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Wohl kein neuer BVG-Streik Berlin zahlt Millionen Euro für externe Beratung Unterschiedliche Glascontainer-Dichte in den Bezirken

von Daniel Böldt
mit Margarethe Gallersdörfer und Valentin Petri
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wir beginnen mit einer kurzen, aber guten Nachricht: Berlin bleibt ein erneuter BVG-Streik wohl erspart. Verdi und BVG verschickten gestern Abend gleichlautende E-Mails, in denen es heißt, dass im Laufe des Freitags „beide Parteien die Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit über den Ausgang der Gespräche“ informieren wollen. In aller Regel bedeutet das: Einigung gefunden – bis zu den nächsten Tarifverhandlungen.

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Verwirrung herrscht dagegen weiter um eine mögliche Verlängerung der U7 in Spandau. Die Verkehrsverwaltung hatte einer Verlängerung wie berichtet eine Absage erteilt. Nachdem das zunächst der Spandauer SPD-Fraktionschef Raed Saleh scharf kritisiert hatte, legt nun der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach, der ebenfalls aus Spandau kommt.

„Eine bessere Verkehrsanbindung der Berliner Außenbezirke ist dem Senat und auch mir sehr wichtig“, sagte Wegner dem Checkpoint. „Das gilt für die Verlängerung der U7, aber auch für die U8 Richtung Märkisches Viertel oder für die Anbindung Mexikoplatz.“ Für die U7 seien „nun weitere Untersuchungen erforderlich“.

Damit fährt Wegner seiner eigenen Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) in die Parade, die gestern im Plenum erneut erklärte, „dass der Bau einer U-Bahn mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit zu Herausforderungen führt“. An der Darstellung Bondes gibt es jedoch erhebliche Zweifel. Wie mein Kollege Jörn Hasselmann berichtet, hat die Verkehrsverwaltung offenbar eine deutlich günstigere Streckenvariante unterschlagen.

Wir bleiben immer noch bei der BVG, die wir gestern mit den Bahnhofs-Tops und -Flops der Checkpoint-Community konfrontiert haben. Das Verkehrsunternehmen legte erst einmal ein Bekenntnis ab: „Wir sind stolz auf jeden einzelnen Bahnhof“, schreibt uns Sprecher Nils Kremmin. Natürlich – genauso wie sich die BVG-Mitarbeitenden bestimmt auch alle gleich gern haben.

Zum absoluten Flop-U-Bahnhof Schloßstraße hatte die BVG dann aber doch eine Entschuldigung parat und bestätigte zugleich die Vorahnung eines Checkpoint-Lesers: „Steht wegen besonderer Hässlichkeit unter Denkmalschutz“, hieß es in einer anonymen Mail.

Das ist näher an der Wahrheit als gedacht: „Die Sanierungsarbeiten am U-Bahnhof Schloßstraße sind eine besondere Herausforderung, da der Bahnhof während der bereits laufenden Betonsanierung unter Schutz gestellt wurde“, erklärt Sprecher Kremmin. „Alle weiteren Schritte mussten denkmalgerecht umgeplant werden. Hier laufen die letzten Absprachen mit allen Behörden, bevor es mit dem Bau weitergeht.“

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Wer in Reinickendorf seine leeren Weinflaschen verschwinden lassen will, braucht Kondition oder gleich ein BVG-Ticket: Knapp 6800 Einwohner teilen sich dort einen einzigen Glascontainerstandort, der schlechteste Wert in ganz Berlin (Quelle: CDU-Anfrage). Mitte folgt mit 3545 Einwohnern pro Standort, Neukölln mit 3056. Kein Wunder, dass die Geduld langsam einen Knacks hat: In Mitte haben sich die Beschwerden wegen überfüllter, vermüllter oder nicht rechtzeitig geleerter Container seit 2021 fast verdreifacht, in Lichtenberg und Neukölln verdoppelt.

Die Verantwortung dafür versucht der Senat bei den Entsorgern abzuladen: Bei der Karl Meyer Rohstoffverwertung etwa habe sich die „operative Personaldecke“ Ende 2025 „kurzfristig halbiert”, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Im Winter sei es tatsächlich zu „erheblichen krankheitsbedingten Ausfällen gekommen“, bestätigt das Unternehmen auf Checkpoint-Anfrage. Aber: Auch der Senat trage eine Mitschuld. Weil sie mit Paketstationen, Ladesäulen oder Denkmälern konkurrierten, fehle es in Berlin schlicht „an ausreichenden Stellflächen für Glascontainer“. Zeit für ein Scherbengericht!

Opinary: Haben Sie einen Glascontainer direkt unterm Fenster?

Um Hilfe zu bitten, fällt manch einem schwerer als Hilfe anzubieten. Eine löbliche Ausnahme: Berlins Verwaltung. Die lässt sich allzu gern von Dritten beraten, coachen und evaluieren. Wie viele Millionen Euro die Verwaltung allein im letzten halben Jahr für Gutachten und Beratungsdienstleistungen ausgegeben hat und welche Leistung mit 1,2 Millionen Euro die teuerste war, erfahren Sie heute exklusiv in der Checkpoint Langstrecke.

Außerdem werfen wir einen Blick auf den Fall einer Mitarbeiterin, der von der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus zunächst fristlos gekündigt wurde – bis das Arbeitsgericht diese Kündigung nun für unwirksam erklärte.

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Diese Tagesspiegel-Plus-Texte empfehlen wir heute besonders:

+ Anwältin Laura Leogrande vertritt Opfer sexualisierter Gewalt: „Mich schockiert immer noch, was Männer sich so alles ausdenken“.

+ Lehrkräfte schlagen Alarm„Immer mehr Schüler schaffen es kaum, einem Thema länger zu folgen, als ein Popsong dauert“.

+ Kirschblüten-Guide für jeden TypAn diesen Orten können Sie das rosarote Spektakel bestaunen.

Telegramm

Nur 15 von 1223 Kindern bestanden in diesem Jahr in Berlin den Eignungstest fürs Gymnasium. Waren die Aufgaben zu schwer oder erfüllten sie ihren Zweck? Darüber können Sie sich nun selbst ein Bild machen. Alle Aufgaben in Deutsch, Mathematik und im Bereich „Überfachlich“ liegen dem Tagesspiegel vor und stehen hier zum Download für Sie bereit (T+).

Ihre Prüfung gemeistert haben die Berliner Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin. Bei der Eiskunstlauf-WM in Prag holten sie Gold im Paarlauf. Das zweite Berliner Duo Annika Hocke und Robert Kunkel schaffte es auf einen starken siebten Platz. Auf Glatteis macht uns keiner was vor!

Einen Ausrutscher ins Verschwörungsmilieu leistet sich der Rapper Sido. Auf seiner neuen Platte will er sich um „Frieden“ kümmern und bekommt im Titelsong Unterstützung von – Xavier Naidoo. Der faselte erst kürzlich mal wieder von „Menschenfressern“ und „embryonalen Gewürzen“ in Kartoffelchips.

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Im Jugendclub-Skandal in Neukölln wird gegen Linke-Jugendstadträtin Sarah Nagel wegen Strafvereitelung im Amt ermittelt. Auch gegen die Leiterin des Jugendamtes liegen Strafanzeigen vor. Das berichtete Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) im Abgeordnetenhaus.

Wohnungslos und wahlberechtigt: Obdachlose können für das Berliner Abgeordnetenhaus wählen – bereits seit 1995. Um sich ins Wählerverzeichnis einzutragen, müssen wohnungslose Deutsche eidesstattlich versichern, dass sie sich seit mindestens drei Monaten vor dem Wahltag überwiegend in Berlin aufgehalten haben. Laut Landeswahlleiter Stephan Bröchler haben bei der vergangenen Wahl rund 100 Wohnungslose abgestimmt.

Berlin’s next Dauerbaustelle: Das Rathaus Schöneberg hat zwei Weltkriege überstanden. Und so sieht es auch aus. Um den enormen Sanierungsstau (und den bröckelnden Putz) zu beseitigen, investiert der Senat 147 Millionen Euro. Die Sanierungsarbeiten sollen bei laufendem Betrieb erfolgen und „mindestens 14 bis 15 Jahre“ dauern.

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Wie viel Auto braucht Berlin? Das diskutieren am 14. April rbb und Tagesspiegel gemeinsam. Auf dem Podium sitzen CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde, Tagesspiegel-Landespolitikchef Christian Latz, Ragnhild Sørensen von Changing Cities, Gernot Liedtke vom Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Sascha Hingst vom rbb moderiert.Und im Publikum sitzen hoffentlich Sie! Hier melden Sie sich zur kostenlosen Teilnahme an.

Nach Marzahn-Hellersdorf und Spandau bietet nun auch Reinickendorf eine Saatgutbibliothek: In der Stadtteilbibliothek kann man ab der kommenden Woche Samen für 24 Gemüsesorten abholen – und neu produzierte Samen zurückbringen. Wiedersäen macht Freude.

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Mit dem Versprechen „Einmal VIP sein“ sucht das Land nach den 20 wohl wichtigsten Sachbearbeitern der Stadt. Ihre Aufgabe: Das Verwaltungsreform-Implementierungsprojekt (VIP) auf den Weg bringen. Klingt luxuriös, wird aber ein Marathon.

Wer den Saison-Endspurt in der 2. Liga vom besten Platz aus verfolgen will, muss schnell sein: Auf Kleinanzeigen bietet ein User eine „Hertha-Fanbank“ an. Sie stand von 2017 bis 2019 im Olympiastadion und wurde von allen Spielern des damaligen Kaders signiert. Schätzpreis laut Anbieter: 5000 Euro.

Zitat

„Ich habe bei der Kommunikation Fehler gemacht, für die ich mich bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt habe. Und das will ich gerne in diesem Haus auch noch mal wiederholen.“

Nachdem er wochenlang die Vorwärtsverteidigung gesucht hatte, kommt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) aus dem Bedauern gar nicht mehr heraus. Gestern wiederholte er sein Mea culpa im Berliner Abgeordnetenhaus.

 

Kiekste

„Love is all around“ – alle Ampeln sind auf Liebe geschaltet, auch in Neukölln auf der Hermannstraße. Entdeckt und fotografiert von Checkpoint-Leserin Sabine Skott. Dankeschön! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.

Berliner Gesellschaft

Geburtstag – „Allet Jute aus Schöneiche, lieber JÖRG B.!“ / Marie Bertholdt (31), deutsch-amerikanische Basketballprofi bei Alba Berlin / „Nicole Holtz, weiterhin Schätzchen und neuerdings frisch gebackene Masterin voller Tatendrang“ / „Am 27.3. hat Vaneeta Podewils Geburtstag. Der besten und schönsten aller Ehefrauen sendet ihr Ehemann herzliche Glückwünsche zum 72. Geburtstag“  / „Opa Rainer ist heute 70! Kaum zu glauben…“ / Roland Renner (75), Schauspieler (Schaubühne, Volksbühne, „Tatort“)  / Manon Straché (66) Schauspielerin (u.a. „Lindenstraße“)

Sonnabend – Stephan-Andreas Casdorff, Editor-at-large des Tagesspiegels und ehem. Chefredakteur, „Der Checkpoint wünscht alles Liebe zum Geburtstag!“ / Clara Herrmann (41), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg / „Liebe Maja, alles Gute zum 18. Geburtstag! Genieß Deinen besonderen Tag und den Start in einen neuen Lebensabschnitt – viel Glück, Spaß und unvergessliche Momente.“ / „Wuffige Grüße zum Gebuffstag, liebe Mutti! Danke, dass du immer so süß besorgt bist, wenn ich am Zaun den Chef markiere oder mal wieder dringend am ganzen Bauch untersucht werden muss. Als Geschenk spiele ich heute extra wild mit meiner Mitz mit Dir – ich hab dich riesig lieb, dein kleiner Muggel!“ / „Ute Trillmich: Feliz cumpleaños nach Andalusien und bleib weiterhin so tapfer.“ / „Heute singen die Herzschrittmacher ein vielstimmiges Ständchen für THOMAS W. und freuen sich auf das Sommerkonzert.“  

Sonntag – Alexander Fehling (45) Theater- und Filmschauspieler („Homeland“, „Verbrannte Erde“) / „Heute feiert die ganze Familie SOPHIE M-C. und wünscht ein spannendes Jahr!“ / Johanna Möhring (75), herzliche Glückwünsche zu deinem Geburtstag! Wir wünschen dir ein gesundes, lust- und genussvolles, reisefreudiges und kulturreiches neues Lebensjahr. Bleib so aktiv und neugierig und vor allem – bleib wie du bist! Herzlichst Carola & Lisa“

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++

GestorbenWilfried Boysen, * 22. September 1944, verstorben am 8. März 2026 / Hartmut Kurt Roeder, * 9. Mai 1939, verstorben am 2. Februar 2026 / Karl-Heinz Schöttler, * 11. November 1929, verstorben am 15. März 2026 / Klaus Teske, * 21. August 1934, verstorben am 21. März 2026

StolpersteinAmalie Kopper geb. Levy (*1859) war mit dem Uhrmachermeister Alexander Kopper verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder: Alfred und Irma. Nach dem frühen Tod des Ehemanns führte Amalie das Uhrengeschäft zusammen mit ihrer Tochter weiter. Sohn Alfred überlebte den Krieg, Irma wurde in Auschwitz ermordet. Amalie Kopper wurde von den Nazis am 17. März 1943 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb wenige Tage später, am 27. März 1943. An sie erinnert ein Stolperstein in der Gipsstr. 23 in Mitte.

Encore

Zum Abgang was für Feinschmecker: Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) ist jetzt auch dafür zuständig, geschützte regionale Herkunftssiegel zu kontrollieren. Die Franzosen schützen damit unter anderem ihren Champagner oder das edle Bresse-Huhn, Zypern seinen Halloumi-Käse und die Nürnberger ihre Rostbratwürste.

In Berlin hält sich der Kontrollaufwand fürs Lageso noch in Grenzen. Es gibt nur ein – unerwartetes – Berliner Original mit EU-Label: Berliner Kümmellikör.

Original Berliner Recherchen und Hinweise kamen heute von Christoph Papenhausen, Robert Kiesel und Ann-Kathrin Hipp. Das Stadtleben hat Ihnen Antje Scherer aufgetischt. Jennifer Katona (Produktion) hat das Ganze für Sie angerichtet. Morgen führt Sie hier Sönke Matschurek durch die Berliner Frischetheke.

Auf bald!

Daniel Böldt

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