Das Kandidatenkabinett zur Abgeordnetenhauswahl füllt sich langsam – nach den Grünen ist jetzt die CDU soweit: An diesem Freitagnachmittag erklärt nach Checkpoint-Informationen Kai Wegner öffentlich seine Bereitschaft, sich auf die Wahlplakate seiner Partei kleben zu lassen, und zwar als Aspirant für das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Der Noch-Bundestagsabgeordnete rügte gestern schonmal den Senat für dessen Krisenpolitik: „Wir brauchen dringend ein gemeinsames Vorgehen gegen Verstöße.“

Der Noch-Regierende Bürgermeister Michael Müller will bekanntlich dorthin, wo Wegner bereits ist – und bekommt für seine Bundestagskandidatur jetzt prominente Unterstützung: Sechs Wissenschaftler, Hochschulleiter und Manager, allesamt Professoren, veröffentlichen heute einen offenen Brief, der dem Checkpoint bereits vorliegt. Darin heißt es:
„Die außerordentlich gute Entwicklung der vier Berliner Universitäten, der Charité, der Hochschulen und anderer Wissenschaftseinrichtungen hat in den letzten Jahren weltweit große Aufmerksamkeit erregt. (…) Die Bedeutung der politischen Unterstützung, aber auch des inhaltlichen Beitrags des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, seit 2016 auch Wissenschaftssenator des Landes, ist außerordentlich groß: zu dieser Entwicklung hat er entscheidend beigetragen und sie durch seine sachkundige Unterstützung erst möglich gemacht, für Berlin, für die Wissenschaft, für die Bearbeitung der Themen der Zukunft.
Es wäre dringend zu wünschen, dass diese Sachkenntnis und dieses Engagement zukünftig im Bundestag wirksam werden können.“
Die UnterzeichnerInnen des Schreibens sind:
Detlev Ganten (Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Delbrück-Centrum, Charité)
Martin Grötschel (Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bis Oktober 2020)
Norbert Palz (Präsident der Universität der Künste)
Martin Rennert (Ex-UdK-Präsident, Mitglied des Vorstands der Einstein Stiftung)
Günter Stock (Präsident der Akademie der Wissenschaften bis 2015)
Christian Thomsen (Präsident der TU Berlin)
Sabine Kunst (Präsidentin der Humboldt-Universität)
Passend zum Vorstoß für Müller erhielt gestern Emmanuelle Charpentier vom Berliner Max-Planck-Institut für ihre Forschung an Methoden zur Erbgut-Veränderung den Chemie-Nobelpreis. Und auch die Stadt selbst verändert unwiderstehlich ihre eigene DNA. „Corona ist eine Zäsur, die Party ist vorbei“, schreibt Ex-Senatskanzleichef Björn Böhning im Tagesspiegel, und: „Berlin braucht dringend ein neues Modell der Wertschöpfung“. Moderne Technologie wird dazugehören, ebenso wie die Wissenschaft.
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Ein halbes Jahr lang haben der Senat und die Bezirke Zeit gehabt, einen heißen Corona-Herbst zu verhindern – und sich zugleich darauf vorzubereiten. Das Ergebnis: Deutschland sperrt Berlin ein. Immer mehr Bundesländer verhängen wegen der hier rasant steigenden Infektionszahlen ein „Beherbergungsverbot“ für die Hauptstädter – nach dem Auslandsurlaub ist jetzt also auch der im Inland gestrichen. Die Befreiung durch einen negativen Corona-Test ist nur theoretisch möglich: Wer max. 48 h vor einer Reise ohne Symptome mit der ganzen Familie einen Abstrich-willigen Arzt findet, darf sich als Glückspilz selbst verspeisen.
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Über 600.000 Menschen in 23 Ländern auf vier Kontinenten haben sie bereits gesehen — der Zauber auf Jung und Alt von der vom Publikum und Presse gefeierten »Zauberflöten«-Inszenierung der britischen Theatertruppe »1927« und Barrie Kosky ist ungebrochen: Wieder an der Komischen Oper Berlin ab dem 10. Oktober 2020 – Jetzt buchen!
Wie unkontrolliert Berlin ins Corona-Chaos zurückfällt, zeigt ein Blick an die Schulen – hier Auszüge aus einem Brief des Gesundheitsamts Neukölln an alle Schulleiter:innen (liegt dem Checkpoint vor):
„Angesichts der steigenden Infektionszahlen der an dem Corona-Virus Erkrankten und der auch vielzählig betroffenen Schulkinder, ändert das Gesundheitsamt Neukölln aktuell seine Teststrategie, die in dieser Fassung mindestens bis zu Beginn der Herbstferien Gültigkeit besitzt. Sofern es einen positiven Fall in einer Schulklasse/Jahrgangsstufe gibt, begibt sich die gesamte Klasse/Jahrgangsstufe als Kontaktperson ersten Grades für 14 Tage in Quarantäne. Unterscheidungen hinsichtlich Kontaktpersonen ersten oder zweiten Grades können unter den Schüler*innen momentan durch das Gesundheitsamt nicht mehr vorgenommen werden. Auch lässt es die Lage aktuell nicht mehr zu, regulär bei Auftreten von positiven Fällen Testungen an den Schulen vor Ort vorzunehmen. Wichtige Info nochmal für alle: Ein negatives Testergebnis hat keinen Einfluss auf die Quarantänedauer. Wir bitten um Ihr Verständnis in der momentan sehr dynamischen Lage und bedanken uns im Voraus für Ihr verantwortungsvolles Mitwirken.“
Ein paar Straßenzüge weiter in Mitte nehmen die Schulen die Sache selbst in die Hand – die Katholische Grundschule St. Paulus z.B. schickte nach der Erkrankung einer Lehrerin zwei zweite Klassen in Quarantäne, „nach eigenem Ermessen“ – und das kam so:
„Da wir nach wiederholten Versuchen (!!!!) keinen direkten Kontakt zum Gesundheitsamt Mitte aufbauen konnten und auf unsere dringenden Mails nur mit einer automatisierten Antwort reagiert wurde, haben wir als Schulleitung nach Abwägung aller relevanten Faktoren diese Entscheidung zum Schutz der betroffenen Kinder und Mitarbeiter getroffen.“
Die Otto-Nagel-Schule, die wegen ähnlicher Probleme nach der Erkrankung eines Kindes den ganzen Unterricht auf Homeschooling umstellen wollte (CP v. gestern), wurde zurückgepfiffen: Der Senat untersagte eine Schulschließung, die Eltern (die von mehreren Infektionsfällen sprechen) wurden um 19.25 Uhr informiert.
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Bildungssenatorin Sandra Scheeres will heute den neuen Stufenplan des Hygienebeirats vorstellen – mit dabei ist auch Patrick Larscheid, Amtsarzt in Reinickendorf. Von dessen volatiler Expertise können Sie sich hier exklusiv ein eigenes Bild machen – am 20. August sagte er: „Die Schulen sind kein unsicherer Ort für Kinder.“ Die Zahlen der Corona-Fälle an Schulen würden nicht mehr steigen, „das ist eher schon Vergangenheit“. Tja, wer solche Berater hat, muss aufpassen, nicht sehr schnell von gestern zu sein.
Es tönt CSU-Generalsekretär Markus Blume aus Bayern: „Die Unfähigkeit des Berliner Senats wird zu einem Risiko für ganz Deutschland.“ Es wirbt die SZ aus Bayern (S. 19): „Zum 75. Jubiläum Ihrer Tagesszeitung laden wir Sie ein, mit uns die Hauptstadt Berlin zu entdecken.“ Offenbar tut den Bayern der Ausfall des Oktoberfests gar nicht gut. Es kommentiert Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci: „Die Zeit der Geselligkeit ist vorbei.“
Und wer ist nun eigentlich schuld an den steigenden Corona-Zahlen in Berlin? Die arabischen Hochzeiten, bei denen sich viele infizierten? Das Gesundheitsamt Neukölln, das eine Massentestung in der Rütli-Schule zur Corona-Party umfunktionierte? Oder doch die Party-People? Dazu hier der Regierende Bürgermeister: „Wenn jemand glaubt, sein Lebensglück liege darin, sich nachts um drei auf der Straße besaufen zu können, und wenn er nicht begreift, dass er damit sich und andere gefährdet, dann muss man mit aller Klarheit dagegen vorgehen und das werden wir auch tun.“ (Q: „Welt“)
Konkret: In Berlin muss der Alkoholvorrat für das Besäufnis in der Nacht künftig bis 23 Uhr gebunkert sein – allerdings erst ab Sonnabend. Das Virus bekommt also nochmal eine faire Chance, sich zu verbreiten.
Neuer Ärger für Franziska Giffeys Neuköllner Bundestagslieblingskandidaten Tim Renner: Das Beratungsunternehmen SNPC führte den Ex-Kulturstaatssekretär auf seiner Website als „Consultant“, die innerparteilichen Gegner Renners werfen ihm deswegen Lobbyismus u.a. für das Karstadt-Projekt von Sigma am Hermannplatz vor. Dem Checkpoint sagte Renner gestern Abend: „SNPC unterstützt mich bei Workshops mit Logistik, ich berate sie im Gegenzug bei kreativen Fragen.“ Basis sei eine Kooperationsvereinbarung, das Karstadt-Projekt gehöre aber nicht dazu. SNPC nahm Renners Profil gestern von der Website.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Überraschung: Eine weitere Expertenkommission der Bildungsverwaltung hat festgestellt, dass sich die Berliner Schulen am besten auf Deutsch und Mathe konzentrieren sollten – Ökologie (Cannabisanbau), Ökonomie (Cannabishandel) und Sport (vor der Polizei wegrennen) scheinen nicht mehr so gefragt zu sein.
Für SPD-Bürgermeister Reinhard Naumann (ChaWi) war die Suche nach der Nominierung für einen Platz im Abgeordnetenhaus keine reine Freude – die Abteilung 76 (Karl-August-Platz) ließ ihn mit nur 2 Stimmen sitzen. Dabei schätzen ihn auch hier viele für seine Arbeit – aber es wächst eben an der Basis der Widerwille gegen die exekutive Selbstbedienung beim Wechsel in die Legislative: Naumanns Heimatwahlkreis ist eigentlich ein anderer (so wie bei Michael Müller auch).
Das Putzkommando von Reinickendorfs CDU-Bürgermeister Frank Balzer (der auch ins Agh will) ist hart gesotten – jetzt erwischte es Dirk Steffel, den sehr eigenständigen Bruder von Frank Steffel (den Balzer ebenso wie dessen Unterstützer rückstandslos aus dem Weg räumte): Nur zwei Tage nach einer schweren Herz-OP bekam Steffel im Krankenaus einen Anruf, in der Leitung war Balzers Vize Michael Dietmann. Der Abgeordnete teilte dem bettlägrigen Pateifreund mit: „Deine politische Zeit ist vorbei.“ Klingt ein bisschen nach „Häuschen of Cards“. Ist aber auch so. (Mehr aus Reinickendorf gibt’s jeden Mittwoch im „Leute“-Newsletter von Gerd Appenzeller).
Übrigens: Balzers designierter Nachfolger Michael Wegner trägt seinen fragwürdigen rumänischen Professorentitel immer noch auf seiner Website – andere deutsche Pitești-Profs haben ihn bereits wieder abgeben müssen. Als Preis für die Blitz-Habilitation wurden da übrigens 20.000 Euro aufgerufen. In einem Wahlkreis-Bürgerbüro wären die sicher besser investiert.
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Wir kommen zum heutigen Englisch-Kurs, geleitet von Checkpoint-Gastdozent Dr. Roger David Aus („Amerikaner in Berlin seit 50 Jahren“). Am U-Bahnhof Holzhauser Straße hat Dr. Aus einen Hinweis entdeckt: „Entry with face mask only“, steht da. So, und jetzt stellen wir uns mal vor, wie das aussieht, wenn alle nur mit Maske bekleidet in der U-Bahn sitzen… oder vielleicht lieber doch nicht. Denn Dr. Roger David Aus fragt sich zurecht: „Heißt das, alle in der U-Bahn müssen jetzt Nackedei fahren?“ Seine Empfehlung: „Face mask required everywhere“ – also, zu Not könnten Sie sich das Ding… ach, lassen wir das.
Irgendwelche „Querdenker“ haben seit Sonntag wieder ihren zentralen Zeltplatz im Tiergarten besetzt, nur eine Aerosolweite entfernt vom Kanzleramt (ich bin selbst daran vorbeigeradelt). Wir erinnern uns, wer dafür zuständig war: Ping, pong, ping, pong…
„Für mich ändert sich an der bisherigen Sachlage gar nichts“, sagt Franziska Giffey über die Entscheidung der FU, das Verfahren zu prüfen, das zu ihrer Rüge führte – eine Sanktion für fehlerhafte Doktorarbeiten, die es eigentlich gar nicht gibt, aber dennoch recht beliebt ist: An der Charité hat es 16 solcher Fälle gegeben.
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Seit heute früh um 5 Uhr… nein, nicht, was Sie jetzt gleich wieder denken. Geht nur um die Schlacht um die „Liebig 34“, die am Freitag geräumt werden soll. Und deswegen dürfen von heute früh an nur noch Anwohner:innen in den Kiez.
Der FDP im Agh gehen ein Jahr vor der Wahl die Referenten von Bord – derzeit frei: Verkehrspolitik, Innen, Recht und Verfassungsschutz, Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung. Aber sonst ist alles in Ordnung.
Und auch in Köpenick ist die Welt noch in Ordnung – Union meldet: „Für unser Testspiel am Donnerstag gegen Hannover 96 gibt's die Tickets ab sofort im freien Verkauf. Pro Person können bis zu 4 Karten gebucht werden.“ Und ja, es handelt sich um eine aktuelle Meldung (und nein, Corona ist nicht der Name des neuen Mittelstürmers).
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In der neuen Folge des Agenda Podcast spricht der Journalist Philipp Eins mit Emanuel Grassal, dem Low Carbon Strategy Manager von BP Europe. Im Podcast geht es um alternative Kraftstoffe für den Flugverkehr und die Frage, ob wir wirklich irgendwann klimaneutral fliegen können.
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Wie viele Radfahrer müssen noch von rechtsabbiegenden Lastern überfahren werden, bis das Thema Priorität bekommt? Der Unfall gestern in Rummelsburg verlief nicht tödlich, aber das war reines Glück (und das gibt’s nicht überall).
Nachtrag zur Meldung „Lompscher auf berlin.de noch immer Senatorin“ (CP von gestern): Nach der Checkpoint-Lektüre wurde dann endlich auch auf der offiziellen Senatsseite, Abteilung „Politische Bildung“, Sebastian Scheel zum Senator ernannt. Wir gratulieren.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Sie erinnern sich an Alfredo di Mauro? Genau, das war der Technische Zeichner, den am BER alle für einen Ingenieur hielten, und der, weil er nicht widersprach, mit den heikelsten Aufgaben betraut wurde. Jetzt warnt er in gleichlautenden Schreiben an Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider, den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Ministerpräsident Dietmar Woidke, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Gesundheitsminister Jens Spahn: „Lebensgefahr bei Eröffnung des BER – Lüftungsanlagen als Covid-19-Virenschleuder“. Aber wer die Geschichte des BER kennt, weiß: Es ist wahrscheinlicher, dass die Lüftungsanlage gar nicht erst funktioniert.
Der FBB-Aufsichtsrat wird sich in seiner letzten Sitzung vor der Eröffnung ohnehin mit etwas anderem beschäftigen müssen – und zwar mit dem unveröffentlichten Wirtschaftsplan. Wir schauen mal rein und stellen fest: Mindestens bis 2027 werden jedes Jahr dreistellige Millionensummen zusätzlich benötigt – allein im kommenden Jahr sind es 540 Millionen Euro, bei optimistischer Passagierzahlschätzung. Und wir stellen fest: Gute Virenschleudern sind eben nicht umsonst zu haben.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Hechel, ächz, würg!“
Herbert Feuerstein (*15.8.1937, † 6.10.2020). Der Satiriker, Komiker und Musiker (u.a. „MAD“, „Schmidteinander“), 1994 für seine „anarchistische Originalität“ mit einem Bambi geehrt (hier im rbb-Interview von 1994), wünschte sich zu Lebzeiten, seine Wortschöpfungen mögen auf seinem Grabstein stehen.
Tweet des Tages
Treffen sich 2050 zwei Historiker. ‚Und – was ist ihr Fachgebiet?‘ ‚Mittelalter. Und Ihres?‘ ‚Das Jahr 2020.‘ ‚Ah – welche Woche?‘
Stadtleben
Essen & Trinken – Eine ganz besonders köstliche Nudelsuppe gibt es beim Vietnamesen Soy in Mitte (Rosa-Luxemburg-Straße 30, Bhf Rosa-Luxemburg-Platz). Die „My Quang“ ist eine Reisbandnudelsuppe mit cremiger Kokosmilch, krossen Sesam-Reis-Chips, aromatischem Seitan, Tofu und Pilzen, verfeinert mit Zitronengras und Minze und abgerundet mit knackigen Erdnüssen (11.30 Euro). Dazu passt eine erfrischende vietnamesische Ingwer-Limo (etwa 4 Euro). Neben anderen Nudel- und Reisgerichten stehen auch Asiatische Tapas auf der Speisekarte, die – wie alle Gerichte im Soy – vegan sind. Reserviert werden kann hier, geliefert wird auch (via Lieferando), oder Sie ordern das Essen zum Mitnehmen. Geöffnet Mo-Fr 12-21.45 Uhr, Sa/So 13-21.45 Uhr
Das ganze Stadtleben mit Tipps für ein Café an einem ganz besonderen historischen Ort gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo (derzeit 3 Monate für 15 Euro plus "Notes of Berlin"-Buch).
Berlinbesuch – Alle Schokoladenliebhaber*innen sollten sich einen Besuch in der „Bunten SchokoWelt“ im Rittersport-Store am Gendarmenmarkt (Französische Straße 24, U-Bhf Französische Straße) nicht entgehen lassen. Auf drei Etagen erfahren Sie alles Wissenswerte über die kleinen quadratischen Täfelchen und können sich natürlich auch mit reichlich Vorrat im „Schokoshop“ eindecken. Im Cafégibt es leckeres Frühstück, warme Speisen und natürlich schokoladige Desserts und Fondues. Ein ganzbesonderes Highlight: Zusammen mit den Chocolatiers können Sie aus über 20 Zutaten wählen und sich daraus Ihre eigene Sorte kreieren. Geöffnet Mo-Sa 10-18 Uhr
Rausfahren – Ein kleiner Ausflug nach Potsdam zur geschichtsträchtigen Villa Schöningen (Berliner Straße 86) lohnt sich allemal. Direkt am anderen Ende der Glienicker Brücke liegt das ehemalige Kinderwochenheim, das zuvor, 1945 von der Roten Armee beschlagnahmt, als Lazarett für verwundete russische Soldaten diente. Direkt vor der Villa verlief ab 1961 die innerdeutsche Grenze, welche mit der Wiedervereinigung wieder abgetragen wurde. 2007 wurde das Haus verkauft, denkmalgerecht saniert und ist seit 2009 ein Ausstellungshaus. Noch bis Januar ist dort „1+1+1+1+1+1+1+1 Art. 8 GG Versammlungsfreiheit“ (Fr-So 12-18 Uhr, Eintritt 9/7 Euro) zu sehen. Im Café kann mit Blick auf den historischen Garten Kaffee und hausgebackener Kuchen genossen werden (geöffnet Di-So 11-18 Uhr).
Karten sichern – Im Kreuzberger Kino Moviemento (Kottbusser Damm 22, Bhf Schönleinstraße) können Sie sich heute Abend von ganz viel Lebensfreunde und Sehnsucht, die Liebe und die Welt zu entdecken, anstecken lassen. Der tragisch-komische Coming-of-Age-Film „Milla meets Moses - Babyteeth“ feiert heute Premiere und erzählt die Lebens- und Liebesgeschichte des krebskranken Teenagers Milla. Tickets kosten 9/8 Euro und können hier gekauft werden. Spielzeiten: ab heute immer um 19 Uhr und 21.45 Uhr, auf Englisch mit deutschen Untertiteln.
Last-Minute-Tickets – (Ein Tipp von Ingolf Patz) Beethovens „Missa solemnis“ sollte nur einen Gottesdienst in Musik fassen, sprengte aber jeden traditionellen Rahmen. Sie ist auch ein persönliches Glaubensbekenntnis: „Ich erwarte das Leben der kommenden Welt“, tönt es tröstlich. Wer will das heute noch teilen? Der Rundfunkchor hat ganz unterschiedliche Künstler*innen wie Birke J. Bertelsmeier oder Planningtorock gebeten, sich damit auseinanderzusetzen. Aus den unterschiedlichen Positionen entstand die Konzertinstallation „The World to Come“, die als Parcours durch das Vollgutlager und das SchwuZ (Rollbergstraße 26, Bhf Rathaus Neukölln) führt und deutlich macht, dass es viele Zukünfte gibt, die aber alle in unserer Gegenwart wurzeln. Tickets kosten 48 Euro, geöffnet ist heute und morgen, Einlass: 19 Uhr, 19.15 Uhr, 19.30 Uhr, 21.15 Uhr, 21.30 Uhr
Verlosung – Wenn die Serie „Babylon Berlin“ Sie bereits in ihren Bann gezogen hat, können Sie sich gleich auf zwei Neuigkeiten freuen: Nachdem bereits im Frühjahr die dritte Staffel im Pay-TV anlief, gibt es sie ab dem kommenden Sonntag in der ARD zu sehen. Den mehrfach prämierten Soundtrack zur Serie gibt es pünktlich zum Free-TV-Staffelstart (neben dem Release auf CD und digital) auch in der Volume II-Edition auf Vinyl. Wir verlosen vorab zwei exklusive Exemplare (bis heute 12 Uhr) – wer möchte?
Berlin heute
Verkehr – Ernst-Ruska-Ufer (Adlershof): Wegen einer Baustelle ist hier ab 7 Uhr (bis zum 15. Oktober) die Fahrbahn auf einen Fahrstreifen verengt. Die Anbindung Volmerstraße ist gesperrt.
Rigaer Straße (Friedrichshain): Wegen einer polizeilichen Maßnahme ist die Straße ab 5 Uhr (bis morgen, ca. 23.59 Uhr) zwischen Bersarinplatz und Liebigstraße gesperrt. Betroffen ist auch die Liebigstraße zwischen Bänschstraße/ Weidenweg und Rigaer Straße. Im gesamten Bereich gilt ein Halteverbot.
Bergiusstraße (Neukölln):Wegen des Weiterbaus der A100 Richtung Treptow ist die Straße bis Ende des Jahres Richtung Grenzallee/A100 gesperrt.
A113 (Schönefeld-Zubringer): Wegen Wartungsarbeiten ist die Autobahn stadteinwärts zwischen Schönefeld-Nord und Adlershof von ca. 21-5 Uhr gesperrt.
S-Bahn (S3): Von 22-1.30 Uhr fahren keine Züge zwischen Westkreuz und Spandau.
Demonstration – Auf der Axel-Springer-Straße vor dem Verlagsgebäude demonstrieren etwa 200 Teilnehmende von 16 bis 22 Uhr unter dem Motto „Konflikt zwischen Karabach und Aserbaidschan“. Eine Kundgebung für einen „Spot on Brazil“ findet von 18.30 bis 21 Uhr auf dem Märkischen Platz (nahe der Brasilianischen Botschaft) mit etwa 300 Teilnehmenden statt.
Gericht – Zweiter Tag im Prozess um den Mord im Kleinen Tiergarten. Angeklagt ist ein 55-Jähriger, der im im August 2019 einen Tschetschenen mit georgischer Staatsangehörigkeit aus nächster Nähe erschossen haben soll. Laut Anklage sei es ein Anschlag im Auftrag von staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation gewesen (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Meinem wunderbaren Einheitsgeschenk alles Gute zum Geburtstag - Antjoschka.“ / „Liebe Hannelore, die besten Wünsche zum 70. Geburtstag übermittelt dein, dich liebender, Ehemann.“ / Martin Hoffmann (61), deutscher Jurist und Medienmanager, ehem. Intendant der Berliner Philharmoniker / Ursula von der Leyen (62), CDU-Politikerin, Präsidentin der Europäischen Kommission / Miriam (27), „Ein neues Lebensjahr voller Glück, Gesundheit, Liebe und Unbeschwertheit wünscht Mama“ / Tabea Zimmermann (54), Bratschistin, „Artist in Residence“ bei den Berliner Philharmonikern
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Eduard Wilhelm Gronegger, * 7. September 1943 / Tilmann Henneberg, * 22. Juli 1960 / Ulrich Oberdick, * 23. Mai 1964 / Karin Sommer, * 8. November 1964, Helios Klinikum Emil von Behring
Stolperstein – Richard Siegmann (Jh. 1872) wurde in Berlin geboren und machte eine kaufmännische Ausbildung, ehe er 1898 nach Rostock ging, wo er Direktor der Rostocker Straßenbahn AG wurde. Er war an der Elektrifizierung der Rostocker Straßenbahn, der Integration des Omnibusses in das Nahverkehrsnetz und der strategischen Erweiterung des Liniennetzes beteiligt. Siegmann wurde immer wieder Ziel antisemitischer Propaganda, bis er 1933 endgültig aus seinem Amt vertrieben wurde, woraufhin er mit seiner Familie 1936 nach Berlin zurückkehrte. Seinen Kindern gelang die Flucht nach Shanghai. Im März 1941 musste das Ehepaar ihre Wohnung in der Sächsischen Straße 70 in Wilmersdorf verlassen und wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert. Dort ist Richard Siegmann am 8. Oktober 1943 an den Folgen der Haft gestorben.
Encore
So, das war’s mal wieder. Nehmen Sie den Checkpoint ruhig mit, zum Einkaufen, ins Büro oder wohin auch immer, denn heute ist in Deutschland offizieller „Smalltalk-Tag“ – damit Sie sich nicht selber etwas einfallen lassen müssen. Und immer daran denken: „Nicht alles, was im Checkpoint steht, stimmt“ (Michael Müller) – aber das Allermeiste eben doch, und alles andere wird am nächsten Tag korrigiert.
Das Stadtleben hat Ihnen heute Vivien Krüger zubereitet, und Kathrin Maurer hat’s serviert. Morgen früh begrüßt Sie hier Robert Ide – bis dahin,
