Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Bonjour, chers amis! Ich grüße Sie aus Französisch Buchholz. Bevor im Dezember der ‚Champion des champions‘, also der sportlichste Sieger der Sieger bzw. Meister der Meister von der französischen Sport-Tageszeitung ‚L’Équipe‘ gekürt wird, wollte ich selbst beweisen, wie gut ich in der Leichtathletik abschneide. Pumperlgesund bin ich also losgestürmt. Puhhh, Ausdauer mit so bündigen Beinchen wie den meinen gar nicht so leicht. Also: Trinkpause! Unweit der Wiese des Pfarrer-Hurtienne-Platzes ist mir augenblicklich ein Gedenkstein in Erscheinung getreten. Glückliche Umstände dank meiner Rast! Er erinnert an die Namensgebung des Ortsteils Französisch Buchholz. Interessanterweise siedelten Ende des 17. Jahrhunderts geflüchtete Hugenotten als Glaubensflüchtlinge mit ihren Bauern- und Gärtnerfamilien in die ehemalige ,Französische Kolonie‘ und begannen Gemüsesorten anzubauen, die zugegen unbekannt waren – etwa Spargel, Blumenkohl, Artischocken oder zu Seide verwandelte Maulbeeren. In Bälde studiert die Ausstellung ‚Seide, Spargel, Artischocken – Die Hugenotten: Französisch Buchholz als historischer Gemüsegarten Berlins‘ den Einfluss der ‚réfugiés‘ in besagtem Ortsteil. Im Mittelpunkt stehen Fotografien von Studierenden, die an barocke Gemüse-Stillleben erinnern. Hinter den Türen des Rathauses Pankow wird die Bezirksbürgermeisterin am 30. November gen Abend die Glanznummer eröffnen. Sie sind herzlich eingeladen! Ich allerdings werde mir baldigst die Zeit nehmen und vorab schon mal in das zugehörige E-Book ‚Tableaux de légumes‘ lugen. Und wissen Sie was? Statt Sportsmänner und -frauen zu krönen, erlese ich vorzugsweise mein Lieblings-Gemüsebild. Damit verabschiede ich mich, mit freundlichen Grunzen.“ (von Sophie Rosenfeld)