tanken Sie noch oder laufen Sie schon? Auf die 12‑Uhr‑Grenze für stabile Spritpreise war ja zuletzt mangels Kontrolle kaum Verlass. Gestern berichteten wir über eine Partie Behörden-Pingpong: Die Justizverwaltung passte zur Senatskanzlei, von dort ging der Ball weiter zur Wirtschaftsverwaltung. Im Checkpoint-Büro kursierte der Vorschlag, jeder Senatsverwaltung eine Sprit-Sorte zuzuteilen: Die Senatskanzlei kontrolliert die Preise für E10, die Justizverwaltung für E5, die Wirtschaftsverwaltung für Diesel. Die Idee wandert (vorerst) zurück in die Schublade.
Denn es gibt eine offizielle Lösung. Wer künftig für die „Umsetzung des Gesetzes zur Anpassung von Kraftstoffpreisen“ zuständig ist, lesen Sie heute im ungekürzten Checkpoint. Mit der Kurzstrecke verpassen Sie außerdem:
+ Warum immer noch nicht alle Rolltreppen am Hauptbahnhof und am Südkreuz funktionieren.
+ Wo Sie in Neukölln Idylle, Beton und Schmiedekunst entdecken.
+ Welches Trio sich künftig um Fördergelder für Berlins Bühnen kümmert.
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Bei Bargeld hört die Freundschaft auf – das merkt gerade Berlins schwarz-rote Koalition, die „Cash only“ den Kampf angesagt hat (Checkpoint von gestern). Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) schimpft etwa über „staatlichen Zwang“ und hohe Kosten, wenn aus der Bundesratsinitiative Recht und Gesetz werden sollten. „Bargeldlose Zahlungen müssen wirtschaftlich tragfähig bleiben“, schreibt der Berliner Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn dem Checkpoint. Aber wie sieht’s mit den Kosten tatsächlich aus?
Laut einer Studie der Bundesbank ist Bargeld nicht nur lieb, sondern teuer. Bei einem Zehn-Euro-Kauf verursacht die Girocard demnach 8 Cent Kosten, Bargeld dagegen 23 Cent – nur ein Cent weniger als die Kreditkarte. Laut der Studie ist der Umgang mit Cash aufwendiger: Geld prüfen und zählen, Wechselgeld herausgeben, Kasse öffnen und schließen, abends Kassensturz, der Weg zur Bank. „Die Arbeitszeit der Mitarbeiter stellt einen wesentlichen Faktor dar“, steht in der Studie. Nur bei sehr kleinen Beträgen lohne sich – mit Abstrichen – das Bargeld, weil das Kassieren fix gehe. Ärgerlich, dass viele Preise längst nicht mehr in die Kategorie „sehr klein“ fallen.

Ab dem 12. Juni muss Berlin die Regeln der EU-Asylreform umsetzen: Geflüchtete sind dann nach einem EU-einheitlichen Verfahren zu registrieren. Dafür ist am ehemaligen Flughafen Tegel ein neues Ankunftszentrum geplant. Bis Ende Mai 2031 soll der Standort dafür genutzt werden, beschloss der Senat im Mai vergangenen Jahres.
Kenner und Genießer ahnen, wie der aktuelle Stand ist: Das neue Container-Ankunftszentrum wird frühestens Ende des Jahres öffnen. Laut Sozialverwaltung laufen derzeit lediglich „bauvorbereitende Maßnahmen“, Container sind noch nicht einmal bestellt. Erst ab Herbst rechnet die Behörde damit, dass die Verwaltungsmitarbeiter für die Registrierung nach Tegel umziehen können. Dann sollen auch die ersten Unterkünfte für Geflüchtete fertig sein. Bis dahin bleibt die Registrierung im bisherigen Ankunftszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik.
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Sorgen um Bürgersteige gibt es in Kreuzberg. Beim geplanten Riesenhostel mit 2500 Betten und 610 Zimmern sieht so mancher schon den Weg vor lauter Rollkoffern nicht mehr. „Überlastet dieses Hostel den Kiez?“, fragte sorgenvoll der CDU-Abgeordnete Timur Husein den Senat und erkundigte sich unter anderem, ob denn Gehwege, Straßen und Nahverkehr dem Ganzen überhaupt gewachsen seien. Der Senat ließ das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg antworten, zuständig für die Genehmigung des Hostels (und eigentlich traditionell rollkofferkritisch eingestellt): Alles bestens, hieß es sinngemäß, U-Bahn da, Bus auch und vor allem „ausreichend Gehwege“. Und der Lärm von potenziell hunderten Ein- und Aus-Checkern? Da müssen sich eben alle an die Vorschriften halten, teilte das Bezirksamt weiter mit. Zwischen 22 und 6 gelte Nachtruhe. Klingt total nach Kreuzberg. Fragt sich nur, nach welchem.
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Wo wir schon mal da sind, machen wir noch einen Ortskontrollgang durch den Görlitzer Park: Dort hoppelten Hasen umher, die dachten, sie hätten ein dickes Ei dabei. Zwei verkleidete Aktivisten von derselbst ernannten „Gewerkschaft der Osterhasen“ verteilten am Ostersonntag Schlüsselkopien für die Tore des neugebauten Zauns. Haben die Hasen etwa den Generalschlüssel gemopst? Die Sprecherin der Umweltverwaltung beschwichtigt. Die Tore seien aktuell mit simplen, sogenannten Bauschlössern gesichert, sagte Petra Nelken dem Checkpoint. Auf größeren Baustellen sei deren Verwendung gängig, das Vorgehen mit der Polizei abgestimmt. „Nach den Restarbeiten werden in einigen Wochen Sicherheitsschlösser fest installiert, die den Namen auch verdienen.“
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Und noch einige Lesetipps aus der Berlin-Redaktion:
+ Wer „sehenden Auges die Möglichkeit einer Gefährdung hinnimmt“, handelt fahrlässig: Ein Mann wurde von einem Blumenkübel erschlagen. Diese Regeln gelten für Mieter und Vermieter.
+ „30 bis 40 Prozent mehr Fahrgastkapazität als Gelenkbusse oder Doppeldecker“: Der Senat will extralange Busse einsetzen, möglichst schon vor 2030.
+ „Ich habe nicht überlegt, nur gehandelt“: Der Neuköllner Orhan Şençiçek rettete eine 17-Jährige aus einer brennenden Wohnung in der Gropiusstadt. Dafür wurde er jetzt ausgezeichnet.
+ „Wir brauchen ein neues Pflegesystem“: Bis zu 5000 Euro pro Monat kann ein Heimplatz kosten. Eine Betreiberin berichtet von dreisten Enkeln, langsamen Ämtern und fehlendem Geld.
Telegramm
„Willst du eine Waffe am Kopf haben?“ So bedrohte ein Mann am Dienstag SPD‑Spitzenkandidat Steffen Krach, während der auf der Schloßstraße Flyer verteilte. Als der Mann in seine Jackentasche griff, ging ein Begleiter dazwischen und warf ihn zu Boden. Krach stellte Anzeige wegen Beleidigung. Noch 165 Tage bis zur Wahl.
Personelle Konsequenzen gibt’s im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 16-Jährigen in einem Neuköllner Jugendklub: Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes wurde freigestellt. Zu den Gründen äußerte sich das Bezirksamt nicht. Zuvor hieß es, die Mitarbeiterin sei versetzt worden.
Dabeisein ist doch nicht alles: Laut aktuellem „Spiegel“ läuft das Rennen um dieAusrichtung der olympischen und paralympischen Spiele längst auf einen „Zweikampf“ zwischen NRW und Bayern hinaus. Berlin wird im Artikel nur noch in einem Nebensatz als „anderer deutscher Bewerber“ neben Hamburg erwähnt.
Apropos Bayern: Ex-Gesobau-Chef Jörg Franzen sammelt nach seinem Wechsel nach München Erfahrungen mit dem dortigen Wohnungsmarkt. Der „Süddeutschen Zeitung“ erzählte er, dass er nach zwei Monaten Immoscout-Suche eine möblierte Wohnung gefunden hat, „deutlich über 35 Euro pro Quadratmeter“. Fazit: „Ich bin überrascht, dass die Menschen das so hinnehmen.“ Bleibt ihnen ja kaum was anderes übrig.
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Die Mietsituation möchte auch SPD-Fraktionschef Raed Saleh verbessern. Im Interview mit der Morgenpost kommentiert er außerdem die Performance des Regierenden Bürgermeisters: „Dass Kai Wegner die Lage nicht immer optimal im Griff hat, daran zweifelt inzwischen wohl niemand mehr in der Stadt. Er wirkt überfordert.“ Klingt nach dicker Luft bei der nächsten gemeinsamen Shisha.
Ein rotes Speichenrad auf blauem und grünem Hintergrund: Heute wird an den Rathäusern zum „Internationalen Tag der Rom*nja“ die Roma-Fahne gehisst, weitere Aktionen wie Demos, Workshops und Führungen gegen Diskriminierung sind geplant.
Fast fünf Jahrzehnte lang war er eine der bekanntesten Radiostimmen der Stadt: Rik de Lisle, der „Alte Ami“, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Markenzeichen: Karohemd, Basecap und ein deutsch-amerikanischer Sprachmix. Bis Dezember stand er noch beim Berliner Rundfunk am Mikrofon. Bernd Matthies erinnert unter diesem Link hier an den großen Radiomann.
Berlin macht einen anderen alten Ami, Bill Gates, noch etwas reicher: Mehrere Hunderttausend Euro zahlt das Land an Microsoft, um Updates für mehr als 3500 Behördenrechner zu bekommen. Sie laufen noch mit Windows 10, für das am 14. Oktober 2025 der reguläre Support endete. Die rechtzeitige Umstellung war missglückt.
Rüber nach Lichtenberg, wo Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu (Grüne) dem Senat eine veraltete Beschlussempfehlung übermittelte, statt des gültigen BVV‑Votums, das Windräder in zwei Landschaftsschutzgebieten ablehnt. Die BSW vermutet Absicht, während Keküllüoğlu von einem „menschlichen Fehler“ und einem Beleg für die Transparenz ihres Amtes spricht.
Information aus zuverlässiger Quelle: Die Zierbrunnen-Saison startet, SPD-Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey wird den ersten Hahn heute auf dem Clara-Zetkin-Platz in Hellersdorf aufdrehen. 270 dekorative Wasserspiele gibt’s stadtweit – von riesig (Märchenbrunnen in Friedrichshain) bis winzig (Entenbrunnen in Charlottenburg).
Wir drehen nächste Woche auch wieder auf: Am 16. April steigt unsere Berlin-Revue. Wir feilen gerade an den Details. Exklusiver Blick auf die To-do-Liste: Songtexte üben, Tierbilder sichten, Quizfragen sortieren, Fahnenstange, Luftballons und Tennisbälle besorgen. Das wird groß. Hier gibt’s die letzten Tickets.

Zitat
„Wir bekommen Post. Bin gespannt, was drinsteht.“
Komiker Wigald Boning schwamm Ende März mit einer Begleiterin in der Spree vor dem Reichstagsgebäude. Danach nahm die Polizei ihre Personalien auf: Laut aktuellem Bußgeldkatalog droht den Schwimmern eine Strafe von bis zu 5000 Euro.
Kiekste
Über die Feiertage kam es in der Rigaer Straße zu Randale, ein Schaufenster wurde demoliert. Überraschend: Der Osterhase hat sich zu der Tat bekannt. Ein Tatortfoto schickte uns Checkpoint-Leserin Maria – vielen Dank dafür! Lassen auch Sie uns Ihre kriminellsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de zukommen und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Detlev U. Fricke (82), Geschäftsführender Fleesensee Verwaltungs GmbH“ / „Dr. Karlheinz Knauthe (85), Berliner Rechtsanwalt“ / Jürgen Kunze (81), Politiker (BSW, zuvor FDP), bis 2000 Rektor der Fachhochschule für Wirtschaft, zeitweise Landesvorsitzender der Berliner FDP
Nachträglich: „Die Herzschrittmacher feiern heute LUTZ K. mit einem vielstimmigen Ständchen und freuen sich aufs Sommerkonzert!“ / „Liebe Visel, alles Gute von der Markthalle-Gang!“ / „Die große Simons-Familie gratuliert heute dem Ältesten VOLKHARD zum 96. Geburtstag!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Bertram Bär, * 2. Juni 1942, verstorben am 29. März 2026 / Enno Limbach,* 17. September 1937, verstorben am 4. April 2026 / Karin Nowarra-Nadolny, * 9. Dezember 1958, verstorben am 22. März 2026 / Robert Schmidt, * 15. Januar 1979, verstorben am 24. März 2026
Stolperstein – Der Bankkaufmann Adolf Wiege (Jg. 1882) half gemeinsam mit seiner Frau Frida verfolgten Juden, indem er gefälschte Werksausweise für Untergetauchte druckte. Im Oktober 1944 wurde das Ehepaar von der Gestapo wegen „Verdachts auf Hochverrat und Judenbegünstigung“ festgenommen. Wiegel kam zunächst in das „Arbeitserziehungslager“ Wuhlheide. Auf einem Todesmarsch Richtung KZ Dachau wurde er am 8. April 1945 erschossen.
Ein Stolperstein in der Köpenicker Straße 36-38 in Mitte erinnert an ihn.
Encore
Das Auge hört mit: In einem Experiment mit VR-Brille variierten Forscher der TU die Farbe von Tapete, Sitzbezügen und Bühnenhintergrund in Konzertsälen und spielten Probanden Stücke für Violine und Klarinette vor. Fazit: Die Farbgestaltung verändert, wie wir Musik wahrnehmen. Satte Blau- und Grüntöne lassen den Klang kälter erscheinen, dunkle und wenig gesättigte Farben steigern das Gefallen. „Ein Raum kann warm, brillant oder metallisch wirken“, sagt Studienautor Stefan Weinzierl. Ein Blick in Berlins wichtigste Konzertsäle: Beige trifft Braun in der Philharmonie, im Konzerthaus stehen rote Sitze zwischen eierschalenfarbenen Wänden, in der Deutschen Oper lauscht man auf gelben Sesseln inmitten dunkelbrauner Holzvertäfelung. Akustisch alles im grünen Bereich.
Wunderbar bunt gemischt war das Checkpoint-Team: Anne Roggensack, Felix Hackenbruch, Daniel Böldt, Christian Latz, Robert Kiesel und Lorenz Maroldt lieferten Recherchen, Texte und Hinweise. Tobias Langley-Hunt komponierte das Stadtleben. Clara Kreuzberg (Produktion) verteilte am frühen Mittwoch die Partituren. Morgen dirigiert an dieser Stelle Daniel Böldt. Kommen Sie gut in den Tag und bis bald
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