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Finnlands Geheimnis für Zufriedenheit Tipps von der Balkonbotschafterin Checkpoint-Wochenrätsel

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wir alle kennen Harald Juhnkes Idee vom Glück: Keine Termine und leicht einen sitzen. Offenbar reicht das nicht. Im „World Happiness Report“ landet Deutschland nur auf Rang 17. Auf Platz eins hält sich Finnland (zum neunten Mal in Folge) fast so hartnäckig wie die Bayern an der Tabellenspitze (viel Glück heute, Union).

Können wir uns da was abschauen? „Wir haben in unserer Botschaft zwei Saunen“, sagt der finnische Botschafter Kai Sauer. „Ich gehe nach der Arbeit regelmäßig rein.“ Viel Natur, wenig Menschen – auch nicht schlecht. „Letztlich ist Glück aber eine Frage der Haltung. Wir Finnen sind genügsam. Uns reichen auch drei Richtige im Lotto.“

Noch wichtiger: ein fast freundschaftliches Verhältnis zum Staat. „Die Finnen vertrauen ihren Institutionen und haben digitalen Zugang zu den Behörden. Mit Rousseau gesagt: Der Staatsvertrag funktioniert.“ Berlin arbeitet noch daran.

Aleksi Sakkolan-Leppänen, Pfarrer der finnischen Gemeinde, findet Glück in den flüchtigen Begegnungen. Die Berliner Schnauze schreckt ihn nicht. „Mürrische und brummige Menschen tun interessante Dinge. Das nennt man Kultur.“ Amen.

Auch Birgit Schattling hat eine Theorie zum Berliner Glück. „Die meisten Balkone stehen leer, beherbergen Wäscheständer, Bierkästen oder bestenfalls Geranien“, bemerkt die Balkonbotschafterin. Dabei hilft Grün gegen Stress und Lärm. An diesem Wochenende organisiert sie den 18. Balkon-Onlinekongress (kostenlos). „Wer seinen Balkon begrünt, hat schnell Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel oder Eichhörnchen zum Nachbarn.“

Banger Blick zur Balkontür.