Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Hach, die Ferne. Sie wissen ja, die Romantiker haben sie so schön verklärt, dass uns noch heute nach ihr verlangt. Als romantisch gilt sie natürlich nur, solange sie unerreichbar bleibt. Aber das tut sie doch prinzipiell, sagen Sie? Erreicht werden könne die Ferne niemals, denn hat man sie einmal erreicht, sei sie schließlich nicht mehr fern. Oder doch? Tadaaa, der technische Fortschritt: Man stelle sich einmal vor, was es wohl für das Augenpaar eines Hans Lipperhey um 1608 bedeutet haben muss, diese für uns so selbstverständliche Entdeckung zu machen: Ein mit Gläsern versehenes Rohr holt die Ferne ganz nah heran, ohne den Standort von Sehendem oder Gesehenem zu verändern. Das Wunder der nahen Ferne. Ich selbst fand ja bis vor Kurzem, dass alles das, was man sich heutzutage so zwischen Auge und Landschaft steckt – insbesondere Displays mobiler Fernsprechapparate – unsinnlicher Firlefanz sei. Chantal aber, die progressive Sau von Nebenan, drückte mir neulich ihren Fernstecher in die Hufe – ein kleines Wunder, sage ich Ihnen! Wer meint, mit einem Tele-Objektiv an der Kamera ein ähnliches Erlebnis zu erzielen: nichts da. Erstens, sieht man mit zwei Augen besser und ganz anders. Zweitens, ist es etwas ganz anderes, die Natur schlicht zu beobachten, ohne ständig daran zu denken, ihr Abbild festzuhalten. Das zu tun empfehle ich. Etwa an einem der vielen Vogelbeobachtungsplätze Brandenburgs. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“