Schnee & Schneeregen bei -4 bis -1°C

Verwaltungsgericht kippt Streusalz-Freigabe Unwetterwarnung wegen Eisregen und Schnee Droht Sozialprojekt am Kotti das Aus?

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mit wahrlich Aufhellendem starten wir in die heutige Ausgabe: Die Tage sind seit dem 21. Dezember schon um rund eine Stunde und 30 Minuten länger geworden! Bei 9:19 Stunden liegen wir heute zwischen Tagesauf- und Untergang. Und das Beste: Morgen kommen weitere vier Minuten Licht dazu.

Und damit zu den Possen, kleinen und großen Notlagen, die dieser kalte Winter leider zur Genüge bereithält. Am Mittwoch sorgte das Berliner Verwaltungsgericht für die nächste Pirouette auf dem Glatteis: Streusalz ist wieder verboten. Die Richter kippten die Allgemeinverfügung des Senats vom Freitag, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gab. Geklagt hatte der Naturschutzverband Nabu. Juristisch ist die Sache klar. Dass sich der Senat mit der Anordnung aufs Glatteis begab, hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) schon bei der Ankündigung eingeräumt, als er von „rechtlichen Unsicherheiten“ sprach. Dennoch hielt er es „in dieser besonderen Lage für geboten“. Nur BSR und Bezirke machten anschließend von der Streusalz-Erlaubnis trotzdem keinen Gebrauch, anders als mancher private Grundstückseigentümer.

Weshalb nun auch der Nabu und sein Kampf gegen Streusalz in der Kritik steht. Es brauche einen Einklang von „Umweltbelangen und der Lebenswirklichkeit der Menschen in dieser Stadt“, sagte Wegner. Unterstützung kam von unerwarteter Seite: „Sorry aber was für ein Wahnsinn!“ postete Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang auf X. „Ältere Menschen verlassen teilweise ihre Wohnung nicht mehr, weil sie Angst haben, sich zu verletzen und dann geht man gerichtlich gegen eine pragmatische Lösung vor.“

Nun also doch kein Streusalz mehr – zumindest so lange bis, das am Mittwoch von CDU und SPD geeinte Straßenreinigungsgesetz beschlossen wird. Dabei könnte es stellenweise schon heute früh wieder extrem glatt sein. Für die letzte Nacht und den Morgen hat der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung vor Schnee und Eisregen für Teile Brandenburgs und den Süden und Osten Berlins herausgegeben. Immerhin die BVG wollte sich darauf diesmal besser vorbereiten. Aus Sorge vor zugefrorenen Oberleitungen wurden letzte Nacht mehr Trams fahren gelassen. Bei der U-Bahn war der „Bürsten- und Schmierzug“ im Einsatz und mit der BSR wurde vereinbart, „neuralgische Punkte möglichst frühzeitig abzustreuen“, teilte eine Sprecherin dem Checkpoint mit. Ob’s geklappt hat, sehen Sie heute früh. In jedem Fall gilt: Bleiben Sie vorsichtig.

Opinary: War Kai Wegners Streusalz-Entscheidung trotzdem richtig?

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Splitt bleibt damit vorerst das Streumittel der Wahl. In vielen Baumärkten sind die begehrten Steinchen längst ausverkauft, der Andrang bei der kostenlosen Ausgabe an den BSR-Betriebshöfen ist groß. So viel Splitt wurde seit Jahren nicht mehr auf Straßen, Gehwegen und inzwischen auch Hausfluren verteilt. Wie viel es tatsächlich ist, wird sich erst in einigen Wochen zeigen. Und dann? Was passiert eigentlich mit dem Splitt, wenn es taut?

Das lesen Sie heute nur in der Checkpoint-Vollversion. Dort finden sie auch:

+ Welche Berliner bei den Olympischen Winterspielen antreten

+ Welches Senatshaus dem landeseigenen IT-Dienstleister Millionen schuldet

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Geld vom Senat fordert auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Der Bezirk wirft dem Senat vor, Mittel vom Sicherheitsgipfel für Straßensozialarbeit mit jungen Drogenabhängigen am Kottbusser Tor gestrichen zu haben. „Es ist unfassbar und äußerst bedauerlich, dass der Senat die Mittel für ein derart zentrales Projekt streichen will, obwohl der Regierende Bürgermeister die Fortführung aller Mittel aus dem Sicherheitsgipfel mehrfach zugesagt hat“, poltert Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne). 2025 seien die 100.000 Euro von der Senatsbildungsverwaltung gekommen. Auf ein Schreiben der federführenden Umweltverwaltung, sich für das Geld in diesem Jahr direkt bei den Senatshäusern zu melden, habe es nun von der Bildungsverwaltung aber eine Absage gegeben.

Die bestätigt, dass man in diesem Jahr kein Geld mehr für das Projekt hat, auch wenn dessen Bedeutung „außer Frage“ stehe, wie eine Sprecherin, Susanne Gonswa, erklärt. Doch man brauche alle Mittel für den Ausbau eines Bildungsprojekts für unbegleitete Flüchtlinge im Wrangelkiez. Dafür gibt’s eine Empfehlung an den Bezirk: Mal bei der Gesundheitsverwaltung anfragen. Dort gebe es für solche Projekte „deutlich umfangreichere Mittel“. Auch passe das Thema dort besser hin. „Vor diesem Hintergrund sehen wir dort eine realistische Möglichkeit der Anschlussfinanzierung“, meint die Sprecherin. Gibt’s also doch noch ein Happy End? Wir bleiben dran.

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Sind Berliner Bären in Gefahr? Das fragt Grünen-Abgeordnete June Tomiak per schriftlicher Anfrage und sorgt sich konkret um die Waschbären. Der Hintergrund: Das Land hat die Jagdzeiten ausgeweitet. Tiere, die sich partout nicht verscheuchen lassen, sollen schneller von Stadtjägernentnommen“ (sprich: getötet) werden. Diese Einzelfälle stünden laut Umweltverwaltung immer im Zusammenhang mit „besonderen Situationen“ – etwa zur Abwendung von Objektschäden, zur Einhaltung der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen oder zum Schutzsensibler Infrastruktureinrichtungen“.

Moment mal: Diese kleinen pelzigen Banditen gefährden sensible Infrastruktur? Nachfrage bei Wildtierexperte Derk Ehlert: Auf der Suche nach Verstecken würden Waschbären hin und wieder in Krankenhäuser eindringen oder sich in militärische Anlagen oder kV-Trafostationen verirren. Gerade in Letzteren könne das zu Kurzschlüssen führen. Kommt tatsächlich vor, aber selten: Seit 2020 gab es laut Umweltverwaltung zwei „Entnahmen“ im Zusammenhang mit dem Schutz sensibler Infrastruktur – beide in Spandau.

Diese Artikel aus der Tagesspiegel-Redaktion legen wir Ihnen heute ans Herz:

+ Noch vier Wochen bis zum FrühlingEin Biopsychologe gibt Tipps gegen das Berliner Wintertief

+ Andrang auf Berliner Oberschulen„Panik unter Pankower Eltern“ – droht nun auch Geschwistern der Losentscheid?

+ Raus an die frische LuftSieben Mini-Ausflüge für Berliner Familien während der Winterferien

Telegramm

Wer den Checkpoint nur in der Kurzstrecke liest, verpasst täglich ein Highlight, das Promis und Politiker gleichermaßen begeistert: die „Berliner Schnuppen“ von Naomi Fearn. Seit August 2018 kommentiert sie zeichnend mit Herz und Schnauze das Hauptstadtgeschehen. Am 14. Februar erscheint die 2000. Folge. Zum Jubiläum können Sie ihr über die Schulter schauen: Was wollten Sie von Naomi Fearn schon immer mal wissen? Schicken Sie eine Mail an comics@tagesspiegel.de, Naomi antwortet in der kommenden Woche im Checkpoint persönlich. Wir sind gespannt!

Football’s staying home: Das DFB-Pokalfinale wird mindestens bis 2030 im Olympiastadion ausgetragen. Das wird heute vom Regierenden Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf offiziell besiegelt. Eigentlich sollten die Verträge schon Ende 2025 unterschrieben werden. Nach den teils chaotischen Zuständen beim vergangenen Finale hatte der DFB verlangt, insbesondere die Einlasssituation zu verbessern.

An Berlins Gerichten sind im vergangenen Jahr tausende Waffen und gefährliche Gegenstände sichergestellt worden. Deutlich mehr als im Vorjahr. Wo es die meisten Fälle gab, lesen Sie hier.

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Klimaschutz und Milieuschutz gehen in Berlin nicht immer zusammen. Von 187 Anträgen von Hauseigentümern für Klimaschutzmaßnahmen wurden 27 abgelehnt, also in 14 Prozent der Fälle (schriftliche Anfrage Johannes Martin, CDU). Eine Antwort auf die Frage, wie effiziente, gut gedämmte Häuser und bezahlbare Mieten zusammengehen: unbezahlbar.

Das Warten auf neue BVG-Wartehäuschen geht derweil weiter. „Im Zuge des Ende 2024 ausgegebenen strategischen Kurses ‚Stabilität vor Wachstum‘ werden laufende Projekte überprüft und erneut bewertet“, heißt es nun von der BVG (schriftliche Anfrage Kristian Ronneburg, Linke). Checkpoint-Interpretation: Solange die alten Häuschen noch stabil stehen, wird’s erstmal keine neuen geben.

Ein kluger Blick von außen auf Berlin und Deutschland geht leider verloren. Die Washington Post streicht 300 Stellen und schließt ihr Berliner Büro. Selten war der Slogan der Zeitung wahrer: „Democracy dies in darkness.“

In den Messehallen läuft die Fruit Logistica, es geht um Obst- und Gemüse-Trends, KI-Unterstützung bei der Ernte und nachhaltigen Anbau. Toller Nebeneffekt: Hinterher werden übrig gebliebene Lebensmittel an die Tafel gespendet, im vergangenen Jahr kamen rund 57 Tonnen zusammen.

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Gemüse und Obst wären auch ein guter Anfang für die Gastro im Museumsdorf Düppel: Der grüne Standort des Stadtmuseums sucht einen neuen Betreiber für die Speise- und Schankwirtschaft. Die Siedlung ist bekanntlich mittelalterlich, die Küche darf gern modern sein.

Nebenan in Brandenburg endet heute mit Getöse ein Kapitel Lausitzer Bergbaugeschichte. Im Tagebau Jänschwalde wird die Förderbrücke F60 gesprengt – nach Angaben des Energiekonzerns LEAG die größte bewegliche Arbeitsmaschine der Welt. Die Liveübertragung startet um 10.45 Uhr (hier geht’s zum Video).

Korrektur zum Heizungsausfall im Rathaus Schöneberg (Checkpoint von Mittwoch): Abgesagt wurde nicht die Mitgliederversammlung der SPD-Schöneberg, sondern die der Nachbarabteilung Schöneberg-City. Die Genossen ohne City-Bezug haben am Dienstag im SPD-Kreisbüro getagt, das dem Vernehmen nach gut beheizt war. Warum und wie lange die Heizung ausfällt, konnte das Bezirksamt übrigens noch nicht mitteilen.

Zitat

„Beheizte Unterhosen brauchen wir hier nicht.“

Katja Kammer, Leiterin der Abteilung Landeswaldbewirtschaftung beim Landesbetrieb Forst Brandenburg. Gerade ist Hochsaison im märkischen Wald, die Holzernte läuft.

 

Kiekste

In Zehlendorf erobert sich die Natur ihren Platz zurück. Selbst Stromkästen müssen da gelegentlich kapitulieren. Gesehen und fotografiert von Checkpoint-Leserin Birgit Begehr. Vielen Dank! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.

Berliner Gesellschaft

GeburtstagAhne (bürgerlich: Arne Seidel, 58), Schriftsteller und Lesebühnenautor / Henriette Confurius (35), deutsch-niederländische Schauspielerin („Die geliebten Schwestern“, Serie „Tannbach“) / „MinRat aD Joachim Dauke, 101: Bleib in Spandau so fit wie du bist, viel Schönes liegt noch vor Dir, Deine Detlef, Uta, Eva, Oli“ / „Dr. Bernhard Dombek, Präs. der Bundesrechtsanwaltskammer a.D., wird 87 Jahre alt (Podcast: #2 Mit Recht Persönlich). Es gratuliert seine Kanzlei Betz Rakete Dombek“ / Joachim Schmettau (89), Bildhauer, er entwarf u.a. den Erdkugelbrunnen am Breitscheidplatz oder die „Hand mit Uhr“ an der Altonaer Straße

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++

Gestorben Dr. Wolfgang Hauck, * 11. April 1935, verstorben am 15. Januar 2026 / Georg Immelmann, * 30. April 1935, verstorben am 12. Januar 2026, ehemaliger Theaterintendant / Peter Randunski, * 13. März 1939, verstorben am 19. Januar 2026 / Prof. Hans Albrecht Roericht, * 15. November 1932, verstorben am 8. Dezember 2025 / Hans-Peter Vennemann, * 5. Juli 1941,verstorben am 4. Januar 2026 / Claudia Arnold Ziegeler, * 22. Februar 1960, verstorben am 19. Januar 2026

StolpersteinHelene Lina Wolff geb. Meyerhardt (*1875) war verheiratet mit dem Kaufmann Richard Wolff. Das Paar hatte fünf Kinder, von denen vier u.a. nach Brasilien und Palästina emigrieren konnten. Am 25. Januar 1942 wurde Helene Lina von den Nazis nach Riga deportiert, vermutlich starb sie kurz nach der Ankunft im Ghetto. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs datiert ihren Tod auf den 5. Februar 1942. An Helene Lina Wolff erinnert ein Stolperstein in der Niebuhrstr. 66 in Charlottenburg.

Encore

Zuletzt noch eine Würdigung für den Hauptstadt-Storch, der 2025 im Dauereinsatz war: Rund 35.700 Kinder kamen in Berlin zur Welt. Die Baby-Bilanz der Bezirke führt Tempelhof-Schöneberg mit 6023 Kindern an, gefolgt von Mitte mit 4810. Schlusslicht ist Reinickendorf mit 711 Neugeborenen.

Bei den Namen dominierten stadtweit Adam, Noah und Emil sowie Mila, Emilia und Mia. Auf der exotischeren Seite gab es zum Beispiel Bella, Coco, Elfie und Orlane sowie Beckett, Dexter, Fiorello oder Kaleo. Und: In fast allen Bezirken kamen etwas mehr Jungen als Mädchen zur Welt. 

Dieser Checkpoint rückt das Geschlechterverhältnis wieder gerade: Antje Scherer hat das Stadtleben gestaltet, Clara Kreuzberg am frühen Morgen die Produktion übernommen. Morgen erblicken Sie an dieser Stelle mit Jessica Gummersbach und Valentin Petri das Licht der Weltstadt.

Bis bald!

Christian Latz und Jessica Gummersbach

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