der Wahlkampf 2021 könnte unerwartet spannend werden – die Frage ist nur, welcher Wahlkampf. Und das kommt so: Dr. Franziska Giffey, die ohne Zwischenlandung auf der Landesebene von der Bezirks- in die Bundespolitik durchgestartet ist, darf ihren Doktortitel behalten. Das Präsidium der FU lässt sie mit einer Rüge davonkommen, weil sie in ihrer Dissertation die „Standards wissenschaftlichen Arbeitens nicht durchgehend beachtet hat“. Dieser ausnahmsweise mal vermiedene Totalschaden eröffnet der SPD ganz neue Möglichkeiten.
Eine Option ist Giffeys Spitzenkandidatur fürs Rote Rathaus in zwei Jahren. Michael Müller kann sich dann ohne allzu großen Gesichtsverlust in den Bundestag verabschieden und hätte mit Giffey eine Nachfolgerin, die – wie niemand sonst in der SPD – nicht nur die bekanntlich recht überschaubar gewordene SPD-Stammwählerschaft mobilisieren, sondern auch links und vor allem rechts davon abräumen könnte: Es dürfte eine Menge Leute geben, die sich unter Freiheit etwas anderes vorstellen als die allumfassende Berliner Verwahrlosung und die es auch in Ordnung fänden, wenn hin und wieder mal eine Regel durchgesetzt würde – und die mit der Berliner Dregger-Wegner-Wansner-CDU trotz alledem wenig anfangen können.
Für diese Variante müsste Giffey allerdings unfallfrei die Abgründe des Berliner SPD-Landesverbandes überwinden. Bei dem weiß man ja nie, ob er sich hinter einer Spitzenkandidatin ohne allzu strengen Stallgeruch scharen mag oder doch den prinzipientreuen Untergang vorzieht. Dem könnte Giffey mit der zweiten Variante entkommen, die sich gut vernetzte Koalitionäre ausmalen: Ums Rote Rathaus hätte sich Giffey selbst mit aberkanntem Titel bewerben können, lautet ihre Version. Nun aber kann sie sich den tief gespaltenen und teilweise radikal linken Berliner SPD-Verband ersparen – und auf der Bundesebene bleiben. Als Kanzlerkandidatin. Wenn irgendwer das Zeug habe, die SPD aus dem Jammertal zu führen, dann Giffey: Ost-Biografie, Regierungserfolge (die Gruselgeschichten von kollabierten Behörden kamen nie aus Neukölln), Ehrgeiz, Charisma und diese Kombination aus Empathie und Konsequenz, mit der einst Heinz Buschkowsky berühmt wurde.
Der Vollständigkeit halber sei noch das „Modell Willy Brandt“ als dritte denkbare Variante erwähnt: 2021 ein klarer Sieg für die SPD in Berlin und später die Kanzlerkandidatur. Mag sein, dass diese These steil ist, aber angesichts der aktuellen Konkurrenz sowohl im Land als auch im Bund scheint sie auf den zweiten Blick schon weniger abwegig als auf den ersten.
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Mit dem Rad oder zu Fuß – sichtbar auf der Straße
Sicher bei Dämmerung und Dunkelheit zur Schule? Das geht am besten mit heller Kleidung und leuchtenden Reflektoren auf Jacke und Hose. Denn so gekleidet werden Schüler von Autofahrern schneller gesehen. Mehr Infos gibt es bei der Unfallkasse Berlin – Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung der Hauptstadt: www.unfallkasse-berlin.de
Passend zu Halloween ein Blick in die Finsternis der Berliner Wälder: Mindestens 15 Mal ist in den vergangenen fünf Jahren in Gebäude der Berliner Forsten eingebrochen worden. Die sind zwar überwiegend rund ums Jahr bewohnt, befinden sich aber naturgemäß meist in eher dünn besiedelten und schlecht beleuchteten Gefilden. Schwerpunkt der Einbruchserie ist der Bereich des Forstamtes Köpenick, gestohlen wurden laut Umweltverwaltung „alle Arten von Motor- und Elektrowerkzeugen, insbesondere Motorsägen und kleinere Maschinen“ (ohne Gewehr). Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 250.000 Euro. Dabei wurden schon etwa 60.000 Euro in Alarmanlagen und Umbauten für mehr Sicherheit investiert.
Diese Bilanz ist in mehrfacher Hinsicht bitter: 1. ist nur ein einziger misslungener Einbruchsversuch aktenkundig, 2. ist nichts von dem Diebesgut wieder aufgetaucht, 3. sind zwar von einem Beutezug zwei Tatverdächtige bekannt, die die Polizei aber nicht aufspüren konnte, 4. wurde nach CP-Informationen in mindestens einem Fall sogar die kürzlich nachgerüstete Alarmanlage lahmgelegt und 5. sind die Objekte nicht versichert, sodass Reparaturen und Ersatzgeräte aus dem laufenden Haushalt finanziert werden müssen. Und der ist angespannt, weil die Forsten wegen des bundesweiten Waldsterbens zurzeit wenig Geld für ihr Holz bekommen, weil ihnen seit 2018 hunderttausende Setzlinge vertrocknet sind und weil das Personal seit dem Spätsommer in Sonderschichten die Bäume an Straßen und Wegen kontrolliert, um Unglücke wie das am Montagabend auf der Koenigsallee zu verhindern.
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Wie viel Heimat steckt in Europa? Darüber diskutieren Katrin Göring-Eckardt MdB, Vorsitzende und Erhard Grundl MdB, Sprecher für Kulturpolitik, der grünen Bundestagsfraktion mit der Journalistin Géraldine Schwarz und der Musikerin Balbina im vierten Teil ihrer Gesprächsreihe über Heimat.
Anmeldung hier:
www.gruene-bundestag.de/termine
Von den seit 2017 aufgelaufenen 75 Mio. Euro für Radschnellwege im Etat des Bundesauspuffministers ist bisher noch nicht mal eine Million abgeflossen, berichtet der Berliner MdB Stefan Gelbhaar (Grüne), der die Bundesregierung danach gefragt hat. Der Topf ist also randvoll – und Berlin langt jetzt zu: Gerade wurden dem Land 4,44 Mio. Euro für Planung und Bau des Radschnellweges Königsweg – Kronprinzessinnenweg bewilligt. „Die Gründung der InfraVelo GmbH macht sich insbesondere für die Radelnden im Südwesten Berlins bezahlt“, resümiert Gelbhaar. Wobei die jüngsten Erfahrungen zeigen, dass man neue Radwege lieber nicht vor ihrer Fertigstellung loben sollte.
Während an der Warschauer Straße der Xhainer Baustadtrat die Amazon-Hochhauspläne untergräbt (wobei die Architektenkammer ihm jetzt beisprang), tun es am Alex die Linken: Im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses forderten sie, sich vom seit Jahren geplanten Projekt des 150 Meter hohen Hines-Turmes zu verabschieden. Ihr Hauptargument ist laut „Berliner Zeitung“ ein Restrisiko, dass der darunter liegende U-Bahn-Tunnel kollabiert. Solange das nicht hundertprozentig ausgeräumt ist, wollen auch die Grünen kein Baurecht schaffen. Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) sagt, die Sache bedürfe „weiterer senatsinterner Abstimmungen“. Merke: Wer in Berlin hoch hinaus will, sollte die (Zeit-)Rechnung nicht ohne Berlin-Zulage machen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
CDU-Landeschef Kai Wegner hat auf Xing einen Beitrag zur Flüchtlingspolitik verfasst, in dem u.a. steht, „die Taxidienste der sogenannten Seenotretter ermutigen zum Fluchtversuch“. Zählt es bei der AfD eigentlich auch als Ausländerkriminalität, wenn ihr ein CDU-Mann ihr migrationspolitisches Vokabular klaut?
Falls Sie es gestern Abend nicht mehr mitbekommen haben, weil die Meldung unerwartet spät reinkam: Hertha hat gegen Dynamo Dresden 8:7 gewonnen. Ja, beim Fußball.
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Mashallah! - Ein neuer Deezer Originals Podcast
In Deutschland leben ca. 4 Mio. Muslime. Eine Menge Leute mit unterschiedlichen Hintergründen. Sie eint ihr Glaube, ihre Heimat und der Wunsch, als gleichwertiger Teil der Gesellschaft anerkannt zu werden. Maschallah! besucht sie und erkundet wie sie leben und arbeiten, woran sie glauben und zweifeln. dzr.fm/MashallahPodcast
Umsonst und für draußen ist ein neuer Newsletter, der sich den Highlights des Berliner Umlandes widmet – den klarsten Seen, den buntesten Blättern, den märkischsten Landgasthöfen. Zur Premiere geht’s in den Grumsiner Forst, einen Urwald im Werden. Natürlich verraten wir auch, bei welchen geistreichen Getränken Sie sich nach der Wanderung aufwärmen können und wo Wurst auf Kunst trifft. Der „Tagesspiegel Berliner – Draußen“ erscheint wöchentlich, zum kostenfreien Abo geht’s hier.
Nur auf Druck des Senats hat die BVG im vergangenen Winter wieder U-Bahn-Stationen als „Kältebahnhöfe“ für Obdachlose geöffnet – nach dem Motto, dass eine schlechte Lösung besser ist als gar keine. Für diesen Winter wurde laut „Berliner Zeitung“ eine Alternative gefunden: In den Räumen des Sozialen Zentrums „Gitschiner 15“ soll Mitte November eine Warte- und Wärmehalle eröffnet werden. Die soll auch jenen Zuflucht bieten, die wegen des Drogen-, Alkohol- und Hundeverbots in keine reguläre Notunterkunft gehen.
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#BeBaroque: Die BAROCKTAGE der Staatsoper Unter den Linden vom 1. bis 10.11.
In Opern, Konzerten und Performances widmet sich das Festival dem vielseitigen Œuvre von Alessandro Scarlatti und Henry Purcell. Premiere am 1.11. feiert »Il Primo Omicidio«, neu inszeniert von Romeo Castellucci. Wir verlosen dafür 3x2 Karten, Teilnahme per Mail an social@staatsoper-berlin.de.
Neues aus der Digitalhauptstadt Berlin, heute: das neue elektronische Abstimmungssystem der BVV Neukölln. Nach 20-minütigem Test am Mittwochabend waren die Bezirksverordneten derart verwirrt, dass sie für den Rest der Sitzung lieber ihre Namen anzeigen ließen, um sofort zu sehen, ob sie den richten Knopf (Y/N) gedrückt hatten. Also namentliche Abstimmung aus technischen Gründen. Zwischendurch wollte der BVV-Vorsteher „der Einfachheit halber“ wieder zur Handabstimmung zurückkehren.
Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass BVG-Chefin Sigrid Nikutta demnächst umsteigt in den Vorstand der Deutschen Bahn. Laut RBB stimmte der Personalausschuss des DB-Aufsichtsrates für sie als neues Vorstandsmitglied des Konzerns. Am 7. November könnte sie berufen werden. BVG-Aufsichtsratschefin Ramona Pop will für den Chefposten der BVG möglichst wieder eine Frau finden.
Die übliche Herbstbelebung – nicht zu verwechseln mit der ebenfalls üblichen Frühjahrsbelaubung – fällt auf dem Berliner Arbeitsmarkt in diesem Jahr aus. Im Oktober waren ebenso viele Menschen arbeitslos gemeldet wie im September, nämlich rund 152.000. Die Arbeitslosenquote lag mit 7,8 Prozent sogar einen Prozentpunkt über der vom Oktober 2018.
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Sundays for Hong Kong - Was macht Hongkong so besonders und warum manifestiert sich gerade dort eine so dauerhafte Bewegung für Demokratie und Freiheit? Die Berliner Festspiele zeigen an ausgewählten Sonntagen im Gropius Bau selten gezeigte Dokumentar- & Spielfilme aus & über Hongkong und laden dazu ein, die Einzigartigkeit der Stadt & ihrer Bewohner*innen auf diesem Weg kennenzulernen. Der Eintritt ist frei.
Kläglich grüßt das Murmeltier: In beiden Berliner Zoos werden Besucher heute womöglich zum Warten vergattert, bevor sie vor verschlossenen Gehegen stehen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. Die Versorgung der Tiere sei aber gesichert. Und nun Futter bei die Fische!
Die BVG, bei der die Pointen des Social-Media-Teams bisher oft besser sitzen als die Fahrgäste, erneuert vom nächsten Jahr an ... # weiterlesen mit dem Checkpoint-Vollabo.
Der östliche Berliner Ring muss um die Rüdersdorfer Brücke womöglich bald wieder voll gesperrt werden – wegen Raserei: An einer mit Stahlplatten provisorisch überbrückten Brandstelle gilt Tempo 20, aber weil viele deutlich schneller fahren, lockert sich laut RBB die Befestigung der Platten. Die aktuellen Rekordhalter sind laut Polizei mit 112 (Pkw) bzw. 81 Stundenkilometern (Lkw) über die Platten gedonnert. Da scheint mehr als nur eine Schraube locker zu sein.
Anlässlich der Feiern zum Mauerfalljubiläum gestattet der Senat dem Handel für den 10. November einen verkaufsoffenen Sonntag. Leider gibt es diesmal kein Begrüßungsgeld.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Nein, das war alles andere als ein Elfmeter. Eher wie ein schön gezirkelter Freistoß ins Tor. Der Senat und Michael Müller haben sich sehr intensiv bemüht. Das hat sich ausgezahlt.“
Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), zu der Frage, ob die Standort-Entscheidung für den neuen Siemens-Campus nicht ein Elfmeter für die Berliner Landespolitik war, den sie kaum verschießen konnte.
Tweet des Tages
Dieses völlige Unbeeindrucktsein, wenn sich in einer knallvollen S-Bahn Reisende mit Koffern, Fahrräder und besoffene Fußballfans mit Bierflaschen stapeln – das kriegen echt nur Berliner hin.
Stadtleben
Essen – Viva México! Der im September eröffnete Street-Food-Container La Santa Lucha Cumbiera in Tempelhof besticht zwar nicht mit attraktivster Lage („hinter Netto”), dafür aber mit Tacos, Enchiladas und knallbuntem Exterieur. Auch die hochgelobten Burritos (Facebook-Bewertung: „OBERGEIL!“) können gleich auf der anliegenden Terrasse bei mexikanischer Musik verspeist werden. Halloween-Fans aufgepasst: Anlässlich des Día de los Muertos zahlen alle Kunden in Kostüm morgen und Samstag nur die Hälfte. Mo-Fr 12-20:30, Fr + Sa bis 21 Uhr, Alarichstraße 12-17, U-Bhf Ullsteinstraße
Trinken – It’s a bar verbindet Kreuzberger Retro-Chick mit Flat Earth Comedy, Jazz und Elektro. Zwischen Ledersofas und Lichterketten hören die Gäste hier regelmäßig englisches Stand-Up und Live-Auftritte Berliner Künstler – dazu gibt’s bezahlbare Cocktails ohne Chichi. Heute Abend launcht die Bar in einem Halloween-Special ein neues Mezcal-Menü, für Gäste im Kostüm gibt’s 20 Prozent Rabatt. Ab 19 Uhr, Spreewaldplatz 14, U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Berlinbesuch – Trotz Sanierung: Hübsch sind sie nicht gerade, die Yorckbrücken in Schöneberg. Aus Berlin sind sie dennoch nicht wegzudenken, dienen täglich als Querungshilfe zwischen Park am Gleisdreieck und Flaschenhalspark, sind viel zitiertes Postkartenmotiv und Leinwand für Sprayer und Liebenserklärungen. Dass die Brücken seit 1993 unter Denkmalschutz stehen hat mit ihrer Historie zu tun, die seit neuestem ein Geschichtsparcours vor Ort erklärt. Heute um 12 Uhr werden die Informationspunkte in einem Rundgang vorgestellt (Treffpunkt ist in Höhe des Aufgangs zum S/U-Bhf Yorkstraße, jeder kann kommen), der fortan mit Faltkarten und Flyern (download hier) selbstständig erwandert werden kann.
Geschenk – Essbare Eislöffel? Wer schon immer nach einer plastikfreien Alternative für die Feierabend-Eiskugel aus dem Café nebenan gesucht hat, wird bei Spoontainable fündig. Mit seinen veganen, gluten- und laktosefreien Löffeln aus Kakaofaser hat sich das Start-Up zum Ziel gesetzt, bis 2021 jeden Plastiklöffel durch seine „Spoonies“ zu ersetzen. Bei einer derzeitigen Mindestbestellmenge von 500 Löffeln (56,60 Euro) reicht der Vorrat für ganze viereinhalb Jahre (bei einem Durchschnittskonsum von 113 Kugeln Eis im Jahr), dafür schmeckt das Besteck nach Schokolade statt Synthetik – frei nach dem Motto „Don’t waste it – Taste it“. P.S.: Macht sich auch gut auf jedem Kindergeburtstag.
Neu in Prenzlauer Berg – Apropos Eis: Gute Nachrichten gibt’s für alle Liebhaber der Hokey Pokey-Eisdiele im Gethsemane-Kiez. Eine neue Hokey Pokey-Boutique direkt neben dem Laden in der Stargarder Straße 72 verkauft ab dem 7. November das ganze Jahr über Mitnehm-Becher, Pralinen und Schokoladen. Da kann der Winter kommen! 15-19 Uhr, Stargarder Straße 73, S/U-Bhf Schönhauser Allee
Noch hingehen – „DE-HEIMATIZE IT!“ Was bedeutet Identität, was ist Nation, wann gehöre ich dazu? "Heimat" ist der zentrale Begriff des 4. Berliner Herbstsalons, der noch bis zum 17. November ins Maxim-Gorki-Theater in Mitte einlädt. Tickets dafür sind so gut wie ausverkauft, aber die zentrale Ausstellung ist frei zugänglich. Über 40 Künstler*innen setzen mit Klasse, Herkunft und Geschichtsaufarbeitung auseinander. Ein Aufruf, nationalistischen Kräften zu trotzen und neue Zugehörigkeiten zu formulieren. Mo-Fr 16-22 Uhr, Sa + So: 12-22 Uhr
Karten sichern für den Delphi Filmpalast in der Kantstraße, der am Sonntag mit Billy Wilders „Eins, Zwei, Drei“ seinen 70. Geburtstag feiert. Tickets für 3 Euro gibt es hier.
Last-Minute-Tickets gibt es noch für das Philharmonische Kammerorchester Berlin unter Leitung von Miran Vaupotić um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie. Beethovens 5. Symphonie und Mozarts Ouvertüre aus „Die Hochzeit des Figaro“ eröffnen eine „orientalische Reise“. Restkarten ab 35 Euro.
Verlosung – Was 1964 als Berliner Jazztage begann, eröffnet heute zum 56. Mal als Jazzfest Berlin und weist weit über die Spree hinaus. Headliner in diesem Jahr: Anthony Braxton mit seinem weltweit erst zum dritten Mal zur Aufführung kommenden „Sonic Genome“ (leider ausverkauft). Welt- und Deutschlandpremieren ziehen sich durch das bis Sonntag laufende Programm, für die Late Night Labs im Haus der Berliner Festspiele (Beginn: 22.30 Uhr) morgen und am Sonnabend verlosen wir 5x2 Freikarten (bis 12 Uhr). Wer möchte wann?
Mit diesem Stadtleben wünschen Lotte Buschenhagen und Stefanie Golla einen erlebnisreichen Donnerstag.
30 Jahre, 30 Tage
31. Oktober 1989, 9 Tage bis zum Mauerfall – Die Ministerin für Volksbildung, Margot Honecker, tritt zurück und der stellvertretende DDR-Volksbildungsminister Günther Fuchs erteilt eine Absage an ideologische Indoktrination von Lehrenden. Weiterbildungen im Fach Marxismus / Leninismus werden ab jetzt ausgesetzt. Die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung fordert das Ende der „kleinlicher Bevormundung“. Der Tagesspiegel schreibt: „Der Staatsbürgerkunde-Lehrer solle jetzt selbst entscheiden, welche Stoffeinheiten er nicht behandele.“
Das Bild zeigt einen Schulhof in Friedrichshain 1988. FOTO: ROLF ZÖLLNER/IMAGO
Berlin heute
Verkehr – Ab 9 Uhr ist die Wolziger Zeile (Bahnübergang) in Lichtenrade bis Ende Dezember in beiden Richtungen gesperrt, der Fuß- und Radverkehr ist nicht betroffen. Am Abend sorgt Sting für Anreiseverkehr rund um die Mercedes Benz Arena und noch später am Abend (ab 21 Uhr) ist die A111 (Reinickendorf-Zubringer) Richtung Dreieck Charlottenburg (Süd) zwischen den AS Waidmannsluster Damm und Am Festplatz gesperrt (bis 5 Uhr).
Demonstration – Greenpeace demonstriert auch heute wieder unermüdlich für „Klimaschutz“ - vor dem Verwaltungsgericht in der Kirchstraße von 8.30-10 Uhr mit ca. 100 Aktivisten. „Danke Andi! Entschuldigung Deutschland!“ ist das Motto einer Demo der Linken aus Ingolstadt vor dem Verkehrsministerium in der Invalidenstraße mit ca. 10 Personen (15.30-16 Uhr). Als "Versammlung und Ritual" ist ein Spaziergang durch den Lustgarten angemeldet, mit dem Studierende des Instituts für Kunst im Kontext an der UdK einen „künstlerisch-aktivistischen Protest in Bezug auf die zukünftigen Ausstellung einer Budel-Mumie aus Chiquitana“ artikulieren (17-22 Uhr, ca. 100 Teilnehmende). Zeitgleich demonstriert gegenüber der Bloque Latinoamericano „gegen die Eröffnung vom Ethnografischen Museum im Humboldt Forum“ mit ca. 50 Personen.
Gericht – Ein 45-jähriger Vater, der seine damals vierjährige Tochter an einer Bushaltestelle mehrmals auf den Po geschlagen haben soll, kommt auf die Anklagebank. Das Mädchen sei durch die Wucht der Schläge gegen die Fahrplansäule geschleudert worden (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 571).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jörg Asmussen (53), Ökonom, ehem. Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales / Ortrun Egelkraut (67), Autorin, Redakteurin und Liebste - Alles Liebe von Klaus / Engelbert Lütke Daldrup (63), BER-Chef / Ramona Pop (42), Bürgermeisterin von Berlin und Wirtschaftssenatorin / Markus Schächter (70), Journalist und Medienmanager, ehem ZDF-Intendant (2002-12) / Ginka Steinwachs (77), Schriftstellerin, Daniel Kretzschmar (40), Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Christian Bellenbaum, Kraftfahrer bei der Berliner Stadtreinigung / Günter Böhm, * 18. März 1933 / Dipl-Ing. Arlid Peltz, * 17. Oktober 1941 / Dr. Martina Rauch / Helmut Sierp, * 28. Oktober 1938
Stolperstein – Heute vor 82 Jahren, am 31. Oktober 1937, wurde Ismar Ring in Berlin geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte Ismar in Pichelsdorf, bevor er im Alter von nur fünf Jahren gemeinsam mit seiner Mutter Minna Ring nach Auschwitz verschleppt und ermordet wurde. Vor ihrer Deportation wohnten sie in der Schönhauser Allee 175 in Prenzlauer Berg.
Encore
Nächste Folge in unserem großen Hertha-Union-Vergleich vor dem Derby am Sonnabend. Heute: die Songs.
Union Berlin: „Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen? Eisern Union!“ Wenn in der Alten Fösterei Nina Hagen aus den Lautsprechern schallt, wissen Fans: Jetzt geht‘s lohos! Gespielt wird das Lied seit 1998/99. Bis dato findet man es nicht auf Spotify. Vielleicht gehört das ja zum Konzept.
Hertha BSC: „Nur nach Hause geh‘n wir nicht“ singt Frank Zander seit 1993. Der Vereinsversuch, „Dickes B“ von Seeed im vergangenen Jahr zu etablieren, kam nicht gut an. Aus Sicht des Förderkreises Ostkurve, so etwas wie ein Sprachrohr vieler Fans, „ein herber Einschnitt in das Stadionerlebnis aller Herthaner“. Für Frank Zander bleibt sein Lied „ein Gebet“. Hörer auf Spotify: 224.991.
Fazit: Die Union-Songzeile ergibt zusammen mit dem Luxemburger Immobilienunternehmen als Hauptsponsor zwar eine interessante Binnenspannung, aber als Gewinner der Herzen kommt in Berlin sowieso nur Frank Zander infrage. Wenn wir nur mehr von seiner Sorte hätten!
Morgen früh reimt Ihnen Robert Ide hier Schauriges und Schönes zusammen. Kommen Sie gut durch Reformation und Halloween!