Bewölkt bei bis zu 26°C, vereinzelte Schauer möglich

Gegen „sozialen Tsunami“: Berliner Grüne wollen Energiekonzerne an Härtefallfonds beteiligen „Letzte Generation“: Klimaaktivisten werden mit Strafverfahren, ersten Prozessen und Gebührenbescheiden konfrontiert „Existenzgefährdet“: Betreiber von Berliner Clubs warnen vor Abwärtsspirale

auch an diesem Samstag starten wir mit einem Blick auf das aktuelle Nachrichtengeschehen in Berlin:

+++ Die Berliner Grünen-Fraktion hat Vorschläge vorgelegt, um die Energiekrise abzufedern. Sie will prüfen, ob die Energiekonzerne als „Krisengewinner“ aushelfen sollen – diese reagieren verhalten. Wie die Grünen einen „sozialen Tsunami“ verhindern möchten, berichtet Anna Thewalt.

+++ Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ blockierten zuletzt immer wieder Straßen im Berliner Stadtgebiet. Die Folge: Eine Welle von Strafverfahren und erste Prozesse. Zudem verschickt die Polizei nun Gebührenbescheide. Für das Ablösen angeklebter Menschen von den Straßen werden meist 241 Euro verlangt. Weitere Details von Alexander Fröhlich.

+++ Die verborgene Krise der Berliner Clubszene hat zu tun mit steigenden Kosten und zu wenig verfügbarem Personal. Die Läden sind zwar geöffnet und die Party geht weiter. Doch die Betreiber sehen sich in ihrer Existenz gefährdet – und warnen vor einer Abwärtsspirale, weiß Christoph Kluge zu berichten.

Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie wie gewohnt über alle wichtigen Entwicklungen in und rund um Berlin.

Heute vor 137 Jahren beobachtet der Astronom Ernst Hartwig am estnischen Tartu Observatoorium die Supernova S Andromedae im Andromedanebel, heute vor 65 Jahren kehren die beiden Hunde Belka und Strelka wohlbehalten von ihrer Sputnik 5 Mission auf die Erde zurück und, da wir bei Sternen sind: Heute vor vier Jahren erschien der erste Comic von Naomi Fearn im Checkpoint.

Mein Wochenende mit

Durchgecheckt

Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.

„Hach, die Ferne. Sie wissen ja, die Romantiker haben sie so schön verklärt, dass uns noch heute nach ihr verlangt. Als romantisch gilt sie natürlich nur, solange sie unerreichbar bleibt. Aber das tut sie doch prinzipiell, sagen Sie? Erreicht werden könne die Ferne niemals, denn hat man sie einmal erreicht, sei sie schließlich nicht mehr fern. Oder doch? Tadaaa, der technische Fortschritt: Man stelle sich einmal vor, was es wohl für das Augenpaar eines Hans Lipperhey um 1608 bedeutet haben muss, diese für uns so selbstverständliche Entdeckung zu machen: Ein mit Gläsern versehenes Rohr holt die Ferne ganz nah heran, ohne den Standort von Sehendem oder Gesehenem zu verändern. Das Wunder der nahen Ferne. Ich selbst fand ja bis vor Kurzem, dass alles das, was man sich heutzutage so zwischen Auge und Landschaft steckt – insbesondere Displays mobiler Fernsprechapparate – unsinnlicher Firlefanz sei. Chantal aber, die progressive Sau von Nebenan, drückte mir neulich ihren Fernstecher in die Hufe – ein kleines Wunder, sage ich Ihnen! Wer meint, mit einem Tele-Objektiv an der Kamera ein ähnliches Erlebnis zu erzielen: nichts da. Erstens, sieht man mit zwei Augen besser und ganz anders. Zweitens, ist es etwas ganz anderes, die Natur schlicht zu beobachten, ohne ständig daran zu denken, ihr Abbild festzuhalten. Das zu tun empfehle ich. Etwa an einem der vielen Vogelbeobachtungsplätze Brandenburgs. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“

Lese­empfehlungen

Fast hat man sich schon wieder so sehr daran gewöhnt, selbstverständlich ins Restaurant zu gehen, dass man kaum noch daran denkt, wie es letztes Jahr war. Dabei fehlt es in der Gastronomie an Personal, wie Jana Weiss (Abo) schreibt.

Wenn die Menschen in eine Musical-Vorstellung in Brandenburg sogar aus Berlin anreisen (hört, hört!), muss es sich ja um etwas Besonderes handeln. Silvia Passow (Abo) hat sich das queere Spektakel angeschaut.

Auf Balkonen hat man ihnen applaudiert, die Kritik daran, dass der Applaus ohne Konsequenzen verpuffen würde, abgewunken. Was von der Wertschätzung für Ärztinnen und Ärzte am Anfang der Pandemie heute noch übrig ist, erzählt ein Arzt Hannes Soltau (Abo).
 

Wochen­rätsel

Gewonnen! Wie bitte, Berlin soll Probleme haben? Ach, Sie meinen das mit den Wahlen? Das gilt doch aber längst nicht mehr, es gibt jetzt nämlich eine… 

a) …AG Gute Wahlen in Berlin
b) …AG Wilde Wahlen in Berlin
c) …AG Bodenlose Wahlen in Berlin

Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, weiß Bescheid.

Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.

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Encore

An dieser Stelle gibt’s es den letzten Neun-Euro-Ticket-Tipp für Kurzentschlossene, ab Montag müssen Sie sich wieder ohne den Checkpoint auf Reisen begeben. Alles, was Sie tun müssen, ist, den Checkpoint lesen, um 9 Uhr am Hauptbahnhof stehen und losfahren. Heute geht’s nach: Hamburg
 
Hinfahrt: Berlin Hbf 9.25 Uhr 
Ankunft: Hamburg Hbf 13.41 Uhr 
Umstiege: 1
ErlebenKäpt'n Schwarz Hafenrundfahrt Hamburg (4,6 Google-Sterne, letzte Bewertung „In seiner norddeutscher Art sich in seine Fahrgäste einzufühlen begleitet der Kapitän die Hafenrundfahrt mit Wissenswertem und mit seinen Späßchen. Es werden markante Plätze genauso angelaufen wie kleine Fleckchen vom alten Hafen. Eine gute Stunde, in der man sich zurücklehnen und Hamburg ohne Stress erkunden kann.“) 
Essen & Trinken: „St. Pauli-Landungsbrücken“ (4,6 Google-Sterne, letzte Bewertung „Sehr lecker lecker. ?“)
Sonstiges: „Das Wetter in Hamburg ist gar nicht so schlimm. Hamburg hat 133 Regentage. München zum Beispiel hat 40 Regentage mehr.“ 
Rückfahrt: Hamburg Hbf 20.21 Uhr 
Ankunft: Berlin Hbf 00.34 Uhr 
Umstiege: 1
 
Für überfüllte Züge, kurzfristige Ausfälle und Betriebsstörungen übernimmt der Checkpoint keinerlei Haftung. Wir freuen uns aber sehr, wenn Sie uns Fotos von Ihrer Reise schicken: Checkpoint@tagesspiegel.de

Heute früh hat Ihnen Lionel Kreglinger (Produktion) die Wochenend-Ausgabe auf den Bildschirm gezaubert, am Montag lesen Sie an dieser Stelle von Lorenz Maroldt. Haben Sie ein schönes Wochenende!
 

Ihr Thomas Wochnik