wir schalten in den Sommermodus, aber keine Sorge, wir sind weiterhin täglich für Sie da – und haben uns einige Besonderheiten für die Ferien überlegt: Von Montag an startet unser Newsletter mit Ihren Urlaubsgrüßen! Wo lesen Sie in den nächsten Wochen den Checkpoint? Schicken Sie uns bitte ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de, auch und gerade, wenn ihr Urlaubsort „Berlin“ heißt. Vielleicht handelt es sich ja um eines der über 100 Berlins, die über den Globus verstreut sind? In unserer Serie „Berlin weltweit“ stellen wir sie vor.
Außerdem: Nach 105 Episoden unserer Rubrik „Das Pandemie-Ding“ machen wir den Platz frei für die Berliner SpitzenkandidatInnen – ebenfalls von Montag an beantworten sie uns täglich reihum fotografisch eine Frage. Übrigens: Das „Pandemie-Ding“ wird schon bald mit zehn ausgewählten Beiträgen in der digitalen Sammlung „Berlin Jetzt!“ des Stadtmuseums erscheinen. Wir freuen uns! Mit dabei: Hans Ruoff und seine Wanderschuhe, über den nach unserer Meldung auch der Deutschlandfunk berichtete.
Bei der BVG endet eine Ära, die über Jahrzehnte zur unerschütterlichen Folklore Berlins gehörte: Wenn demnächst die Vordertüren der Busse wieder öffnen, können Tickets dort nur noch bargeldlos gekauft werden. Nie wieder werden wir hören, dass der Fahrer angesichts eines Zwanzigers hoch erfreut sagt: „Seh‘ ick aus wie ‘ne Sparkasse?“ (früheren Generationen auch in der Variation „Bin ick ‘ne Wechselstube?“ bekannt), nie wieder wird es heißen: „Keene Monatskarte, aber eenen uff dicke Hose machen – dit ham wa jerne.“ Aber auch die Fahrer müssen sich umgewöhnen – noch vor kurzem wurde die Frage, ob Kartenzahlung möglich ist, gerne mit einem trockenen „Wat!?“ gekontert.
„Aber wann können die Fahrgäste denn endlich wieder vorn einsteigen?“, will Checkpoint-Leserin Renate Hartmann wissen – zum Schutz der Fahrer sind inzwischen ja alle Busse mit Acrylscheiben ausgerüstet worden. Wir haben bei der BVG den aktuellen Stand erfragt, die Antwort: Solange die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zur Öffnung noch nicht abgeschlossen sind, bleiben die Türen zu. Zur Erinnerung: Eigentlich sollte es bereits am 3. Mai soweit sein, aber ein bisschen Verspätung sind wir ja gewohnt. Vertreiben wir uns die Wartezeit mit der Vorfreude auf andere Busfahrer-Klassiker (alle original überliefert), die auch ohne Bargeld funktionieren, z.B.: „Fahren Sie Steglitz?“ – „Ne, ick fahre Bus“. Oder: „Sind Sie 125?“ – „Ne, ick bin 53“. Team Checkpoint wünscht gute Unterhaltung.
Interne Chatprotokolle enthüllen, was der Berliner AfD-Fraktionsvorsitzende Georg Pazderski von einfachen Mitgliedern und hohen Funktionären hält („Keine Kohle, keine Zähne, keine Bildung“). Die hochmütige Verachtung, die der Oberst a.D. sonst öffentlich gegenüber Menschen außerhalb seines Weltbilds, anderen Parteien, staatlichen Institutionen und Medien zeigt, trifft jetzt auch seine eigene Truppe. Nach der Landtagswahl in Brandenburg drängte sich Pazderski noch als Claqueur auf die Bühne und an die Seite des rechtsextremen Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz, im vertraulichen Austausch mault er: „Ich habe nicht 41 Jahre diesem Land gedient, um jetzt mit Neonazis, die es in ihrem Leben zu nichts oder wenig gebracht haben, Seit’ an Seit’ zu marschieren.“ Und tut es doch, nachdem er ihnen den Weg bereitet hat. Die Pazderski-Protokolle, die auch offenbaren, wie der gescheiterte Kandidat hinter den Kulissen ein „Negative Campaigning“ gegen Parteichef Tino Chrupalla aufzieht, finden Sie hier (Abo).
Ein übernatürliches Erlebnis mit dem „Easytestcenter“ im SEZ hatte unser Leser Timm Buchholz: „Habe heute vergessen, meinen Schnelltest abzusagen. Gut, dass ich trotzdem ein negatives Ergebnis bekommen habe.“ Das Center beantwortet unsere Anfrage so: „Hier scheint ein Systemfehler vorzuliegen.“ Aha! Aber wie und warum? „Das können wir derzeit nicht klar sagen“. Bitte kreuzen Sie selbst an, ob das jetzt für Sie eine positive oder negative Auskunft war.
Nachtrag: Knapp fünf Stunden nach der ersten Mail zum „Easytestcenter“ kam noch eine weitere an: „Wir sind wirklich sehr darauf bedacht sauber und ordentlich zu arbeiten! Und wollen uns ganz klar von Späßen abheben die uns in die Betrugsfälleecke schiebt! Wir sind ehrlich Geschäftsleute die seid Jahren in Berlin arbeiten und das soll auch so bleiben.“
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Mit einem Abi-Durchschnitt von 2,3 hat sich Berlin um 0,1 verbessert (und liegt jetzt genau auf meiner Note von damals, wenn ich mich richtig erinnere). 421 Mal gab’s die Bestnote 1,0 (plus 114), und wie im vergangenen Jahr bestanden 96,7 % der Schülerinnen und Schüler die Prüfungen.
Und hier noch ein paar Zahlen zum Schuljahresabschluss:
266 allgemeinbildende öffentliche Schulen benutzen Lern- und Kommunikationsplattformen, die keine datenschutzrechtliche Klärung haben. (Q: DS 18/27831, Anfrage MdA Maja Lasic).
Und immerhin 93 Flugreisen stehen bei der Bildungsverwaltung im Corona-Jahr 2020 in der Bilanz (90 davon Schulen, Vorjahr 836). Die Ziele: Atlanta, Athen (4), Barcelona (6), Belgrad, Bordeaux, Brüssel (2), Budapest, Cuenca, Dublin (2), Düsseldorf, Durango, Edinburgh (2), Elath, Faro, Fort Collins, Genf (2), Graz (2), Karup, Krakau, Lissabon, London (6), Luxor, Lyon (3), Madrid (2), Malaga (3), Manchester, Moskau, Neapel, Newcastle, New Delhi, Nottingham, Paris (10), Peking, Philadelphia, Porto, Reykjavik (2), Rom (8), Sevilla (4), Singapur, Tel Aviv (2), Tokio (2), Toulouse, Valencia, Wien (2), Windhoek. Irgendwas vergessen… ach ja: Zweimal ging’s nach Berlin – wie und warum auch immer. (Q: DS 18/27804, Anfrage MdA Georg P. Kössler).
Apropos Toulouse – wir bleiben noch einen Moment in der Luft. Wird der Flughafen TXL zum Zombie – oder ist das ein Scherz von Sebastian Czaja? Jedenfalls hat uns Checkpoint-Leser Joachim Wrusch herzliche Grüße aus Toulouse geschickt, wo für den kommenden Montag um 16:40 Uhr ein Flug mit Easyjet nach Tegel angekündigt wird (EC 1745, A319). Glauben Sie nicht? Na, dann schauen Sie mal hier.
Auch für die Engländer lebt Tegel weiter – auf der Website von „British Airways“ heißt es noch immer (Stand heute früh): „Fly to Berlin Tegel (TXL) from London Heathrow (LHR) and London City Airport (LCY). With a flight time of less than two hours, and multiple flights departing from both London airports, it really couldn’t be easier.“ Aber Achtung: „Due to Covid-19, schedules and airports are subject to change.“
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Im Garten, auf der Dachterrasse, am See, bei einer Waldhütte – Grillen und Sommer gehören einfach zusammen. Das gemeinsame Essen in geselliger Runde zelebrieren und dabei das Draußensein genießen. Zum Grillfest sind unkomplizierte Weine gefragt, die allen schmecken. Lassen Sie sich von unserer Auswahl an Grill-Allroundern inspirieren. Zum Shop
Und da wir gerade bei Flugzombies sind: Gestern Abend landete bei uns auf dem Checkpoint-Tisch doch tatsächlich eine aktuelle Mitteilung der 2017 verstorbenen Air Berlin, genauer gesagt: von deren Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Der hat nämlich festgestellt, dass der Brexit zu einer „historisch neuen Konstellation“ geführt hat – demnach sei die Fluggesellschaft, die vor dem Börsengang 2006 von einer GmbH & Co. KG in eine Limited & Co. KG überführt worden war, aktienrechtlich nicht mehr als britische Gesellschaft zu behandeln. Jetzt will Flöther bei der Aktionärin Clearstream Banking AG knapp eine halbe Milliarde Euro für die Gläubiger eintreiben (darunter viele Tausend Fluggäste) und hat deshalb Klage beim Landgericht eingereicht.
Ein Fall von „Baumvandalismus“ erschüttert Treptow: Unbekannte massakrierten einen mehr als 80 Jahre alten Eschen-Ahorn (18 m hoch, Kronendurchmesser von 11 m), der das Landschaftsbild auf der Grün- und Erholungsanlage am Britzer Verbindungskanal prägte. Jetzt sieht er so aus. Das Bezirksamt schreibt dazu: „Die Sachbeschädigung in diesem zerstörerischen Ausmaß macht uns betroffen und fassungslos. Angesichts der schon aufgrund der Umwelt- und Klimaproblematik kaum auszugleichenden Baumverluste ist diese Tat auch der Allgemeinheit gegenüber mehr als respektlos.“
Ob uns das Ahorn-Massaker dem Weltuntergang nähergebracht hat, sei mal dahingestellt – Tatsache ist allerdings, dass der Klimaschutz ein zentrales Wahlkampfthema ist. Auch die Union ist dafür, verrät aber nicht, was sie genau dafür tun möchte. Was von dieser Taktik zu halten ist, ob sie nach hinten losgeht oder doch erfolgreich werden könnte, analysiert Jakob Schlandt, Leiter des Tagesspiegel Newsletters Background Energie und Klima, in der neuen Folge des „Gradmessers“, unserem Klimapodcast, den Sie sich hier anhören können.
Frage für Berlinkenner (Kategorie schwer): Was haben Angelina Jolie, Caroline Link, Heinrich Prinz von Croy, Bernhard Prinz von Baden, Ernst August von Hannover, Charlène von Monaco, Olivia Palermo, Paris Jackson, Helene Fischer, Iris Berben, Johannes B. Kerner und Bettina Jarasch gemeinsam? Na? Puh… Ok, Auflösung: Sie sind alle in der aktuellen „Bunte“ versammelt (Kerner allerdings nur mit einer Gegendarstellung: „Keine der im Zusammenhang mit meiner Person benannten Immobilien steht in meinem Eigentum“). So, und was erfahren wir nun über Frau Jarasch, präsentiert in der Reihe „Deutschland, deine starken Frauen“)? Hier eine kleine Übersicht:
+ „Schon als kleines Mädchen wollte ich Macht.“
+ „Ich klinge nicht schwäbisch.“
+ „Gedankliche Tiefe schadet nie.“
+ „In unserer Küche hängt ein Schild: Hier haben die Grünen nichts zu sagen.“
+ „Beten ist eine Kraftquelle für mich.“
+ „Es braucht natürlich keinen Doktortitel, um diese Stadt zu regieren.“
+ „In einem Jahr wurden unserer Familie fünf Räder geklaut.“
Kai Wegner ist heißer Anwärter für die Späti-Ehrenmedaille „Sterni“ in Alu: Der Spitzenkandidat der Christlich-Demokratischen Union pfeift auf das Ruhebedürfnis der Kirchen und will die Grundversorgung von Durstigen im Kiosk ihrer Wahl auch am 7. Tag gestatten. (Q: Tagesspiegel).
„Die CDU wird alles dafür tun, dass unser Berlin wieder gut regiert wird!“, verkündet Generalsekretär Stefan Evers in seinem Newsletter mit Blick auf das Ferien-Chaos in den Bürgerämtern (keine freien Termine mehr zur Passverlängerung bis zum 20. August) – ok, aber was meint er mit „wieder“? Wie damals zu Zeiten des dafür zuständigen Innensenators Frank Henkel (2011 bis 2016), als es auch keine Termine in den Bürgerämtern gab?
Wird der Flughafen TXL zum Zombie – oder ist das ein Scherz von Sebastian Czaja? Jedenfalls hat uns Checkpoint-Leser Joachim Wrusch herzliche Grüße aus Toulouse geschickt, wo für den kommenden Montag um 16:40 Uhr ein Flug mit Easyjet nach Tegel angekündigt wird (EC 1745, A319). Glauben Sie nicht? Na, dann schauen Sie mal hier.
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Oha! Am kommenden Montag geht’s mit @easyJet_DE im Airbus A319 von Toulouse nach Tegel - ist denn TXL wieder auf? Oder ist das wieder ein Gag von @SebCzaja („Er kam, sah und flog“)? pic.twitter.com/0zUV3GmXhL
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Auch für die Engländer lebt Tegel weiter – auf der Website von „British Airways“ heißt es noch immer (Stand heute früh): „Fly to Berlin Tegel (TXL) from London Heathrow (LHR) and London City Airport (LCY). With a flight time of less than two hours, and multiple flights departing from both London airports, it really couldn’t be easier.“ Aber Achtung: „Due to Covid-19, schedules and airports are subject to change.“
Wochniks Wochenende
Die besten Berlin-Tipps für drinnen, draußen und drumherum.
48h Berlin
Samtagmorgen – Was ist nur aus dem Bildungsspaziergang geworden? Sofern er über die Akademie der Künste führt, etwas ganz Schönes eigentlich. Das Haus am Hanseatenweg, das den Tiergarten als erweiterten Flaniergarten hat, hat eine Reihe von Radiokompositionen und Hörspielen in Auftrag gegeben, die mithilfe von Smartphones beim Lustwandeln zu hören sind. Über QR-Codes am Gebäude werden die Hörstücke abgerufen. Darunter der Field Log Cobourg der wahlberliner Komponistin Kirsten Reese: eine kunstvolle Radiokomposition über die überraschende Begegnung britischer Marinesoldaten mit dem Brandenburger Naturwissenschaftler Ludwig Leichhardt in Australien 1849, in der es um Kolonialgeschichte, Termiten, das weite Feld von kulturellem Wissen und seine Vermittlung geht. Verfügbar ab 10 Uhr.
Samstagmittag – Eine der eingängigsten Definitionen der Moderne besagt, dass der moderne Mensch sich seiner eigenen Geschichtlichkeit bewusst ist. Der vormoderne Mensch, Knecht in monarchistischen Systemen, empfand sich dagegen schlicht als vergänglich. Die Künstlerin Dagmar Schürer behauptet in ihrer immersiven Multimedia-Installation We Are Already History And We Don‘t Know It das Gegenteil. Ihre Beweisführung erbringt sie über eine Auseinandersetzung mit dem Gehirn. 14 bis 17 Uhr im Fitzroy, S-Bahn Bogen 46, Holzmarktstraße 15. Der Eintritt ist frei.
Samstagabend – Ein glänzendes Beispiel für das aktive Mitgestalten der Geschichte in der Moderne sind übrigens Bürgerrechtsbewegungen. Beim CSD Berlin Pride geht es mit gleich drei Demos, die zum Alexanderplatz führen, um die Sichtbarkeit queerer Kultur. Ebenda, auf dem Gelände der Alten Münze, Molkenmarkt 2, steigt von 16 bis 23 Uhr mit dem Pride Garden die Abschlussveranstaltung. Strenge Corona-Regeln sorgen für eine Reduktion der Gäste, der Vorverkauf ist daher auch schon geschlossen. An der Abendkasse sind allerdings Tickets zu 8 Euro verfügbar.
Sonntagmorgen – Immer mehr Waldbewohner arrangieren sich seit Beginn der Moderne mit den Lebensbedingungen in Städten, und das notgedrungen. Denn das Nahrungsangebot auf dem von Monokulturen geformten Land, der Schwund von Insekten durch Pestizid-Einsatz und die voranschreitende Verstädterung erschweren oder verunmöglichen den Tieren das Leben in ihren natürlichen Habitaten. Eben das hat die aktuelle Ausstellung Cohabitation im Silent Green, Gerichtstraße 35, zum Thema, die sich als „Manifest für die Solidarität von Menschen und Tieren im Stadtraum“ versteht. Eineinhalbstündige Zeitfenstertickets zwischen 11 und 17 Uhr kosten 5 Euro.
Sonntagmittag – Wie es sich anfühlt, Schulter an Schulter mit den prominentesten Promis Berlins zu stehen, macht das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds erfühlbar. Vorteile: Wer nicht sonderlich gut im Smalltalk ist oder sich schnell eingeschüchtert fühlt, kann sich hier entspannen. Außerdem ist Zeitreisen angesagt, denn neben manchen Zeitgenoss:innen stehen auch Stars wie Marlene Dietrich, JFK, David Bowie und viele andere für intensiven Blickkontakt zur Verfügung. Das Haus hat die Pandemie genutzt, um seine Ausstellung von Grund auf neu zu gestalten, im neuen Mittelpunkt steht das vergangene Jahrhundert Berliner Geschichte mit einem neuen Schwerpunkt auf queeren Protagonist:innen. Tagestickets kosten 24 Euro.
Sonntagabend – Vom hoffentlich nicht dahinschmelzenden Wachs zu Wasser: Auf dem Galerienschiff Hošek Contemporary, am Spreeufer nahe Fischerinsel 3, lässt Stimmakrobatin Heather Green die Schallwellen aus ihrem Stimmorgan mit denen des Wassers Interferenzmuster bilden, Pianist Klaus Sallmann bietet dem ausufernden Gesang einen tonalen Anker und die MS Heimatland stellt mit viel Holz einen akustisch trocken klingenden Raum zur Verfügung, der sich so gar nicht anfühlt, als wäre man noch in Berlin. Die Platzzahl ist auf 20 reduziert, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Manche meinen ja, dass wir Wildschweine einfach so durch die Gegend streifen, weil uns sonst nichts einfiele. Das ist mitnichten richtig. Mittlerweile spricht sich ja auch unter Menschen herum, dass das Spazierengehen zunächst mal außerordentlich gesund ist, gegen Bluthochdruck hilft und vor allem den Geist erquickt – das weiß unsereins schon lange. Was unter uns Schweinen aber auch eine lange Tradition hat, ist der klassische Bildungsspaziergang. Der Waldboden ist voller Neuigkeiten, Klatsch und Nachrichten. Man braucht nur einen entsprechenden Riecher, um darin zu lesen. Wer das als Zweibeiner einmal nachvollziehen möchte: Das Schlossgut Schwante bietet speziell auf Menschen zugeschnittene philosophische Spaziergänge an. Mit einem gewissen Florian Goldberg ziehen Sie da durch den Skulpturengarten des Anwesens und klären drängende Fragen der Existenz. Ich werde das demnächst ebenfalls ausprobieren, mal sehen, wie es um die menschliche Fähigkeit steht, in den Dingen zu lesen. Ich fürchte nur, dass ich mich doch sehr werde zusammenreißen müssen, neben all den Skulpturen nicht auch selbst einen künstlerischen Ausdruck in der Landschaft zu hinterlassen und den Dingen durch kräftiges Wühlen hier und da ein wenig auf den Grund zu gehen. Alter Künstlertick, Sie verstehen. Mit philosophischen Grunzen, ich empfehle mich.“
Leseempfehlungen
Kinder ins Museum zu bekommen ist nicht nur bildungstechnisch interessant, es verspricht auch etwas Abkühlung an den heißen Tagen, von denen in der nächsten Zeit sicher noch einige folgen werden. Anja Neu (Abo) hat die Berliner Museumslandschaft auf Kinderprogramm abgeklopft.
Jedes Museum verfügt über ein Hauscafé. Jedes? Das Georg-Kolbe-Museum hat keins. Und das, obwohl alles da ist, inklusive frisch sanierter Räume und arbeitsfreudiger Cafébetreiber:innen. Das Bezirksamt aber hat ein Problem mit, Achtung, der Unisex-Toilette, die einer Empfehlung des Senats zur Antidiskriminierung genauestens entspricht. Susanne Leimstoll (Abo) hat nachgefragt.
Corona hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt, manche Länder reagieren schneller als andere. So lockt Meck-Pomm vor allem junge Berliner:innen mit idyllischen Bildern vom Homeoffice am See raus aufs Land, um der voranschreitenden Überalterung der Landbevölkerung entgegenzuwirken. Paul F. Duwe (Abo) hat das Tagesspiegel-Forum zur Neuordnung von Lebenswelten zusammengefasst.
Die Beziehung von Individuum und Gesellschaft hat sich im Laufe des letzten Jahres mehrfach neu erfunden, nicht nur in Berlin hat die Frage „Nun sag’, wie hast du’s mit der Pandemie?“ Freundeskreise und Familienbande neu sortiert. Hannes Soltau (Abo) zieht eine persönliche Bilanz aus den widerstrebenden Gefühlen des letzten Jahres.
Wochenrätsel
Auf welchen der Berliner Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl bezieht sich der Slogan „Er kam, sah und machte.“
a) Sebastian Czaja
b) Kai Wegner
c) Klaus Lederer
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Das Programm des Botanischen Gartens wurde offenbar von einem Dichter gestaltet – hier einige der blumigen Veranstaltungstitel: „Nicht bitterböse“, „Mal so richtig blau machen“, „Es leuchtet“, „Das Erbschaftspulver“, „Zauber über Botania“, „Energiegeladene Früchtchen“ – tja, da hat jemand offensichtlich eine blühende Fantasie. Auf die stinkende Titanwurz mussten wir in diesem Jahr allerdings leider verzichten: Die Blütezeit (drei Tage) fiel mitten in den Lockdown.
Diesen Checkpoint zum Erblühen gebracht haben Thomas Lippold (Recherche) und Florian Schwabe (Produktion). Wir wünschen Ihnen ein buntes Wochenende und sehen uns hier am Montag wieder – bis dahin,