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Ex-SPD-Sprecher heuert bei Kai Wegner an Schwäne halten Berlin in Atem Nur elf Cannabisvereine in Berlin

von Daniel Böldt
mit Jessica Gummersbach und Björn Seeling

der April ist da! Zeit, mal wieder im Tierpark vorbeizuschauen: Dort entsteht nicht nur ein neues Elefantenhaus, auch den Flamingos und Pelikanen wird aktuell ein riesiges Netz über den Köpfen gespannt. Aber warum eigentlich? Und wieso ging es bisher ohne?

„Wir bauen die beiden Volieren, um auch in Zukunft eine Genehmigungsfähigkeit für die Flamingo- und Pelikananlagen rechtssicher erhalten zu können“, sagte Andreas Knieriem, Direktor von Zoo und Tierpark dem Checkpoint. Hinter der Antwort verbirgt sich ein langer Streit zwischen Tierschutzorganisationen und zoologischen Gärten.

Bisher wurden den Flamingos zweimal im Jahr die Federn gestutzt, um sie flugunfähig zu machen. Ein Netz war also nicht notwendig. Zoo und Tierpark argumentieren, dies sei vergleichbar mit Krallenschneiden und verursache keine Schmerzen. Auch die Veterinärämter hatten keine Einwände – bis 2023. Da intervenierte das Bezirksamt Mitte und untersagte dem Zoo das Federnstutzen, weil es gegen das Tierschutzgesetz verstoße. Organisationen wie Peta hatten ein Verbot lange gefordert.

Der Zoo reagierte pragmatisch: Alle Flamingos, die gestutzt werden, wurden kurzerhand in den Tierpark verlegt (das dort zuständige Veterinäramt Lichtenberg hatte sich noch nicht zu dem Thema geäußert). Im Zoo verblieben nur ältere Tiere, bei denen ein Teil des Flügels amputiert ist und die dadurch dauerhaft flugunfähig sind. Diese Praxis ist zwar bereits seit Jahren verboten, aber auch nicht rückgängig zu machen.

Die Volieren im Tierpark entstehen nun aus einem Akt vorauseilenden Gehorsams. Da Knieriem davon ausgehen muss, dass sich das Veterinäramt Lichtenberg der Rechtsauffassung von Mitte eines Tages anschließt, dürfen wohl auch hier bald keine Federn mehr gestutzt werden. Für Peta ist das nur ein Teilerfolg. Die Organisation fordert, dass Flamingos (und perspektivisch auch alle anderen Tiere) gar nicht mehr in Zoos gehalten werden dürfen.

Und wie halten Sie es mit Giraffe, Bär und Co.?

Opinary: Gehen Sie gerne in den Zoo oder den Tierpark?

Die Matheaufgabe „Tanken mit dem Checkpoint“ zum Spritsparen in Polen (hier nachzulesen) hat gestern zu Warteschlangen im Checkpoint-Postfach geführt: Rund 100 Spritrechner schickten uns ihre Antworten – mit 49 verschiedenen Ergebnissen. Die reichten von „Ich spare 80,33 Euro“ bis zu „Ich verliere 9,52 Euro“. Am häufigsten genannt wurde eine Ersparnis von 27,23 Euro. Leider alles falsch.

Auftritt Günter M. Ziegler, Präsident der FU und Professor der Mathematik. Er hat auf Checkpoint-Anfrage die Aufgabe mit zwei Fachkollegendurchgerechnet („Textaufgaben, darüber freut man sich doch immer!“). Sein Ergebnis: 41,44 Euro Ersparnis. Genau ein Checkpoint-Leser hat das korrekt berechnet.

Die Herleitung: Von Berlin nach Słubice verbraucht man sieben Liter Diesel zu 2,29 Euro (= 16,03 Euro). Für die Rückfahrt fallen 8,68 Euro an (7 x 1,24). Macht zusammen Kosten von 24,71 Euro. Nun zur Ersparnis: Da sieben Liter Diesel für die Rückfahrt draufgehen, hat man noch 63 Liter günstigen Sprit im Tank, der 78,12 Euro gekostet hat. In Deutschland hätte man für die gleiche Menge 144,27 Euro gezahlt. Die reine Tankersparnis beträgt also 66,15 Euro. Davon zieht man noch die Kosten für die Fahrt ab und landet beim Ergebnis von Professor Ziegler.

Übrigens: Bei der Berliner Finanzverwaltung haben wir auch nachgefragt. Sie kam auch fast auf das richtige Ergebnis. Aber sie übersah – wahrscheinlich mit Absicht – unseren Hinweis auf die gesenkte Mehrwertsteuer in Polen von 28 Cent und kam so auf eine Ersparnis von nur 32,48 Euro.

Transparenzhinweis: Hier wurde mit den prognostizierten Werten von Montag gerechnet. Inzwischen meldet Polen Vollzug bei der Spritpreisbremse: Am späten Abend lag der Preis dennoch deutlich über unserem kleinen Rechenbeispiel: bei etwa 1,77 Euro pro Liter. Ob sich das noch lohnt, müssen Sie selbst wissen. Den Rechenweg kennen Sie jetzt ja.

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Was ist gemeint, wenn von „Natur“ die Rede ist? Wer definiert, was als „Natur“ gilt? Die Ausstellung „Natur und ‍deutsche Geschichte“ blickt auf ‍Ereignisse, in denen der Naturbegriff auf markante Weise geprägt wurde und spannt einen Bogen über 800 Jahre Geschichte – von Hildegard von ‍Bingen bis zur ‍frühen Anti-Atomkraft-Bewegung in den 1970er Jahren. Mehr
 

Mietendeckel, Sozialwohnungsquote, Begrenzung der Gewinnausschüttung für Wohnungskonzerne – die Berliner SPD probiert derzeit jedes mietenpolitische Instrument einmal an, um zu schauen wie es ihr steht. Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh hat nun noch etwas im Kleiderschrank gefunden.

Was genau Saleh vorschwebt, um den Anstieg der Mieten zu begrenzen, lesen Sie heute exklusiv im Checkpoint. Dort finden Sie heute auch unseren dritten Teil der Osterspaziergang-Serie, dieses Mal verraten wir Ihnen die schönsten Ecken in Steglitz-Zehlendorf.

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Und hier noch einige Lesetipps:

+Bin das wirklich ich? Warum die eigene Stimme auf Aufnahmen so fremd wirkt.

+ Suche nach dem Schöneberg von 1969: Unterwegs mit dem Autor Michael Wildenhain durchs alte West-Berlin.

+ „Der Mond wird zur Überlebensfrage der Menschheit“: Astronaut Alexander Gerst über die Artemis-Mission.

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Seit einer Woche irrt ein Buckelwal durch die Ostsee. Millionen Menschen verfolgen sein Schicksal gebannt. Es scheint, als würde die gesamtdeutsche Stimmung am Wohlergehen des Wales hängen. Glücklicherweise haben wir auch in Berlin Erfahrung mit Wa(h)len (sorry, da müssen Sie jetzt durch).

Zur aktuellen Walsituation gab uns kein Geringerer als Landeswahlleiter Stephan Bröchler („Sie wissen, ich bin wälerisch“) dem Checkpoint ein exklusives Interview.

+ Herr Bröchler, ist der Wal noch zu retten?
„Der hoffnungsvolle Wal stirbt zuletzt.“

+ Es wurde versucht, das Tier in tiefere Gewässer zu leiten. Ist Walmanipulation in diesem Fall erlaubt?
„Bei Walmanipulation gibt es keine Wahl. Nur stimmberechtigte Wale dürfen wählen.“

+ Was hilft gegen Walmüdigkeit?
„Gegen Walmüdigkeit helfen zum Frühstück am besten Walnüsse.“

+ Mit Blick in die Zukunft: Steht der Ostsee eine Walwiederholung bevor?
„Solange Wale immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben, ist nicht mit einer Walwiederholung zu rechnen.“

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Große Reisen für kleines Geld: Kinder und Jugendliche aus Mitte können sich jetzt für Sommerurlaube anmelden, die zu 90 Prozent vom Jugendamt subventioniert werden. Im Angebot: Watterkundungen in Schleswig-Holstein, Reitferien in Sachsen-Anhalt, ein Surfcamp in den Niederlanden und Strandurlaub in Italien – zwei Wochen kosten maximal 160 Euro. Vergünstigte Ferien für Kinder aus einkommensschwachen Familien bietet der Bezirk schon seit Jahren an.

Kontrolliert wird die Finanzkraft nicht (mehr). „Heute ist egal, ob die Eltern 5000 Euro verdienen oder Sozialhilfe bekommen“, sagt Anke Grolms, Projektmanagerin im Jugendamt, dem Checkpoint. „Doch die wenigsten, die einer regulären Arbeit nachgehen, suchen nach Reisen auf der Website des Jugendamtes.“ Geworben wird in Bibliotheken, an Schulen und auf Social Media. Die Nachfrage sei immens. Für Italien und andere Auslandsreisen stünden (bei 30 freien Plätzen) jährlich rund 100 Kinder auf der Warteliste.

Telegramm

Rau(s)chzeichen über Berlin: Seit genau zwei Jahren ist Cannabis legal. Die Bilanz der Anbauvereine ist ernüchternd: Strenge Auflagen machen sie unattraktiv, der Schwarzmarkt floriert und medizinisches Cannabis lässt sich online deutlich einfacher bestellen. Immerhin: Elf Vereine in der Hauptstadt verfügen über eine Anbaugenehmigung, sieben weitere Anträge liegen dem LAGeSo vor.

Quizfrage: Was ist ein Kasseler Sonderbord? Ein Imbiss-Schnäppchen, eine Regal-Spezialanfertigung, oder doch eine exklusive Etage auf der AIDA? Nichts davon: Das Kasseler Sonderbord ist ein höherer Bordstein, der das Einsteigen in Busse erleichtert. Problem: Nicht überall ist Platz dafür. Unter anderem deshalb sind erst zehn Prozent der Bushaltestellen barrierefrei (Wert stagniert seit Jahren, laut neuem Nahverkehrsplan).

Personalie: Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern. Der Ex-Sprecher der Berliner SPD hat einen neuen Job: Jonas Gebauer, der vor wenigen Wochen auch aus der Partei austrat, heuert beim Berliner CDU-Chef Kai Wegner an und soll dessen Wahlkampfteam unterstützen (via B.Z.).

Schwanensee, Kreuzberg-Edition: Polizisten retteten einen geschwächten Vogel von einem Balkon in der fünften Etage am Paul-Lincke-Ufer. Einen weiteren Schwan musste die Feuerwehr an der Gitschiner Straße von den U-Bahngleisen holen. Checkpoint-Leser David Spitzl saß derweil eine halbe Stunde in der U3 am Kotti fest und hörte die Durchsage: „Die BVG ist tierlieb, drum fahren wir erst weiter, wenn er weg ist.“ Beide Tiere sind wohlauf. Ente gut, alles gut.

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Dieser Leitfaden hilft, rechtliche Grundlagen zu verstehen, wichtige Verfügungen für Sie oder Ihre Angehörigen niederzuschreiben und alle notwendigen Unterlagen zu ordnen. Inkl. systematischer Checklisten, rechtsgültiger Muster für Patientenverfügungen, Verfügungen für Angehörige und Vorsorgevollmachten. Mehr

Vor dem Magnus-Hirschfeld-Tag am 14. Mai möchte Queerbeauftragter Alfonso Pantisano (SPD) an 30 weiterführenden Schulen mit Jugendlichen ins Gespräch kommen – über Hirschfeld, seine Bedeutung für die queere Emanzipationsbewegung und darüber, warum Solidarität heute wichtiger ist, denn je. Schulen können sich bis 30. April mit drei Terminvorschlägen per Mail bewerben: AP_Queeres_Berlin@senasgiva.berlin.de.

Gummihopse und Fußball auf der Fahrbahn: Die Saison der temporären Spielstraßen beginnt. Den Auftakt macht heute die Kreuzberger Böckhstraße, die für vier Stunden für Autos gesperrt wird. Das Projekt geht inzwischen ins achte Jahr.

Rüber nach Marzahn-Hellersdorf: Dem AfD-Verordneten Rolf Keßler ist aufgefallen, dass in den Drucksachen des Bezirks uneinheitlich gegendert wird – na, wenn das mal nicht den Lesefluss stört. Um Einheitlichkeit sei man bemüht, es fehlten jedoch verbindliche Vorschriften, antwortet „BzBmin/BzStRin WiFöSGAUmNat“ (KA-479/IX).

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Die Berlin Science Week hat ein neues Zuhause: Das Haus der Kulturen der Welt aka Schwangere Auster wird dieses Jahr zum Zentrum des Festivals für Kultur und Wissenschaft, eines der größten seiner Art. Vom 6. bis 8. November gibt es dort Publikumstage.

Neues von der Ei-Society: Legehennen in Brandenburg haben im vergangenen Jahr fast 1 Milliarde Eier erzeugt, etwa 13 Millionen weniger als 2024, meldet das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Rechnerisch konnte damit jeder Brandenburger 386 Eier essen – mehr als eins pro Tag.

Nicht wundern: Für das Kunstprojekt „rumEiern“ wurden an mehreren Orten sieben Rieseneier aufgestellt, zum Beispiel ein klingendes Ei in Prenzlauer Berg und ein StrickEi in Kreuzberg. Die Aktion von Jugendprojekten und Kirchenakteuren kulminiert dann am Wochenende in einem Event mit dem irren Titel „Die Osternacht als Fuck-Up Night“. Eieiei.

Zitat

„Darauf sind wir stolz, auch wenn wir darauf still stolz sind."

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), während sie auf der Senatspressekonferenz (!) die "herausragende" GRW-Mittelabrufung Berlins lobt.

 

Kiekste

Am S-Bahnhof Warschauer Straße hat man die Umstellung auf die Sommerzeit wohl verschlafen. Gesehen von Checkpoint-Leserin Katja Weber – vielen Dank! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de. Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.

Berliner Gesellschaft

GeburtstagPeter A. Frensch (70), Psychologe, ehem. Vizepräsident der Humboldt-Universität für den Bereich Forschung / Tessa Mittelstaedt (52), Schauspielerin (u. a. Kölner „Tatort“ und Komödie am Kurfürstendamm) / Anne Rabe (40), Autorin („Die Möglichkeit von Glück“) und Dramatikerin / Christian Thielemann (67), Dirigent, Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden / „Liebe Dagmar W., zu Deinem xx. Geburtstag herzliche Glück- und Gesundheitswünsche aus Schöneiche“

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++

Gestorben Dorle Bartels (geb. Hallensleben), * 26. Februar 1938, verstorben am 15. März 2026 / Rolf Jochem Rave, * 21. März 1936, verstorben am 12. März 2026 / Prof. Dr. Wolfram Saenger, * 23. April 1939, verstorben am 16. Februar 2026 / Dr. Eckhart Scharmer, * 1. August 1947, verstorben am 6. März 2026

StolpersteinJohanna Zickel (*1891) war Schneiderin, ledig und kinderlos. Sie lebte in Berlin gemeinsam mit ihrer Schwester Jenny. Beide wurden von den Nazis am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert, gelten seither als vermisst und wurden rückwirkend zum 1. April 1943 für tot erklärt. Zwei weitere Geschwister überlebten den Krieg. An Johanna Zickel erinnert ein Stolperstein im Feuerweg 1 in Wittenau.

Encore

Wer hätte das gedacht: Menschen mit Zimmerpflanzen fühlen sich zu Hause wohler als Menschen ohne. Eine Baumarktkette hat dazu mehr als 1000 Menschen befragt. Räume wirken demnach mit Monstera und Marante entspannender, viele können sich sogar besser konzentrieren.

Sie möchten noch glücklicher werden? Dann denken Sie groß: Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf verschenkt wieder Bäume (Bewerbung hier). Eine der Bedingungen: regelmäßige Beweisfotos ans Umweltamt, dass der neue Mitbewohner liebevoll gepflegt wird.

Die Checkpoint-WG bestand heute aus Anne Roggensack (Recherche und Texte), Stefan JacobsSönke MatschurekLorenz Maroldt, Anna Thewalt (Hinweise), Antje Scherer (Stadleben) und Jennifer Katona (Produktion).

Morgen schlägt hier wieder Lorenz Maroldt Wurzeln.

Auf bald!

Daniel Böldt

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