der April ist da! Zeit, mal wieder im Tierpark vorbeizuschauen: Dort entsteht nicht nur ein neues Elefantenhaus, auch den Flamingos und Pelikanen wird aktuell ein riesiges Netz über den Köpfen gespannt. Aber warum eigentlich? Und wieso ging es bisher ohne?
„Wir bauen die beiden Volieren, um auch in Zukunft eine Genehmigungsfähigkeit für die Flamingo- und Pelikananlagen rechtssicher erhalten zu können“, sagte Andreas Knieriem, Direktor von Zoo und Tierpark dem Checkpoint. Hinter der Antwort verbirgt sich ein langer Streit zwischen Tierschutzorganisationen und zoologischen Gärten.
Bisher wurden den Flamingos zweimal im Jahr die Federn gestutzt, um sie flugunfähig zu machen. Ein Netz war also nicht notwendig. Zoo und Tierpark argumentieren, dies sei vergleichbar mit Krallenschneiden und verursache keine Schmerzen. Auch die Veterinärämter hatten keine Einwände – bis 2023. Da intervenierte das Bezirksamt Mitte und untersagte dem Zoo das Federnstutzen, weil es gegen das Tierschutzgesetz verstoße. Organisationen wie Peta hatten ein Verbot lange gefordert.
Der Zoo reagierte pragmatisch: Alle Flamingos, die gestutzt werden, wurden kurzerhand in den Tierpark verlegt (das dort zuständige Veterinäramt Lichtenberg hatte sich noch nicht zu dem Thema geäußert). Im Zoo verblieben nur ältere Tiere, bei denen ein Teil des Flügels amputiert ist und die dadurch dauerhaft flugunfähig sind. Diese Praxis ist zwar bereits seit Jahren verboten, aber auch nicht rückgängig zu machen.
Die Volieren im Tierpark entstehen nun aus einem Akt vorauseilenden Gehorsams.