Derry Scherhant (20), Fußballspieler bei Hertha BSC / Roland Emmerich (67), Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
Gestorben – Ilse Breimair, * 28. Oktober 1943 / Babette Borchardt, verstorben am 26. Oktober 2022 / Daniel Koch, verstorben am 3. November 2022 / Wolfgang Heller, * 14. Juli 1954 / Beate Stöwe, * 21. Oktober 1966 / Kerstin Wendler, verstorben am 26. Oktober 2022, Staatsanwältin / Heidi Zerning, * 13. Juni 1940
Stolperstein – Werner Burthz wurde am 5. Dezember 1929 in Berlin geboren. Im Alter von sieben Jahren wurde Werner Burthz in die Wittenauer Heilstätten (heute Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) aufgenommen. Begründet wurde dies mit einer körperlichen und geistigen Behinderung, jedoch scheint auch eine Rolle gespielt zu haben, dass die Eltern überfordert waren. Von dort wurde der Junge zwei Wochen später in das Kinderheim Reitwein in Brandenburg verlegt.
Werner wurde später als „lebensunwert“ selektiert und im März 1942 in die „Kinderfachabteilung“ der Nervenklinik „Wiesengrund“ eingewiesen. Die Station 3 der Klinik war für „Reichsausschusskinder“ reserviert, um dort die „Behandlung“/Tötung selektierter Kinder durchzuführen. Pflegeberichte deuten darauf hin, dass Werner durchaus in der Lage war Kontakt mit seiner Umwelt aufzunehmen, Menschen freundlich zu begegnen, er beschäftigte sich mit Spielzeugen, insbesondere Hüte mochte er sehr gerne. Im „Wiesengrund“ wurden von den Gutachtern zur Tötung frei gegebene Kinder ohne Wissen der Angehörigen auch als Versuchsobjekte für medizinische Forschung zur Verfügung gestellt, unter anderem für Tuberkulose-Impfexperimente, die außerordentlich schmerzhaft waren und oft tödlich verliefen. Werner Burthz starb in Folge der Experimente heute vor 80 Jahren, am 10. November 1942. Zur Vertuschung wurde vom leitenden Arzt Dr. Hefter „akuter Magen- und Darmkatarrh bei allgemeiner Abzehrung“ als Todesursache angegeben. Am Eichborndamm 238 in Wittenau erinnert ein Stolperstein an Werner Burthz.