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Warum Kevin Kühnert den SPD-Parteitag verschieben wollte
Man müsse die älteren Genossen schützen, soll Kühnert gesagt haben. Die meldeten sich prompt zu Wort. Von Julius Betschka
Foto: Kay Nietfeld/dpa
Was die CDU auf Bundebene kann, kann die Berliner SPD fast genauso gut: Kevin Kühnert hat am Montagabend im SPD-Landesvorstand versucht, den Parteitag am kommenden Wochenende kurzfristig zu verschieben. Der Grund? Das Coronavirus, soll Kühnert gesagt haben, man müsse die älteren Genossen schützen. Heidemarie Fischer, Vorsitzende der AG60plus, konterte Kühnert: „Wir können auf uns selbst aufpassen.“ Auch Innensenator Andreas Geisel soll kein Problem gesehen haben. Ganze 20 Redebeiträge sammelten sich, abgestimmt wurde letztlich nicht, weil die Mehrheit für den Parteitag als sicher galt. Vermutet wurde parteiintern, dass sich die Parteilinke um Juso-Chef Kühnert noch ein wenig länger jene Beinfreiheit bewahren will, die sie zu verlieren fürchtet, wenn Franziska Giffey und Raed Saleh den Landesvorsitz am Wochenende übernehmen. Andere Stimmen in der Partei bezeichneten das Treffen mit 250 Delegierten im Neuköllner Hotel „Estrel“ dagegen als „potenziellen PR-Gau“. Die Devise scheint jetzt trotzdem: Maske auf und durch.