Berliner Trikotrausch mit El-Jindaoui: Herthas neuer Regionalligastar sorgt für Verkaufswirbel
Die Trikots des frisch verpflichteten Viertligaspielers verkaufen sich bereits am dritthäufigsten. Von allen Spielern bei Hertha BSC. Wie ist so etwas möglich? Von Julius Betschka
Apropos Pfeifen: Das Testspiel der zweiten Mannschaft von Hertha BSC gegen Tasmania Berlin am Samstag wurde frühzeitig abgepfiffen. Der Grund ist Herthas größter Stareinkauf: Nader El-Jindaoui. Was, nie gehört? Der Flügelstürmer aus Wedding ist ein Social-Media-Star! 1,6 Millionen Menschen folgen dem 25-Jährigen Berliner jeweils auf Instagram und TikTok, 1,2 Millionen auf Youtube. Mehr als 2000 seiner Fans kamen zum Testspiel gegen Tasmania und stürmten bei seinem ersten Kick für Hertha den Platz. Er hatte zuvor jedem ein Foto und ein Autogramm versprochen. Nach dem Spiel bedankte sich El-Jindaoui auf Instagram für die Unterstützung, sagte aber auch: „Das macht mich sauer: Einige haben sich nicht benommen. So etwas toleriere ich nicht. Bleibt das nächste Mal zu Hause.“
Für Hertha lohnt sich der Transfer trotz des Zwischenfalls schon jetzt: El-Jandaoui verstärkt die Reserve in der Regionalliga, schnuppert womöglich an der ersten Mannschaft und spült Geld in die Kasse. Seine Trikots sind schon jetzt unter den drei meist verkauften im gesamten Verein. Das sagte ein Vereinssprecher von Hertha BSC am Sonntag auf Checkpoint-Anfrage. Sportdirektor Bobic will wegen des Andrangs künftig mehr Ordnungspersonal zur Reserve schicken. Oder El-Jindaoui empfiehlt sich gleich für die Bundesliga – und seinen Fans einen Besuch im oft nicht ganz so vollen Olympiastadion. Vielleicht ist das genau der „Fan-Wahnsinn“ („BZ“), der Hertha zuletzt manchmal gefehlt hat. Mit ausgefallenen Weddinger Jungs hat der Verein ja gute Erfahrung.