Radwege bleiben glatt, weil die BSR nicht kommt – oder weil sie kein Salz streuen darf
Während der Südwesten Deutschlands gestern wegen Glatteisregens komplett unbenutzbar war, gilt das in Berlin bei Schneefall nur für Geh- und Radwege. Auf den Gehwegen scheitert das Prinzip „Jeder kehre vor seiner Tür“ in Kombination mit der üblichen Berliner Unzuständigkeit. Und auf vielen Radwegen tut sich die für Fahrbahn- und Radweg-Winterdienst zuständige BSR schwer. Selbst Hauptrouten wie an der Karl-Marx-Allee wurden auch diesmal nicht gekehrt.
Auf CP-Anfrage, warum das so sei, erklärt die BSR immerhin die Theorie und die feinen Unterschiede. Demnach werden Radfahrstreifen auf Hauptstraßen mit der Fahrbahn geräumt und durch Feuchtsalz aufgetaut, was nur etwas länger dauere als unter dem Druck von Autoreifen. Auf verpollerten Streifen und ausreichend breiten Radwegen sollen schmalere Fahrzeuge räumen und streuen. Salz sei dort verboten, obwohl es das einzig brauchbare Mittel gegen Glätte wäre und als verdünnte Sole nicht umweltschädlicher sei als „abstumpfende Stoffe“ wie Splitt. Der Trost: Ab Sonntag taut’s.