Die Problemnichtlöserin: Die harten Wochen der Bildungssenatorin

Täglich grüßt das Fehlschlag-Murmeltier: kaum Luftfilter in Schulen, kollabierter Digital-„Lernraum“, volle Kitas. Sind Lösungen in Sicht? Von Julius Betschka.

Die Problemnichtlöserin: Die harten Wochen der Bildungssenatorin
Foto: Christoph Soeder/dpa

Die Bildungssenatorin braucht jetzt solche (angekündigten) Erfolge – Probleme lauern, wo sie auch hinschaut. Die CDU wird heute im Abgeordnetenhaus (wiederholt) ihre Entlassung fordern. Es grüßt das Murmeltier. Erst vergangene Woche war Scheeres von den Linken zur Alleinschuldigen am Schulchaos erklärte worden. Die Nicht-Anschaffung der Luftreiniger für Schulen gleicht fast überall einem Desaster, auch wenn jetzt die ersten Modelle eintrudeln. Das Geld reicht gerade für 1200 Luftfilter für alle 940 Schulen – das sind 1,28 pro Schule. Torsten Zuberbier, Charité-Arzt und Senats-Berater, sagte den Kollegen des „rbb“ jetzt: „Ein Luftfilter pro Schule ist ein Tropfen auf den heißen Stein – dann braucht man es eigentlich gar nicht zu machen.“ Rumms. Allerdings waren die Haushälter Scheeres wohl an die Gurgel gegangen, hätte sie im vergangenen Herbst mehr als die vereinbarten 4,5 Millionen Euro gefordert. Achja, das Chaos um das digitale Lernen und den „Nicht-Lernraum Berlin“ ist längst Stadtgespräch. Schule, aber als digitale Rostlaube.

Und Scheeres-Horrorwaschzettel geht weiter: In den Kitas, wo eigentlich nur „Notbetreuung“ stattfinden soll, spielen im Schnitt wieder 30 Prozent der Kinder gemeinsam, das teilte die Bildungsverwaltung am Mittwoch mit. In den landeseigenen Kitas soll die Auslastung bei 50 Prozent liegen. Wer seine Kinder wirklich in den angeblichen „Notbetrieb“ bringen darf, hat der Senat nicht festgelegt (zur Einschränkung auf „systemrelevante Berufe“ will trotzdem kaum jemand zurück). Also fahren morgens alle, die nicht anders können oder wollen, ihre Kleinsten in die Kita. Eine Lösung dafür, das ist klar, ist kompliziert – aber auch nicht in Sicht. Womöglich wäre aber genau das der Anspruch an Scheeres: kreativ und frühzeitig sehr komplexe Probleme lösen. Es gelingt viel zu selten.