Berlins Rettungsstellen: Szenen wie bei Hieronymus Bosch
Was in keinem Berlin-Reiseführer steht: In der Rettungsstelle des Klinikums Friedrichhain sieht es Freitagnachts aus wie auf einem Gemälde von Hieronymus Bosch – Vorhölle und Apokalypse zugleich (vom Checkpoint für Sie getestet). Überall sitzen und liegen wimmernde, lallende, schreiende, aggressive oder bewusstlose Nachleben-Opfer herum, und im Minutentakt werden weitere Verletzte aus den Rettungswagen durch die Schiebetüren hereingerollt: Kniescheibenbruch, Kieferbruch, Schnittwunde, Stichwunde, Schusswunde, Suizidversuche, Alkoholvergiftung, Überdosis, Verbrennung, Schädel-Hirn-Trauma … und mittendrin ein Hipster, der sich mit seinen neuen Flipflops Blasen an die Füße gelaufen hat und jammernd auf Behandlung drängt.
Mehr als 1,3 Millionen Menschen werden Jahr für Jahr in den 39 Berliner Notaufnahmen versorgt. Unser Kollege Hannes Heine hat mit Pflegekräften, Sanitätern und Ärztinnen über ihre Höllenarbeit unter Schlägern („Du Schlampe, wir machen dich kaputt!“), Schwerverletzten und Simulanten gesprochen – und die lebenswichtige Frage gestellt: Wer kommt zuerst dran in dem Chaos, das vor allem an Wochenenden in den Rettungsstellen herrscht? Die Antwort finden Sie hier.