Berlinkenner kann man werden – wo man geboren wird, entscheidet der Zufall. Jeder zweite Berliner ist zugezogen. Vergangene Woche wollten wir wissen, welches Glück Sie hier gesucht haben.
Checkpoint-Leserin Sigrid Engelbrecht stammt aus dem Fichtelgebirge, damals ein beliebtes Urlaubsgebiet für Westberliner. Sie war fasziniert davon, wie man sich in der Hauptstadt kleidete und sprach. „Alles war so toll und ungewöhnlich.“ Also schnappte sich die fünfjährige Sigrid den Schäferhund Hasso und stapfte nordwärts. Eine großangelegte Suchaktion beendete die Expedition, statt 1959 kam Engelbrecht erst 2010 in die Stadt ihrer Träume.
Rudolf Schmidt dagegen floh vor der Prüderie im Ausland. „In Berlin habe ich das Glück gesucht, die Seele ganz nackt baumeln zu lassen“, schreibt er dem Checkpoint. An den FKK-Stränden von Wannsee und Müggelsee wurde er fündig. Jenny Schon kam in den 60ern und und schwärmt noch heute vom Funkeln von Ku’damm und Funkturm. „Wir tanzten im verrauchten und verruchten Keller der Eierschale. Es gab Godard-Filme, man fühlte sich international.“ Anne Gersitz bringt es vielleicht am ehesten auf den Punkt: „Die Stadt hatte in einer Woche mehr für mich parat als Wiesbaden in sieben Jahren.“ Alle Geschichten finden Sie hier in voller Länge.
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Und dieser Vielfalt gehen wir nach – wortwörtlich. Zwölf Bezirke, zwölf Spaziergänge: In den Osterferien stellen wir täglich eine Route durch Berlin vor. Mal ausgedehnt, mal kurz– immer mit gemütlichen Cafés, lauschigen Parks oder spannenden Ausstellungen. Kuratiert von der Checkpoint-Community.
Los geht’s in Reinickendorf: Alessandro Nobbe empfiehlt als Startpunkt die Gartenstadt Frohnau. Sehenswert: das Centre Bagatelle, ein Gutshaus mit Ausstellungen, sowie das Buddhistische Haus. Von dort geht es über den ehemaligen Grenzstreifen zum Tegeler Fließ, anschließend vorbei an der Königin‑Luise‑Kirche und weiter bis zum Freizeitpark Lübars, mit einem großartigen Ausblick über Berlin und das Umland. Besonders schön für Kinder: der Erlebnisspielplatz und die „Alte Fasanerie“ (mit Alpakas). Danke für Ihre Tipps! Am Montag spazieren wir dann durch Mitte.

Erst spazieren, dann ein Eis? Wird teuer. Fuffzich Fennich ist lange vorbei. Wie ein Online-Gutscheinanbieter ermittelt hat, kostet 2026 eine Kugel in Berlin 2,23 Euro und damit 31 Cent mehr als im Bundesdurchschnitt. Die günstigste Kugel gibt’s für 1,47 Euro im brandenburgischen Lübbenau. Sicher auch deshalb (aber nicht nur) sagte der Regisseur Andreas Dresen einst: „Berlin hat Glück – es ist von Brandenburg umgeben.“
Was es in der Mark zu entdecken gibt, steht auf 168 Seiten im neuen Tagesspiegel-Reisemagazin „Brandenburg“. Mit Dampfschiff „Gustav“ fahren Sie über die Havel, mit dem Wohnmobil geht’s durchs Dahme-Seengebiet, mit dem Rad durch die Lausitz. Sie lernen Glindower Keramikkünstler kennen und schauen zwei Braumeistern in den Bierkessel. Neugierig? Unter allen Abonnenten der Vollversion verlosen wir fünf Magazine. Schreiben Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Vom Spreewald nach Spandau: Dass Ute Bonde (CDU) im Plenum die Wirtschaftlichkeit der U7-Verlängerung als herausfordernd bezeichnete, haben wir halluziniert. Bonde war bei der Verkehrsministerkonferenz in Lindau, das Zitat teilte sie uns über ihre Pressestelle mit. Es kommentiert Lothar Matthäus: Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien.
Und noch drei Service-Hinweise: Die Kirschbäume blühen. Wo Sie die pinke Pracht erleben können, erfahren Sie in unserem Kirschblüten-Guide. Nicht vergessen: In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren vorgestellt. Wir verlieren eine Stunde Schlaf – und gewinnen eine Stunde Abend. Hoffentlich verschläft deshalb niemand den Start beim Halbmarathon. Bis zum Nachmittag gibt es Sperrungen entlang der Strecke.
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Einfach abstellen hat seinen Preis.
Sperrmüll auf der Straße abzuladen, ist kein Kavaliersdelikt und wird mit hohen Bußgeldern geahndet. Dabei ist die richtige Entsorgung ganz einfach und oft kostenlos – vom Recyclinghof bis zur bequemen Abholung. Spar dir das Bußgeld, halte Berlin sauber!
Alle Infos: berlin.de/stadtsauberkeit
Muskelkater sollen sich lieber andere holen? Unsere Checkpoint-Tipps sind weniger anstrengend, Sie dürfen nach Herzenslust naschen und ohne Zeitmessung schlendern. Besonders für DDR-Interessierte gibt es am Wochenende einiges zu entdecken.
SONNABEND
+ Gab es queere Kunst in der DDR? Und ob. Wie die zwischen Untergrund und Propaganda aussah, zeigt der Kunstverein Ost anhand von Gemälden, Skulpturen und Stasi-Akten.
+ Die Leonhardtstraße in Charlottenburg wird zur quirligen Kunstmeile. Beim „Kunsthandwerklichen Ostermarkt“ gibt’s Getöpfertes, Gemaltes und Genähtes – nebst Osterbrot und Eierlikör.
+ Um 20.30 Uhr wird’s zappenduster am Brandenburger Tor. Zur Earth Hour werden für den Klimaschutz weltweit bekannte Denkmäler eine Stunde ausgeknipst.
SONNTAG
+ Zuckerbäcker, Chocolatiers und Patissiers wollen Sie beim „Naschmarkt International“ in Versuchung führen – mit Mochi & Marzipan, Churros & Cheesecake – in der Markthalle Neun (5 Euro Eintritt, Karies gratis).
+ Ostberlin ist mehr als Platte. Am Tag der offenen Höfe in Alt-Marzahn können Sie mit Wurst und Waffel durchs historische Angerdorf spazieren oder die Ziegen im Tierhof besuchen. Auch Museumsgut und Bockwindmühle haben geöffnet.
+ Im ehemaligen Frauengefängnis Lichterfelde eröffnet die Ausstellung „fluid FEMININITY“. 50 Künstler:innen interpretieren, was „weiblich“ heute bedeutet – und was es schon lange nicht mehr heißen sollte. Nur für Erwachsene (18+).
SONNABEND & SONNTAG
+ Frühling küsst Rummel. Bei der traditionsreichen „Britzer Baumblüte“ bauen rund 40 Schausteller im Gutspark ihre Fahrgeschäfte auf. Nirgends fährt man schöner Autoscooter als unter Kirschblüten. Und im Biergarten gibt’s Platz zum Schwofen und Verweilen.
+ Auch in Treptow sprießt’s: Bei den Kräutertagen der Späth’schen Baumschulen stehen mehr als 450 Küchen- und Heilkräuter zum Verkauf (und 20 Sorten Basilikum). Aus dem Gasthaus duftet es, dazu läuft Live-Jazz, während Kinder in der Märchenhütte Ostereier in sorbischer Tradition bemalen.
+ Schokocreme von Nudossi, das DDR-Knusperbrot Filinchen und Ketwurst – so schmeckt(e) der Osten. Bei der Kultmesse Ostpro auf der Trabrennbahn Karlshorst trifft Nostalgie auf Feinkost. Der kleine Maulwurf und Schnatterinchen sind auch da, Eintritt 3 Euro.
Wie war das noch gleich…? Wie gewohnt können Sie jetzt ihr Wissen im Checkpoint-Wochenrätsel testen. Vergangene Woche war das Lösungswort FRÜHJAHRSPUTZ. Vielen Dank fürs Mitmachen und viel Spaß!
1. Streit um die U7-Verlängerung in Spandau: Die Verkehrsverwaltung erteilte ihr eine Absage, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ist prinzipiell …
K) … für die Verlängerung.
L) … gegen die Verlängerung.
T) … für eine Verkürzung der U7.
2. Und an welchem Tag will der Senat den Fahrplan auf einigen U-Bahnlinien ausdünnen?
E) Montag
I) Freitag
A) Sonntag
3. Einigkeit herrscht in Sachen Großveranstaltung: Was soll zwischen 2034 und 2037 in Berlin stattfinden?
T) Internationale Gartenausstellung
S) Europäische Verkehrskonferenz
R) Internationale Bauausstellung
4. Welche Änderung wurde für die nächste Berlinale angekündigt?
S) Zwei Publikumstage
T) Drei Goldene Bären
B) Ein früheres Festivalende
5. Was gabs bei der Ministerpräsidentenkonferenz Ost im Roten Rathaus als Nachtisch?
C) Zitronentarte mit frischen Himbeeren
Z) Schokocreme mit Sanddorn
B) Mohn-Vanille-Mousse mit Erdbeeren
6. Apropos Spezialitäten: Welches Berliner Original trägt das EU-Label für geschützte regionale Herkunft?
M) Berliner Luft
A) Berliner Currywurst
H) Berliner Kümmellikör
7. Die Union der italienischen Speiseeishersteller stellte derweil die Sorte des Jahres vor:
B) „Pinocchio“
M) „Biene Maja“
O) „Mickey Mouse“
8. „Berlin und Brandenburg hat es am heftigsten erwischt“, schrieb das Umweltbundesamt und meinte die ungewöhnlich hohe …
R) … Luftfeuchtigkeit.
L) … Feinstaubbelastung.
U) … Sonnensturmaktivität.
9. Was fanden Beamte der Polizei in der Jacke eines mutmaßlichen Taschendiebes?
F) Teile der „Maple Leaf“-Goldmünze
U) Einen Fuchswelpen
B) Taubenküken
10. Die gestohlene Meisterschale der Füchse ist auch wieder aufgetaucht, und zwar …
E) … im Keller der Geschäftsstelle.
N) … in einem Kleingarten in Spandau.
J) … im Fundbüro der BVG.
11. Welchen Schriftzug sieht man aktuell beim Anflug auf den BER?
H) „Sorry for the delay“
T) „Thank you for flying Lufthansa“
S) „Welcome to the City of Freedom“
12. Zum Sport: Was wird an Ostern rund ums Olympiastadion versteckt?
C) Eierlikör-Fläschchen
D) Kino-Gutscheine
E) Hertha-Tickets
13. Und wer trainiert künftig den FC Bundestag?
R) Ottmar Hitzfeld
W) Jürgen Klopp
N) Felix Magath
Senden Sie das Lösungswort an checkpoint@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist Sonntag, 23.59 Uhr. Unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort verlosen wir einen limitierten Checkpoint-Jutebeutel. Viel Glück!
Berliner Schnuppen
Leseempfehlungen
Wagen alt, Klo kaputt, aber beste Stimmung an Bord – Unterwegs mit dem neuen Nachtzug von Paris nach Berlin: Wer Nachtzug fährt, fühlt sich beim Losfahren wieder jung, aber am Morgen danach manchmal wie Jetlag. Checkpoint-Kollege Stefan Jacobs hat den neuen „Europan Sleeper“ getestet – und kam ausgeschlafen an.
Vom Kessel anfachen bis zum Feierabendbier – Ein Tag auf der Havel mit Dampfschiff Gustav: Enthusiasten haben ein 118 Jahre altes Boot wieder zum Leben erweckt. Mehrmals Woche sticht Kapitän Detlef in See und schippert Ausflügler zu den Schlössern und Gärten rund um Potsdam.
Schlaflos im Eis – „Der Alltag auf einem Forschungsschiff ist ein absolutes Chaos“: Neun Wochen lang ist das Forschungsschiff „Polarstern“ auf Expedition in der Antarktis. Am Ende der zweiten Woche kippt die die Stimmung bei der Journalistin.
Ob Spreewald oder Spandau, Mailand oder Madrid – Hauptsache, Nora Weiler hat den Newsletter auch diese Woche verpackt und verschickt, Jessica Gummersbach das Wochenrätsel ausgeheckt. Neuen Stoff liefert am Montag Lorenz Maroldt. Ihnen ein duftes Wochenende! Tschüss und bis bald