Berlin heute
Verkehr – Grunerstraße (Mitte): Auf Höhe Littenstraße ist pro Richtung nur eine Spur befahrbar.
A114: Ab 18 Uhr ist die Fahrbahn zwischen AS Schönerlinder Straße und AS Pasewalker Straße einschließlich der AS Bucher Straße in beiden Richtungen gesperrt (bis 27.4.)
S-Bahn: Die S25 ist ab 22 Uhr zwischen Schönholz und Hennigsdorf unterbrochen. Fahrgäste nutzen den Ersatzverkehr oder steigen auf die U6 und U8 um. Auch der Verkehr der S5 wird ab 22 Uhr zwischen Strausberg Nord und Strausberg eingestellt, es fahren Busse (beide Unterbrechungen bis Montag).
Gericht – Gegen einen 27-Jährigen beginnt der Prozess wegen Mordes. Er soll das Opfer auf dem U-Bahnhof Kottbusser Tor nach einem Streit um Drogengeschäfte vor einen einfahrenden Zug gestoßen haben. Der 30-Jährige wurde überrollt und verstarb noch am Unfallort (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 217).
Heimuniversität – Hollywood in Potsdam: Auch an der Filmuniversität Konrad Wolf in Babelsberg hat in dieser Woche das Semester begonnen – online, versteht sich. Wer neugierig ist, oder seine tägliche Dosis Arthouse sucht, findet auf der Webseite studentische Produktionen im Stream: Film ab!
Berlin vor 75 Jahren – 24. April 1945 (Tag 4 der Schlacht um Berlin): „Wir schliefen nochmals in unserem Schlafzimmer, alle an deren Hausbewohner im Luftschutzkeller. Unaufhörlicher Kanonendonner die ganze Nacht. (...) Spandau, Pankow und Schönwalde in den Händen der Russen. Das liegt im Norden und Nordosten. Ich glaube aber, dass sie jetzt schon bis an den Alexanderplatz vorgedrungen sind. (...) Hanni und ich waren wieder einkaufen auf Marken. Die Kanonen dröhnen in und um Berlin. An der Halenseer Brücke war kurz vorher eine Granate in eine Schlange von einkaufenden Frauen eingeschlagen. Ich selbst habe die Toten gesehen. Es waren 78 Frauen. (...) Auf dem Weg nach Hause flogen uns die Splitter nur so um den Kopf. Ich hob einen größeren auf, er war noch heiß. Die ersten Verwundeten kamen uns entgegen. Arm u. Kopfschüsse. – Alle Menschen hasten. Es ist inzwischen Nervosität unter die Menschen gekommen. Die Nachrichten wegen Waffenstillstand mit den Westmächten haben sich noch nicht bestätigt. Da wir keinen Strom u. daher kein Radio haben, Zeitung sowieso nicht, wissen wir überhaupt nicht, was eigentlich los ist. (...)“
An dieser Stelle lesen Sie bis zum 75. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai Auszüge aus den Tagebüchern des Berliner Verlegers Curt Cowall.