Verkehr in der Friedrichstraße sinkt zu mehr als ein Drittel

Themenwechsel: Gut zu Fuß oder fest im Sattel – nur so kann man derzeit die Friedrichsstraße passieren. Die Händler klagten erst über weniger Kunden, dann doch nicht mehr. Wie sich das Pilotprojekt tatsächlich auswirkt, hat der Navigationssysteme-Hersteller TomTom für unseren Background-Newsletter „Verkehr und Mobilität“ analysiert. Das Ergebnis: Der Autoverkehr in Nord-Süd-Richtung sank um ein Viertel, sogar um ein Drittel in Süd-Nord-Richtung. Pkw- und Lieferverkehr wichen aber auf die kleinen Straßen ringsum aus: Die Stichprobengröße auf den meisten untersuchten Straßen stieg zwischen 27 und 31 Prozent. Trotz dieser Mehrbelastung habe sich der Verkehrsfluss kaum verschlechtert, die Fahrtzeit nur geringfügig erhöht, sagt TomTom-Manager Ralf-Peter Schäfer. „Das Straßennetz hatte hier die entsprechenden Reserven.“

Nur auf einer Strecke staut es sich heftig: Auf der Glinkastraße müssen Autofahrer morgens zwölf Minuten mehr einplanen. Schäfer schlägt trotzdem vor, die autofreie Zone auf den Gendarmenmarkt auszuweiten. Dadurch würden die Straßen ringsum von den Pkw entlastet, die dort mal eben schnell parken wollen. Und es gibt tatsächlich ja wenig Schöneres in Berlin, als einen sonnig-kühlen Herbsttag ganz früh morgens, in göttlicher Ruhe am Gendarmenmarkt zu verbringen.