starten wir an diesem winterlichen Samstagmorgen mit den Nachrichten aus Berlin und Brandenburg:
+++ Erkältungskrise in Berlin: Kliniken fürchten weitere Verschärfung der Lage durch RSV-Infektionen. Die Erkältungs- und Viruswelle macht Krankenhäusern und Ärzten in Berlin zu schaffen. Nur noch eine von acht Kinder-Intensivstationen ist verfügbar.
+++ Fahrplanwechsel in Berlin und Brandenburg: Der Flughafen BER ist ab Sonntag besser per Bahn angebunden. Mit dem Fahrplanwechsel wird der Hauptstadtflughafen rund um die Uhr erreichbar sein.
+++ Zelte statt Landebahn: Berlin rüstet sich für Tausende weitere Geflüchtete in Tegel. Auf dem alten Flughafen entstehen beheizbare, gedämmte und mit Doppelstockbetten ausgestattete Zelte für Geflüchtete. Noch vor Weihnachten sollen sie bezogen werden.
Auf tagesspiegel.de halten wir Sie fortlaufend über alle Entwicklungen in und um Berlin auf dem Laufenden.
Adventszeit, das heißt Besinnlichkeit, Pfefferkuchen, Glühwein und Miteinander. Gedränge auf den Weihnachtsmärkten, in den Supermärkten und Kaufhäusern, in U- und S-Bahn und überhaupt: Mit all der Jahresendplanung ist manchen vielleicht ein bisschen zu viel los. Deshalb tief durchatmen und das Wochenende in Ruhe genießen. Guten Morgen.
So! Bereit für den ersten Jahresrückblick? Kollegin Ann-Kathrin Hipp hat für die neue Folge „Eine Runde Berlin“ Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal getroffen und mit ihr über die persönlichen und politischen Geschichten gesprochen, die 2022 geschrieben hat. Die neue Folge gibt’s ab sofort auf Tagesspiegel.de, Spotify und Apple Podcasts. Lieblingswort der knappen Stunde: Menschlichkeitsmuskel!
Samstagmorgen – Damit hier niemand auf dem Trockenen sitzenbleibt, bieten Berlin und Potsdam zum Glück reichlich Wasser. Von der Langen Brücke in Potsdam etwa legen an den Adventswochenenden schwimmende Restaurants zu Brunch-, Lunchfahrten und Kaffeekränzchen ab. Wer es einsamer haben will, bucht sich eine Fahrt im Badedampfer. Die Idee hatte der ehemalige Matrose Jannis Wetzlaugk beim Blick von oben auf das Deck eines Kreuzfahrtschiffes: Das Beste an der Kreuzfahrt war offensichtlich der auf dem Meer schwimmende Pool. Wozu der unnachhaltige Firlefanz drumherum? Bald hatte er sein erstes schwimmendes Badeboot fertig, mit leicht zu steuerndem Elektromotor, bordeigener Minibar, Verdeck gegen Regen und einem beheizten, auch im Winter warmhaltenden Minipool. Seit etwa zwei Jahren hat er zudem den Saunadampfer im Programm: rundum verglast und verspiegelt, liegt das Saunaschiff nahe der Insel der Jugend vor Anker.
Samstagmittag – David Byrne, Sänger der Talking Heads, kritisiert einen seit den Achtzigerjahren ablaufenden Drift der Musikindustrie in Richtung Profitmaximierung. Auch Frank Zappa brachte es auf den Punkt, als er sagte, dass irgendwann einmal ein Labelchef damit begonnen haben muss, Musik, die er selbst nicht verstand, abzuweisen. Genau das Gegenteil will das Hamburger Underground Institute mit seinem gleichnamigen Festival promoten – heute ist der letzte Tag einer dreitägigen Feier unkonventioneller musikalischer Pfade, von Avantgarde bis Avant-Pop. Und das in „Silent Green“, „Panke“ und „gr_und“. Das ganze Programm mit Adressen hier.
Samstagabend – Wem es da die Sprache verschlägt, der wende sich an den Salon l‘écritoire (Schönwalder Straße 20, Wedding), wo um 19 Uhr das Kunstlied wiederauflebt. Gleich drei auf dem japanischen Kurzgedicht Haiku beruhende Kompositionen führen Mezzo-Sopran Vizma Zvaigzne und Justine Eckhaut am Klavier urauf. Die Lyrik stammt von Bashō und Issa, die druckfrischen Noten von Houën, Verdan und Wainwright. Ach ja, und Debussy, aber der ist nicht neu. Für alle, die beim Musikhören nicht so gerne sitzen, erschüttert, ebenfalls um 19 Uhr, die durchaus stiloffene Londoner Rapperin Little Simz Dancefloor und die Sitzplätze im Rang des Tempodroms.
Sonntagmorgen – Nach all der Verausgabung des Vortages und der Nacht hilft nur Glühwein. Den gibt es nicht nur auf Weihnachtsmärkten, sondern in der Regel auch auf Weihnachtsflohmärkten, wie dem auf dem Kranoldplatz (10 Uhr), dem Kunstmarkt Leopoldplatz (11 Uhr) oder auch dem auf dunkle Materie, sprich Goth, spezialisierten Dark Market im Dunckerclub (Dunckerstraße 64, 12 Uhr). Wer sich nicht entscheiden kann – es ist ja auch wirklich hart – holt sich auf dem X-Mas Bookmarket (13 Uhr, Lindenstraße 91) einen Lebensratgeber, gönnt sich eine Stulle und lässt sich was lesen.
Sonntagmittag – Wer Jazz hört, hat Vorlieben: Die einen warten sehnsüchtig auf das Saxophonsolo, die anderen auf den Einsatz der gesamten Band danach. Wer es schon immer zuvorderst auf das Schlagzeug abgesehen hat, kommt dieses Jahr voll auf seine Kosten, denn eben das ist von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres erkoren worden. Damit die Welt das auch merkt, gibt der Jazzkeller69 beim Gastspiel im Industriesalon Schöneweide (Reinbeckstraße 9) das Drum-Solo-Fest mit Schlagzeuger:innen wie Max Andrzejewski, Evi Filippou oder Rudi Fischerlehner, die längst nicht nur in der Berliner Szene bekannt sind.
Sonntagabend – Arnold Schönberg gilt in der Musikwelt als Revoluzzer, privat und politisch soll er allerdings eher zurückhaltend progressiv gedacht haben. Dieser Imbalance nehmen sich die unermüdlichen Musiktheater-Arbeiter:innen von NOVOFLOT nun an, denn: Schönbergs Werk ist ab 2022, also 70 Jahre nach seinem Ableben, von Gesetzes wegen gemeinfrei. Was genau das bedeutet, für Künstler und Gesellschaft, eben das thematisiert die Opernkompanie in der randvoll mit Schönbergs Musik gefüllten Produktion „Die Harmonielehre Akt 1 – Akt 5“ diesen Samstag- und Sonntagabend um 19.30 Uhr im Kronprinzenpalais (Unter den Linden 3). Hier entlang zu den Tickets.
Wer hätte gedacht, dass Team Checkpoint so kurz vorm Jahreswechsel noch um ein neues Mitglied wächst? Raed Saleh, Fraktionschef der Berliner SPD, beweist in der neuen Folge von „Berliner & Pfannkuchen" Talent als Außenreporter. Statt selbst auf unsere Frage an ihn zu antworten, wie er Bettina Jarasch (Grüne) und Kai Wegner (CDU) findet, hat er kurzerhand eine Volksbefragung vor seinem Bürgerbüro durchgeführt und uns fertig geschnitten übermittelt. Das Ganze hören Sie in der neuen Spandau-Spezialfolge mit Lorenz Maroldt und Spandau-Experte Andre Görke. Außerdem dabei: Kai Wegner, Bettina Jarasch und Burkhard Kieker von Visit Berlin. Warum in Spandau die Wahl entschieden wird? Das hören Sie jetzt überall, wo es Podcasts gibt.

Ein Päckchen Berlin – Noch 14 Tage bis Weihnachten! Vorbildlich, wer schon jetzt alle Eventualitäten auf dem Schirm hat und bereits genau weiß, wo was wann getan werden muss, um ein entspanntes Jahresende zu sichern. Sollte bei Ihnen eine im Freiland und ohne Antibiotika aufgewachsene Brandenburger Landente auf dem Speiseplan stehen, wie sie auch von vielen Berliner Spitzenköchen verwendet wird, können Sie die Beschaffung derselben einfach uns überlassen. Wir verlosen nämlich eine Entenbox aus der Markthalle Zwanzig für drei bis vier Personen im Wert von 69,90 Euro. Zum Vogel bekommen Sie, falls Sie gewinnen, Manufaktur Rotkohl mit Apfel-Preiselbeer, Manufaktur-Grünkohl mit Schweinebauch, Kloßteig und Entenjus „Daniel Schmidthaler“ frei Haus. Schreiben Sie uns einfach bis Sonnabend, 14 Uhr.
Bild: Naomi Fearn
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Unbesorgt, wie auch sonst, schlendere ich durch Sanssouci. Ich lege mich in eine Pfütze, wälze mich eine Weile hin und her, dann wühle ich ein wenig im Parkboden. Passant:innen begrüße ich, indem ich mit nassem Fell ihr Hosenbein streife. Hier bin ich Schwein. Hier, im Schlosspark, darf ich‘s eigentlich ja gar nicht sein, aber was soll man machen? Solchem Qualitätsboden kann ich nun mal nicht widerstehen. Zumal heute nicht. Wussten Sie, dass am 10. Dezember 1868, also heute vor 154 Jahren, vor dem House of Parliament in London die weltweit erste Ampel in Betrieb genommen wurde? Ein historischer Affront gegen das Schweinsein. Zufall, dass die Revolution 1968, exakt hundert Jahre später, allerlei Schweinereien zurückforderte? Oder dass ebenfalls am 10. Dezember 1997 die Umweltaktivistin Julia Butterfly Hill einen Mammutbaum erklomm, um ihn anschließend zu bewohnen? Ein gewisser J. Mascis, der heute Geburtstag hat, gründete eine einflussreiche Rockband, die nicht nur animalische, sondern gleich paläontologische Bezüge in ihrem Namen Dinosaur Jr. trägt. Sehen Sie das Muster? Es ist schwer, Schwein zu sein, wenn allerorten Ampeln stehen. Auch im übertragenen Sinne. Darum fordern so viele etwas anderes. Bis es soweit ist, halten wir Winterschlaf. Wie die Pflanzen Sanssoucis. Eine Führung durch die Pflanzenhallen und den Heizgang der Orangerie gibt es diesen und kommenden Sonnabend um 15 Uhr, hier können Sie sich anmelden. Schnell, bevor das Chaos ausbricht und wir uns alle in Pfützen wälzen, Baumwipfel bewohnen und Dinosauriermusik machen. Ich empfehle mich, mit animalischen Grunzen.“
Leseempfehlungen
Die Zukunft steht im Allgemeinen schlecht im Kurs. High-Tech- und Sci-Fi-Fantasien von Früher sind der Angst vor der Klimakatastrophe und den im weitesten Sinne sich radikalisierenden Mitmenschen gewichen. Dass es einigen dennoch gelingt, zu träumen, demonstriert Birgit Rieger (T+) anhand des „C/O Digital“ Festivals.
Advent, Advent, es brennt, es brennt… die Quote der Brände in Berliner Haushalten nimmt alljährlich zum Jahresende signifikant zu – in diesem Jahr könnten sogar einige auf die Idee kommen, mit offenen Flammen zu heizen. Besser nicht! Cristina Marina (T+) hat wesentlich bessere Ideen für sicher Weihnachten, außerdem für nachhaltige Geschenke. Die Frage um den nachhaltigen Baum beantwortet außerdem Silvia Passow (T+) detailliert.
Eine haarige Sache ist vielen der – gerade zu Festzeiten – obligatorische Friseurtermin. Bekannt dafür, ein kommunikatives Feuerwerk zu sein, versetzt er nicht nur manchen Kunden, der sich lieber kurzerhand vom Lebenspartner die Haare schneiden lässt, sondern auch so manchen Friseur unter Gesprächsdruck. Es gibt nämlich auf beiden Seiten Menschen, die ihre Gedanken lieber für sich behalten. Berliner Friseursalons reagieren darauf, mit stillen Schnitten. Silvia Silko (T+) schneidet den Trend an.
Wochenrätsel
Wochenrätsel – Gewonnen! Besondere Umstände erfordern bekanntlich besondere Maßnahmen. Weil das so ist, sucht die Berliner Polizei nun eine/einen „Lautkw“. Dabei handelt es sich um…
a) …den lautesten Menschen aus KW.
b) …einen Lautsprecherkraftwagen.
c) …eine lautstärkenreduzierte Kuppelwinsch.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist im Vorteil!
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenDie Wirrungen dieses Wochenenendes hat Ihnen Florian Schwabe in der Frühproduktion auf den Endgeräteschirm gebeamt, Lotte Buschenhagen entwirrt Berlin an dieser Stelle am Montag. Haben Sie ein schönes Wochenende!

