Behördenpingpong in Neukölln

Zum Jahresauftakt beim Behördenpingpong schauen wir uns ein Spiel in Neukölln an – der Bezirk meldete seit Heiligabend bis zum 2. Januar nur an drei Tagen neue Infektionszahlen (Reinickendorf kam auf acht) und schaffte es so, zum Jahresbeginn sensationell mit der zweitniedrigsten 7-Tage-Inzidenz berlinweit zu glänzen (nur Pankow kam wegen weniger Meldungen knapp noch besser weg). Hm, wer ist denn hier verantwortlich im Bezirk des SPD-Bürgermeisters Martin Hikel? „Verantwortlich ist Stadtrat Falko Liecke von der CDU“, sagt Christopher King, Vorsitzender der SPD Rudow. Und was sagt Falko Liecke? Das hier: „Wofür? Für eine gute, funktionierende IT-Infrastruktur, genügend ausgestattete Arbeitsplätze, mobiles Arbeiten, die Verfügbarkeit von SIM-Karten zum Telefonieren, Lieferung aller benötigten Endgeräte, genügend Raumkapazitäten, ausreichend Personal usw. ...?“ Also fliegt der Ball erstmal zum Senat, der ihn sicher gleich ins Kanzleramt schlägt…

Aber nein, auch das Landeslabor spielt noch mit (oder eben auch nicht) – sagen jedenfalls die Gesundheitsstadträte: Am Ende des Jahres wurde dort viel zu wenig ausgewertet. Die Gesundheitsverwaltung will das jetzt mit dem Justizsenator besprechen – der hat die Fachaufsicht (oder eben auch nicht). Stadtrat Liecke verteidigt sein Amt unterdessen gegen „konstruierte Schuldzuweisungen“ und sagt: „Ich halte die Verschnaufpause für richtig und verantworte sie auch.“ Das ist mal ein Wort. Gestern meldete Neukölln übrigens wieder – und zwar die mit weitem Abstand höchste Neuinfektionszahl aller Berliner Bezirke.