BVV-Vorsteher fordert „Hygieneprüfung“ von Newsletter

Zur Sitzungseröffnung kommentiert Vorsteher Bosse die Berichterstattung durch Leute-Autor Robert Klages. Schnell wurde da der Tonfall rauer. Von Lorenz Maroldt.

BVV-Vorsteher fordert „Hygieneprüfung“ von Newsletter
Foto: Robert Klages/Tsp

Und damit kommen wir zum alten „roten Adel – konkret: zu Rainer Bosse, dem BVV-Vorsteher in Lichtenberg. Zu Beginn der Sitzung verlas der Ex-FDJ-Funktionär (von der Stasi als „Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit“ geführt, zuletzt im DDR-Ministerium für Touristik tätig) eine Erklärung seines inneren Politbüros zur gefälligen Berichterstattung und über „guten“ Journalismus. Ihm war der „Leute“-Newsletter unseres Kollegen Robert Klages vom 22. Februar aufgestoßen wie sauer Rotkäppchen. Der Vorwurf: „Missbrauch“ der öffentlich übertragenen BVV-Videokonferenz – Klages habe „Einblicke in die Privatsphäre für vermeintlich witzige Kommentare und Zeilenschinderei“ genutzt. Er halte deshalb eine „Hygieneprüfung“ des Newsletters „für mehr als angebracht“ (eine Aufzeichnung der Rede ist hier zu sehen).

Ok, damit es nicht zum üblichen Behördenpingpong kommt, empfiehlt der Checkpoint, gleich den Stadtrat für Agitation und Propaganda mit der Säuberungsaktion zu beauftragen. Das Beweisstück haben wir bereits verhaftet, Sie können den skandalösen Beitrag von Robert Klages hier nachlesen – aber Vorsicht: Ein solcher Schmutz ist nur für Personen mit gefestigtem Weltbild geeignet.