Essen – Für unverwechselbares Nadiner Flair müssen sich Stadtschwärmer nur wenige Schritte vor ihre Haustüren wagen! Die angestammte Kiez-Dönerbude mag auf den ersten Blick kaum Voss'sche Züge tragen – doch wer näher hinsieht, weiß: Berliner Witz und heiter-flotte Aufmunterung ist beiden zu eigen. Wie Nadine ist auch der Hausdönermann stets für seine Stammkundschaft da, Prä-Kebab-Sorgen weilen höchstens Minuten. Zieht der Stammdöner um, ist Haushaltstrauer angesagt – wenn uns das nicht bekannt vorkommt? Alles Liebe, Nadine! (Lotte Buschenhagen)
Fischen – Es muss ja nicht gleich Sardinien sein (obwohl das passenderweise eine Insel ist). Wer die sympathischsten aller Kleinstfische von all ihren Seiten kennenlernen möchte, muss natürlich nach Schöneberg reisen, einmal den Berg runter in die Grunewaldstraße 79. Hier gibt es (kein Witz!) die Sardinen-Bar, in der einst ein frisch Geborenes zum ersten Ausflug mitgenommen wurde (kein Witz!). Hier bist du ausnahmsweise nur eine unter vielen – etwas, das dir sonst niemals passiert. Doch da die anderen in ihren Büchsen bleiben, stichst du wie immer fröhlich heraus. Und mal ehrlich: Kann es je genug Sardinchen geben? Ich lad dich ein! (Anke Myrrhe)
Anstoßen – Wie eine Cocktail-Connaisseuse, der es besonders auf die Ausgewogenheit der einzelnen Spirituosen ankommt, stimmt die Truffle Pig Bar alle Getränke harmonisch aufeinander ab. Im versteckten Hinterzimmer des Kauz & Kiebitz an der Seite des Barchefs klügelt die Gästin in der Neuköllner Speakeasy-Bar wie ein Trüffelschwein originelle Kreationen für alle Geschmacksknospen aus. Mi-Sa 20-2 Uhr, Reuterstraße 47 (Sophie Rosenfeld)
Berlinbesuch – „Nadine“, die ikonische Krimikomödie von 1987, kommt in diesem Jahr erneut in die Berliner Kinos – allerdings ist noch ungewiss, wann und wo genau. Über das Meisterwerk schrieb Roger Ebert seinerzeit, die Hauptdarstellerin sei „unbezähmbar“ und „zielstrebig“und habe außerdem „ein großes Herz“. Auch Szenen, in denen es eigentlich nicht viel zu lachen gebe, meistere die Grande Dame des Charakterfachs problemlos – und ringe ihnen Witz und Unterhaltung ab. Wir freuen uns sehr über die Reprise des bahnbrechenden Filmklassikers – und auf ein baldiges Wiedersehen mit „Nadine“. (Kathrin Maurer)
Karten sichern – Lange galt sie als Geheimtipp, doch mit den Jahren hat sich die Rixdorferin Nadine Voß in das Herz ihres Publikums musiziert. Sie gilt als eine Virtuosin des Nasenflötens. Legendär ist ihre Adventsguerilla im Kürbiskostüm vor dem Rathaus Neukölln. Das Konzert im Februar musste von der Bar Kleinod nur zwei Tage nach Vorverkaufsbeginn hochverlegt werden. Also: Schnell sein und Karten für Nadines Nasenflötengala im Estrel Hotel sichern. Sonnenallee 225, Sa, 4.2., ab 19 Uhr. (Sarah Borufka)
Mein Wochenende mit…Kevin: „Immer so ein Theater um die Hauptstadt, Berlin dies, Berlin das… Jeder Frischling weiß doch: Das Beste an Berlin ist in Wahrheit das Beste von anderswo. Import – Export. Zum Beispiel, um beim Theater zu bleiben, das Theatertreffen: Woher kommen denn die Ensembles zu Berlins ältestem Theaterfestival angereist? Eben. Und woher überhaupt die Idee eines Theaterfestivals? Richtig, aus Recklinghausen. Die Ruhrfestspiele, auch wenn sie erst seit 1965 so heißen, sind nämlich in Wahrheit älter als das Berliner Theatertreffen. Auch wenn das schon seit 1964 so heißt. Das ist verwirrend, zugegeben. Ist aber trotzdem so, sagt Nadine. „Dat is eijentlich janz einfach“, sagt sie. Die weiß sowas, die arbeitet nämlich bei der Zeitung. Außerdem ist Nadine Nasenflöten-Virtuosin. Dass Brandenburg ein eigenes Wildschwein-Nasenflötenorchester hat, ist ihrem Einfluss und Unterricht zu verdanken. Nadine gehört nämlich zu jener seltenen Sorte von Zweibeiner:innen, die drögem Alltag Herz verleihen, die Menschen und Tiere zusammenbringen. Ist so. Dass sie manchmal komisch redet — falsches Berlinern quasi, aber souverän — liegt übrigens daran, dass sie auch ein Recklinghäuser Original ist. Wie die Ruhrfestspiele. Oder Hape Kerkeling, falls Sie den kennen – vermutlich nicht. Aber Nadine, die kennen Sie natürlich. Die ist famos. Mit das Beste an Berlin. Die empfehle ich. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“ (Thomas Wochnik)