Mein Wochenende mit
Während die neue Platte von Jessica Ekomane läuft, produziert sie die Sendung „open sources“ für Cashmere Radio. 2019 war sie auf der Venedig Biennale in einer Installtion im Deutschen Pavillon zu hören und Sonntagabend ist sie im Konzert mit Andrea Belfi im HAU2 zu erleben.
„Wenn ich raus aus dem Alltag will, gehe ich ins Naturkundemuseum – eigentlich schaue ich mir in jeder neuen Stadt, wenn möglich, zuerst das entsprechende Museum für Naturkunde an, das ist so eine Gewohnheit. Vielleicht sagt es etwas über die Menschen aus. Nicht ganz so weit von meinem Alltag, aber meine Kunstempfehlung, ist Savvy Contemporary – gutes Programm und wunderbare Leute, mit denen zusammenzuarbeiten immer eine Freude ist. Seit einer Weile interessiere ich mich für sozialistische Architektur und verbringe zum Beispiel Zeit am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park. Oder ich fahre raus in den Grunewald, "erklimme" den Teufelsberg und besuche Nicos Grab auf dem Selbstmörderfriedhof. Was ich außerdem schon länger vorhabe, ist einmal eine der beiden Führungen mitzumachen, die Berlin-Postcolonial anbieten. Ich esse gerne im Dr. To's, wo es die besten Ceviche gibt, die ich kenne – obwohl es ein japanisches Restaurant ist. Und mag die Griessmühle gern. Alles das sind Optionen für die Zeit vor Sonntagnachmittag. Dann beginnt die Arbeit im HAU2 – Proben und ein herausfordernder Soundcheck, denn das Instrumentarium von Andrea Belfi und mir ist nicht gerade unkompliziert. Wir werden beide je ein Solo Set spielen, anschließend ein gemeinsam erarbeittetes Stück darbieten, an dem wir schon seit letztem Jahr arbeiten. Wir werden einiges an psychoakustischer Finesse einfließen lassen und mit der Wahrnehmung des Publikums spielen, das nicht immer wird sagen können, wie manche Klänge möglich sind oder aus welcher Richtung sie kommen.“