Ausschreibung über 83.300 Euro: Dienstleister zum Schutz der Marke „Berlin“ gesucht
Bekannt, beliebt und daher besonders schützenswert sei „Berlin“ laut Staatssekretärin Ana-Maria Trăsnea. Zumindest die Marke samt Bär und Rahmen. Von Daniel Böldt
Berlin, du bist ‘ne Marke! Was wie ein Spruch aus der PR-Hölle klingt, ist hier tatsächlich mal im Wortsinn gemeint. „Die Marke ‚Berlin‘ stellt einen Wert dar, den es zu schützen gilt“, schrieb Staatssekretärin Ana-Maria Trăsnea vor wenigen Tagen in einem Schreiben ans Abgeordnetenhaus. „Berlin“ sei „öffentlich bekannt und beliebt und daher sowohl europaweit als auch international geschützt.“ Moment, Moment … Heißt das etwa, Berliner:innen können ihren Geburts- bzw. ihren Heimatort nicht mehr unter jede x-beliebige Petition setzen, ohne ein Abmahnung zu riskieren? Ganz so schlimm ist es (noch) nicht. Markenrechtlich geschützt ist der kastenumrahmte Berlin-Schriftzug mit dem Berliner Bären daneben, der unter anderem die Webseite der Regierenden Bürgermeisterin ziert. Damit sich daran auch alle halten, sucht die Senatskanzlei nun einen Dienstleister, der den Markenschutz auch durchsetzt. Veranschlagte Kosten: 83.300 Mark… äh… Euro.