Tesla bei Berlin, und ein bisschen sogar in Berlin? Das ist eine Überraschung, das wirkt wie eine Sensation – aber nur für einen Moment. Mit etwas Abstand betrachtet, und dafür musste Elon Musk nicht mal mit einer seiner Raketen ins All abheben, passt die Hauptstadtregion perfekt zu seiner Firma: Für die Fabrik das entwicklungsfähige Land mit viel Platz, fürs Image die international anziehende Stadt mit viel Drive, beides unfassbar günstig im metropolaren Weltvergleich. Und direkt dazwischen ein Großflughafen, an dessen baldige Fertigstellung er als visionärer Technologe ganz offenbar glaubt. Für Musk ist das ohnehin alles eins: „Giga Berlin“ twitterte er, eingerahmt von Herzchen in Schwarz, Rot und Gold.
Doch Berlin wäre nicht Berlin, würden nicht gleich die Skeptiker auf die Überholspur ziehen. Ist der Mann denn überhaupt seriös? Ist der nicht größenwahnsinnig mit seiner Marsmission? Bekommt der etwa Subventionen? Braucht der überhaupt Arbeitskräfte bei all der Automation? Und dann baut er als Erstes einen SUV? Nur dass Musk gelegentlich kifft, wird als kompatibel erachtet.
Von außen ist das alles nicht zu hören. Da werden Chancen erkannt, wird Dynamik verspürt, da wirkt die Anziehungskraft der Wissenschaft. Da wird die deutsche Automobilindustrie aufgeschreckt. Tatsächlich ist das Sensationelle nicht die Entscheidung an sich, sondern das, was sie auslöst: Wenn Musk mit Tesla hierher kommt, was ist dann noch alles drin? Wirtschaftlich, aber auch technologisch.
Berlin könnte werden, was es wegen politischer und wirtschaftlicher Verzagtheit bisher nur behauptet zu sein: „Internationales Schaufenster für Elektromobilität“, ein Titel, den die Stadt seit Jahren offiziell mit sich herumschleppt wie ein unpassendes Geschenk; Avantgardestadt für autonomes Fahren, jenseits des Testwegs im Tiergarten, bei dem nur der Zeithorizont endlos ist; oder „Smart City“, ganz real, nicht nur auf gedrucktem Papier.
Doch schon ruft Berlins führende Kaste, das alteingesessene Bedenkenträgertum: Das wird doch nichts! Das ist ja naiv! Das muss erst genehmigt werden! In Brandenburg klingt es nicht viel anders: Die Amis! Die Ruhe! Die Tiere! Wir haben ja nicht einmal W-Lan...
Und die Politik in der angeblich „gemeinsamen Region“ zeigt sich so zersplittert wie zu Zeiten der Kleinstaaterei im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. „Wer Visionen hat, kommt nach Berlin!“, jubelt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach kontert: „Das ist ein rein brandenburgisches Projekt.“
In Wahrheit hätte beide ohne einander nichts in der Hand. Die einen bieten das Land, die anderen die Leute. Ohne das nahe Berlin wäre Musk sicher nicht in Grünheide gelandet – und ohne Brandenburg nicht in Berlin: Die ihm in der Stadt angebotenen Fabrikstandorte genügten ihm offenbar nicht. Grenzen, zumal solche wie die zwischen Berlin und Brandenburg, sind Gründern wie dem Tesla-Chef ohnehin ziemlich egal. Michael Müller, der im Sommer mit Musk per Telefon ein „warm up“-Gespräch führte und jetzt „ein goldenes Zeitalter“ aufziehen sieht, weiß das ebenso wie Dietmar Woidke.
Zwischen falscher Heldenverehrung und fatalistischem Skeptizismus liegt eine große Chance für die Metropolenregion Berlin: Nicht naiv, aber neugierig, nicht meckerig, sondern mutig die Herausforderung dieser Milliardeninvestition anzunehmen, ist ein Abenteuer, das vielleicht nicht gleich zum Mars führt – aber ganz nebenbei ein paar Autos mit Verbrennungsmotor auf den Mond schießt. Und das ist ja schon mal was für den Anfang.
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Die „Berliner Meisterköche“ des Jahres 2019 stehen fest.
Die unabhängige Meisterköche-Jury hat die Preisträger in sechs Kategorien gewählt. Die Auszeichnung wird zum 23. Mal von Berlin Partner vergeben. Der Tagesspiegel stellt Ihnen die sechs Gewinner vor – heute Björn Swanson. Seien Sie dabei auf der Aftershowparty am 23.11.!
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Wer das Projekt noch stoppen könnte, und was der Wachtelkönig, die Löffelente, der Türsteher vom Berghain und ein Findling aus Friedrichshain-Kreuzberg damit zu tun haben, steht heute im Checkpoint für Abonnenten (Anmeldung zum kostenlosen Probemonat hier).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Post in Sachen Rigaer Straße 101: Die Genossenschaft „Diese e.G.“ kann in diesem Fall „ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen“ – Baustadtrat Florian Schmidt erwägt jetzt, „die Ausübung des Vorkaufsrechts aufzuheben“ (Q: Schreiben von Schmidt an den Eigentümer vom 12.11.). Prompte Reaktion von Rechtsanwalt Manuel Nyman: Noch am selben Tag erhob er Klage auf Zahlung von 354.858 Euro gegen die „Diese“ wegen einer „fälligen Maklerprovision“.
Was hat Barbara Slowik mit Lena Gercke, Salma Hayek und Herzogin Camilla gemeinsam? Na? Ok, eher schwierig: Alle drei scheiterten an einem ersten Flaschenwurf bei einer Schiffstaufe. Die Polizeipräsidentin nahm gestern zweimal Schwung, erst dann zerplatzte die Pulle „Rotkäppchen halbtrocken“ am Rumpf des neuen Polizeiboots „MS Schwanenwerder“. Zum Trost: Günther Jauch brauchte bei der Taufe der „MS Günther“ vier Würfe, und Heide Simonis kam sogar mal auf sieben („MS Schleswig-Holstein“).
Übrigens: Weil beim davor bestellten Polizeischiff dauernd die Abgasreinigung kaputt ist, wurde bei der „MS Schwanenwerder“ („modernste Technik“, sagt Slowik) vorsichtshalber gleich darauf verzichtet – die 2x169 PS dieseln jetzt dreckig vor sich hin.
Das Berliner Ensemble verschiebt die Premiere des Stücks „Pussy“: Der angekündigte „toxische Trip in digitale und analoge Männerfantasien“ wird in den barmherzigen Vorhang des Schweigens gehüllt aus „künstlerischen Gründen“.
Unerträgliche Arbeitsumstände für Lehrkräfte enthüllt AfD-MdA Franz Kerker – eine Pädagogin berichtet: „Als dann die Forderung aufgestellt wurde, dass die Lehrer auf Klassenfahrten nicht mehr rauchen und trinken dürfen, dachte ich: Das geht mir zu weit, dass wir uns so weit anpassen sollen.“ Aufgebracht fragt Kerker den Senat: „Gibt es Erhebungen über die Haltung Berliner Lehrer zum geplanten Neutralitätsgesetz?“ Die nüchterne Antwort von Staatssekretärin Beate Stoffers: „Es ist kein Neutralitätsgesetz ‚geplant‘, da es seit dem 27. Januar 2005 geltendes Recht ist.“
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Der gefeierte Berliner Sänger und Schauspieler Vladimir Korneev lädt mit seiner Band zur Wiederaufnahme seines sinnlich-wärmenden Konzertabends in der kalten Saison: WINTÉЯ - französische Chansons, russische Romanzen & neue deutsche Lieder. Vom 26. November - 01. Dezember in der BAR JEDER VERNUNFT.
Aus der Reihe „Unnützes Berlinwissen (das sie nie mehr vergessen werden)“: 2120 „Lichtsignalanlagen“ (unter Insidern auch als „Ampeln“ bekannt) gibt es in der Stadt.
Zum politischen Berlin-Rätsel, heute: die Linke. Gesucht wird eine andere Bezeichnung für das Wort „Mauerfalljubiläum“. Na, haben Sie’s? Hier ist die Lösung: „30 Jahre zeitweilige Übergangsregelung für die ständige Ausreise“. Benutzt hat’s die Abgeordnete Katalin Gennburg (kommt unten gleich noch mal vor) in einer schriftlichen Anfrage an den Senat über die Kosten des VIP-Empfangs (Antwort: unkonkret).
Wichtige Bekanntmachung – das Land Berlin teilt mit: „Es ist eine der großen Zukunftsaufgaben, die Schülerinnen und Schüler umfassend auf die Digitalisierung vorzubereiten. Die Bundesregierung und die Länder setzen einen abgestimmten Innovationsimpuls.“ Puh, na endlich! Gibt’s jetzt VR-Brillen für alle? Nein? Was dann? Ach so: Gefördert werden u.a. „digitale Arbeitsgeräte einschließlich Arbeitsplatz-Computer mit Maus, Tastatur und Bildschirm.“ Miau…
Apropos Innovationsimpuls: Wenn‘s im bisherigen Tempo weitergeht, hat Berlin bis zum Stichtag 30. November erst die Hälfte aller Rechner auf Windows 10 umgestellt (Q: Anfrage MdA Bernd Schlömer) – der Rest bekommt Fahrverbot.
Zur Frage für Berlinkenner: Aus welchem Berliner Bezirk kommt die Meldung „Biber ärgern Wasserbüffel“? (Auflösung nach dem „Encore“)
In unserem Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ haben wir heute eine Textaufgabe – sie lautet: „Wie verdienen die Geldinstitute in Nullzinszeiten ihr Geld?“ Wir lösen das am Beispiel einer Überweisung in Höhe von 240 Franken aus der Schweiz an einen Berliner Kunden der Commerzbank.
1. Schritt: Umrechnung in 216,510 Euro.
2. Schritt: Abzug eines „Bearbeitungsentgelts“ von 10 Euro.
3. Schritt: Abzug eines „Konvertierungsentgelts“ von 7,50 Euro.
4. Schritt: Abzug einer „Standardabwicklung“ von 2,50 Euro.
Macht zusammen minus 20 Euro – übrig blieben 196,51 Euro. Die Aufgabe für morgen: Wie oft muss der Berliner Kunde das jeweils übriggebliebene Geld zurück in die Schweiz schicken und wieder anfordern, bis es genauso verschwunden ist wie das Kaninchen aus dem Hut von Harry Houdini?
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Wendezeit: Wie gut ist Norbert Biskys Kunst? Welche Ausstellungen sollte man sehen? Was wird aus dem Museum der Moderne? Warum sollte man die Villa Erxleben besuchen? Ein Job in New York. Und: Wer ist diese exzentrische, malende Tempelhoferin?
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Nach der Scheune (aka „Museum der Moderne“ aka „Grüttoleum“, heute Entscheidung im Haushaltsauschuss) und dem Schloss (wird auch mal wieder um 49,2 Mio. teurer) nimmt sich die „FAZ“ das nächste Berliner Nationalheiligtum vor: den von Dealern besetzten Görli (ist wohl gerade nichts los in Ffm). Im heutigen Leitartikel beschreibt Markus Wehner unser Städtchen als „das kranke Kind Deutschlands“ (hüstel) und nennt den Senat einen „lächerlichen Schwächling“. Das kann die Michi-Müller-Bande doch nicht auf sich sitzen lassen! Der Checkpoint lädt ein zum Duell: um Mitternacht am Kinderbauernhof.
Post von Checkpoint-Leser Uwe Szelag (von 1989 bis 1992 für die AL/Grünen Stadtrat von Wilmersdorf) zur Meldung „Neue Busspuren kommen später“, CP v. 11.11.): Mit den Kollegen aus Charlottenburg und Schöneberg (die Bezirke waren noch getrennt) setzte Szelag auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße gegen erbitterten Widerstand die erste Busspur durch innerhalb eines Jahres.
Im Vergleich zum Tempo, in dem die Koalition heute neue Busspuren einrichtet, schreibt Szelag: „Tatsächlich eine traurige Bilanz in drei Jahren. Wir hatten damals alle unsere Wahlversprechen zum Verkehr in 18 Monaten umgesetzt. Warum schafft das der R2G-Senat und die zuständige Senatorin nicht ansatzweise? Oder fehlt im Stab doch der Ex-Staatssekretär Kirchner?“
Berlin dreht durch – und das lässt sich sogar messen: In F‘hain-Xberg zählte das Amt allein in diesem Jahr bis Ende Oktober auf Straßen und in Grünanlagen 180 genehmigte Filmaufnahmen. Registrierte Titel: Fehlanzeige. Der Nachbarbezirk Mitte schaffte es dagegen nicht einmal, innerhalb einer Woche alles zusammenzurechnen. Hier könnte ich immerhin bei dem einen oder anderen Titeln aushelfen, ich sammle die ständig wechselnden Ankündigungszettel der Produktionsfirmen, die an unserer Haustür kleben.
Dass bei so viel Gedrängel am Set manches durcheinandergeht, versteht sich von selbst – ein paar der schönsten Berliner Filmfehler haben wir mit Ihrer Hilfe weiter unten im „Encore“ zusammengetragen.
Der heutige Beitrag zum Betriebsstörungsbingo kommt von Tilo Wend, der gestern Abend im Bahnhof Schöneberg in der S1 Richtung Wannsee stand und nicht weiterkam, bis der Fahrer die erlösenden Worte sprach: „Entschuldigen Sie bitte das heillose Durcheinander mir geht’s auch nicht anders, aber jetzt geht’s weiter.“
Nachtrag (I) zur Meldung „Der Neubau bricht ein“ (CP v. gestern): Wir hatten Katalin Gennburg mit den Worten „Was sind das für Zusammenhänge?!“ zitiert. Die Linken-Abgeordnete schreibt dazu:
„Liebe Ann-Kathrin Hipp, ich sagte ‚Was sind das für Zusammenhänge?! Der Neubau ‚bricht ein‘ wegen des Mietendeckels?! Warum? Kausalitäten bitte! Das ist doch nicht euer Ernst!‘ Wenn Sie sich im Checkpoint auf ein Zitat von mir beziehen, wäre es schön, wenn Sie dieses nicht aus dem Zusammenhang reißen.“
So, alles klar jetzt? Ok. Die Antwort lautet derweil immer noch: Grundlagen der Marktwirtschaft.
Nachtrag (II) zur Rubrik „Geburtstag“ (CP v. gestern): Eberhard Diepgen war natürlich nicht nur zwischen 1991 und 2001 Regierender Bürgermeister, sondern bereits zwischen 1984 und 1989. Als Nachfolger von Richard von Weizsäcker trat er damals mit seinem Lebensmotto „Bange machen gilt nicht“ an. Gilt immer noch.
Falls Sie bis nächsten Oktober Zeit haben – die Flughafengesellschaft sucht einen „Fachreferenten (m/w/d) Sicherheitspolitik“, Aufgabe u.a.: „Konzeptionelle Vorbereitung und Begleitung der Inbetriebnahme des BER“. Leute, es wird ernst!
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir werden definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als der Flughafen.“
Tesla-Chef Elon Musk
Tweet des Tages
Ob Elon Musk weiß, was ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars zur Bestätigung der Richtigkeit des Durchschlagsexemplars ist?
Stadtleben
Essen – Aus der Kategorie „Streetfood mit Fernwehgarantie“ heute eine Neuheit aus Neukölln: Seit Kurzem serviert das Ma-Makan in der Flughafenstraße 46 Hausgemachtes aus Malaysia und Singapur wie kross frittierte Hühnerschenkel mit Curry und Chilli oder Otak Otak – ein Mus aus Thai-Ingwer, Zitronengras, Chilli, Kokosmilch und Makrele, die in Bananenblättern gedämpft wird. Außerdem auf der Speisekarte: eine ziemlich intensive Kokosnusssuppe, die erfolgreich die Novemberkälte vertreibt. U-Bhf Boddinstraße, Do–Sa 18h30–22h
Trinken – Eine Bar mit zwei Gesichtern: Das Kauz & Kiebitz im der Neuköllner Reuterstraße 47 kommt als gemütliche Nachbarschaftskneipe daher, doch im Hinterzimmer verschwinden ständig Menschen. Tatsächlich wissen diese mehr als andere, nämlich wie man das Truffle Pig findet – eine Bar, die der Trinkkultur im Vorderzimmer die Krone aufsetzt. Statt Bier vom Fass mixt dort seit Juni Damien Guichard (ehem. Velvet) und seit neuestem auch Sam Orrock (ehem. Schwarze Traube) Ausgefallenes wie Gin mit Sake, Gurken-Geist, Erdbeerstrauch und Zitrone. Obwohl in diesem Speakeasy nicht geraucht werden darf, muss man erstmal Feueralarm auslösen, um in den Genuss kommen zu können. U-Bhf Hermannplatz, Mi – Sa ab 20 Uhr
Berlinbesuch – Geschichten werden zu Geschichte: Wie tückisch die Erinnerung an die Vergangenheit sein kann, hat gestern Julius Betschka in seinem Essay über die so genannten „Baseballschlägerjahre“ im Tagesspiegel beschrieben. Ob und wie das Erinnerte denn überhaupt relevant für die Gegenwart sei und wie sich studentische Opposition gegen staatliche Restriktion in der DDR ausdrückte, ist heute Nachmittag Thema in der Kunsthochschule Weißensee. 17 Uhr, Büringstraße 20, Eintritt frei
Geschenk – Zwölf Bezirke, Zwölf Bilder: Wo auch immer etwas in Berlin los ist – sie sind meist schon da, die Fotografinnen und Fotografen des Tagesspiegels. Die Fotos von Kitty Kleist-Heinrich, Kai-Uwe Heinrich, Thilo Rückeis, Doris Spiekermann-Klaas und Mike Wolff finden Sie als Kiezkalender im Tagesspiegel-Shop am Askanischen Platz (24,95 Euro, auch online bestellbar) – ergänzt durch Texte unserer Autoren und Autorinnen der Leute-Bezirksnewsletter. „Eine Runde um den Block, und du siehst mehr als in anderen Gegenden das ganze Jahr“, schreibt beispielsweise Nele Jensch über Friedrichshain-Kreuzberg – das ist ja das tolle!
Last-Minute-Tickets – Nichts ist, wie es scheint: Auf dem Dach des Buckingham Palace landet ein merkwürdiger alter Kauz, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond. Sigmund Freud soll herausfinden, ob er nun Spion oder Visionär ist. Mit ihrer ersten Uraufführung im Pfefferberg Theater zeigt die Drehbühne Berlin eine nicht ganz klassische Adaption des Münchhausen als „interaktive Mischung aus Bühneninszenierung und animierten Comicstrips“. Neben den Hauptdarstellern Nanda Ben Chaabane (Münchhausen) und Lorenz Chr. Köhler (Freud) werden auch die Comicfiguren von FLIX & KISSEL auf der Bühne zu sehen sein. Für die Premiere heute Abend um 20 Uhr gibt es noch Restkarten ab 11 Euro –wir haben 2x2 Plätze für Checkpoint-Leser*innen reserviert. Wer möchte?
Last-Minute-Kino – Donnerstag ist Kinotag, und zwei Filme lohnen heute besonders: Erwin Wagenhofers „But Beautiful“ im Kino International und Martin Scorseses „The Irishman“ im (neuen) Kino in der Königstadt.
Noch hingehen – Was bedeutet Identität, was ist Nation, wann gehöre ich dazu? „De-Heimatize it!“, der Herbstsalon im Gorki endet am Sonntag. Bis dahin ist auch die zentrale Ausstellung noch zu sehen, in der sich über 40 Künstler*innen mit Klasse, Herkunft und Geschichtsaufarbeitung auseinandersetzen. Mo-Fr 16 – 22 Uhr, Sa – So 12-22 Uh
Verlosung – Sie spielen mit dem Gedanken sich ein Hausboot zu kaufen? Angesichts der Mieten – trotz Deckel – vielleicht nicht die schlechteste Idee. Aber es gibt ja noch mehr Lebensträume: Oldtimer zum Beispiel. Oder Youngtimer. Oder legendäre Rennwagen. Anregungen für das eine wie das andere finden Sie auf der Motorworld Classics, die nächste Woche von Mittwoch bis Sonntag in den Messehallen am Funkturm stattfindet – in diesem Jahr zusammen mit der Boot & Fun. Zur Eröffnung am Mittwochabend sind sogar Feuerspucker dabei und schummrige Speakeasys installiert, denn im Mittelpunkt der Messe stehen in diesem Jahr die 1920er Jahre. Karten gibt es ab 12 Euro hier – oder bei uns, wir verlosen 2x2 VIP-Ticktes (inkl. Catering).
Mit diesem Stadtleben wünscht Stefanie Golla einen spannenden Donnerstag.
Berlin heute
Verkehr – Ab dem Vormittag ist die Falkenberger Brücke (Neu-Hohenschönhausen) in beiden Richtungen bis Ende des Jahres nur einspurig befahrbar. In Friedrichsfelde sind auf der Straße Alt-Friedrichsfelde
in Höhe Robert-Uhrig-Straße stadtauswärts immerhin noch zwei Spuren frei – hier beginnt die letzte Bauphase, die ca. zwei Wochen dauern soll. Komplett gesperrt ist die Kreuzbergstraße in beiden Richtungen zwischen Katzbachstraße und Monumentenstraße (7-19 Uhr). Ab ca. 18 Uhr staut es sich rund um die Columbiahalle, hier spielt um 20 Uhr Lizzo. Von 21 bis 5 Uhr ist auf der A 103 (Steglitz-Zubringer) in Richtung A100 (Stadtring) zwischen Tunnel Feuerbachstraße und der AS Saarstraße nur eine Spur frei. Ab 4.30 Uhr sind folgende Tram-Linien bis zum 23. Dezember unterbrochen: die M4 zwischen Falkenberg und Prerower Platz sowie die M17 zwischen Falkenberg und Gehrenseestraße.
Demonstration – Die „Beteiligung der Kommune am Strukturstärkungsgesetz“ ist Thema einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt mit ca. 200 Teilnehmern, die die Lausitzrunde angemeldet hat (10–16 Uhr). Mit ca. 400 Demonstranten zieht die AWO vom Lustgarten zur Klosterstraße unter dem Motto „100 Jahre AWO, 100 Prozent TV-L, Refinanzierung von Tarifsteigerung AWO Berlin“ (13–16 Uhr). Vor dem Rathaus in der Neuen Krugallee 4 protestiert die GEW für den „Erhalt der Gemeinsschaftsschulen in Treptow-Köpenick“ (15.30–18 Uhr, ca. 50 Teilnehmer).
Gericht – Der Prozess um den Diebstahl der 100 Kilogramm schweren Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum geht weiter. Vier junge Männer sind angeklagt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 817).
Berliner Gesellschaft
Gestorben – Christa Maria Molkenbuhr, * 27. Januar 1932 / Friedhild Mory, * 29. Juli 1942 / Annamarie Hagspihl, * 1. Mai 1925 / Irene Margarete Reinecke, * 24. Januar 1954
Stolperstein – In der Hagelberger Straße 21 in Kreuzberg erinnert ein Stolperstein an Emma Holz (Jg. 1878), die heute vor 78 Jahren von Grunewald aus nach Minsk deportiert und dort ermordet wurde.
Geburtstag – Anastasia Barner (21), freie Journalistin und Gründerin von www.FeMentor.de („Empowering für junge Frauen“) / Gerda (83), „Mutter, die immer noch Hummeln hat von Schneckchen“ / Margit B. (70), „Willkommen im Club wünschen die ehemaligen Freunde C.K. & H.R., bleib bitte gesund!“ / Manu – „Alle lieben Wünsche zu seinem Geburtstag von Siggi“ / Fabian Maroldt (17), „Neffe, Cousin, effzeh-Fan - herzlichen Glückwunsch von den Berlinern!“ / Anno Saul (56), Drehbuchautor und Filmregisseur / Rudolf Thome (80), Filmregisseur und Kritiker / Alexander Weishaupt (36), „Herzliche Glückwünsche zu Deinem Geburtstag“ Wir freuen uns auf morgen, Mama und Didi“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Encore
Und zum Schluss, wie versprochen, fünf Berliner Film-Fails für Fans vom Feinsten:
1) Jason Bourne: Am Zoo studiert der Agent einen S-Bahn-Fahrplan, läuft eine Treppe hoch – und ist auf einmal auf dem S-Bahnhof Friedrichstraße. (Peter Hegenbarth)
2) Unknown Identity: Auf dem Weg vom Adlon zum Flughafen Tegel stürzt das Taxi von Liam Neeson von der Oberbaumbrücke. CP-Leser Sebastian Rittau schreibt dazu: „Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Filmfehler handelt, oder ob einfach nur eine typisch Berliner Taxifahrerin mit ausgeprägtem Geschäftssinn dargestellt werden soll.“ (Auch von Maximilian Bergmueller eingereicht)
3) Babylon Berlin: Wir schreiben das Jahr 1929. Fräulein Ritter wird in den Keller des Polizeipräsidiums geführt. An der Decke leuchten Röhren, die erst 1938 auf den Markt kamen, und der Pakteschalter ist ein Original aus der DDR. (Gebby)
4) Deutschland 86: Eine Szene am Grenzübergang, im Hintergrund: der Rasthof Avus – mitten in Charlottenburg. (Trevor Wilson)
5) Der Himmel über Berlin: CP-Leser Dr. Schober schreibt: „Überlange, geschwätzige Mystagogie, die mit dem realen Berlin nichts zu tun hat. Daher war der Film wahrscheinlich auch so erfolgreich.“
So, dann bleiben nur noch die Biber und die Büffel – und die kommen, Sie haben es geahnt, aus Reinickendorf. Gerd Appenzeller hat hier für seinen „Leute“-Newsletter aufgeschrieben, was es damit auf sich hat. Ich wünsche ihnen einen tierisch guten Tag, morgen früh bezieht hier Anke Myrrhe für Sie den Checkpoint. Bis dahin,