BVG in der Krise

Aktuelle Durchsage von der BVG: „Seit der offiziellen Präsentation des Stabilitätskonzepts im vergangenen Jahr, zeichnen sich bereits jetzt erste, positive Entwicklungen ab“, verlautbarten die Verkehrsbetriebe gestern per Pressemitteilung, deren weiteren Inhalt wir Ihnen wegen mangelnder Relevanz hier ersparen. Warum die Schönfärberei? Weil es für die BVG ziemlich düster aussieht. Wie sehr, zeigt ein aktueller Bericht der Senatsfinanzverwaltung:

+ Die BVG schafft es nicht, in die Infrastruktur zu investieren, etliche Millionen für Bauarbeiten bleiben liegen

+ Offene Stellen beim Fahrpersonal bleiben unbesetzt, die Fluktuation ist gestiegen, der Krankenstand hoch

+  Diese Schwierigkeiten führen zu „überfüllten Zügen, langen Wartezeiten und Anpassungen bei den Fahrplänen“, erkennt der Senat

+ Der Senatsbericht spricht von einer „stetigen Verlangsamung des Liniennetzes“ wegen zu hohem Verkehrsaufkommen und der „Nichtdurchsetzung von Beschleunigungsmaßnahmen“

+ Und über allem schweben Finanzsorgen: Sollte der Senat wegen der Haushaltskrise der BVG 2026 die Mittel kürzen, bestehe „ein erhebliches Finanzierungsrisiko“.

Und was sagt Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) dazu? „Die Berliner Verkehrsbetriebe stehen vor vielfältigen Herausforderungen“, lässt sie einen Sprecher antworten. Am Geld allein lägen die Probleme der BVG aber nicht. Zugleich könne eine stetige Verlangsamung des Liniennetzes „nicht nachvollzogen werden“. Ob all das die Bezeichnung „Krise“ verdiene, beantwortete der Sprecher nicht. Das übernimmt dafür Grünen-Verkehrspolitikerin Antje Kapek: „Die BVG steckt in einer tiefen Krise.“ Bonde unterstellt sie „einen besorgniserregenden Realitätsverlust bei der Wahrnehmung des Berliner Nahverkehrs“.

Die Realität war Montagabend mal wieder auf den Abfahranzeigen an den Bushaltestellen abzulesen: „Im gesamten Stadtgebiet kommt es wegen sehr hoher Verkehrsbelastung (Verkehrsstau und Baustellen) zu Verspätungen und unregelmäßigem Busverkehr.“